Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

03.09.2021, 15.33 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Trickbetrug: In der Südstadt verhindert, in Elberfeld leider nicht

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Die Polizei Wuppertal warnt einmal mehr vor Telefon-Trickbetrügern, die sich als Polizeibeamte, Krankenhausmitarbeiter oder Bankangestellte ausgeben und durch das Vortäuschen von tragischen Unfällen, lebensbedrohlichen Krankheiten im familiären Umfeld oder aber auch vermeintliche Betrugsmaschen in Bankfilialen versuchen, an Bargeld oder Wertgegenstände der Angerufenen zu kommen.

Aktueller Hintergrund der Polizei-Warnung sind drei Betrügereien allein am gestrigen Donnerstag, 2. September 2021. Zwei davon konnten durch aufmerksame Zeugen kurz vor einer Geldübergabe noch vereitelt werden. Während in Remscheid ein Taxifahrer verhinderte, dass eine 82-Jährige Geld für die Behandlung ihrer angeblich schwer erkrankt im Krankenhaus liegenden Tochter abhob und die Seniorin statt zur Bank zur Polizeiwache fuhr, verhinderte in der Südstadt ein Nachbar einen Betrugsversuch.

Südstadt: 91-Jährige hielt Bargeld-Umschlag schon bereit

Dem 70-Jährigen war gegen 18 Uhr seine 91-jährige Nachbarin aufgefallen, die mit einem Umschlag in der Hand nervös vor dem Mehrfamilienhaus an der Weststraße auf und ab ging. Der Südstädter sprach seine Nachbarin an, die ihm daraufhin von dem Anruf berichtete, den sie zuvor erhalten hatte. Ein angeblicher Krankenhaus-Mitarbeiter hatte der 91-Jährigen eröffnet, dass ihr Sohn schwer krank in einer Wuppertaler Klinik liege. Da der angeblich kranke Sohn nur durch eine OP und die Behandlung mit einem Medikament aus der Schweiz geheilt werden könnte, bräuchte man nun eine Bargeld-Anzahlung für besagtes Medikament.

Die betagte Südstädterin hatte daraufhin einen mittleren vierstelligen Betrag beschafft, als der Nachbar einschritt: Er alarmierte die Polizei, sodass es nicht zur Übergabe des Geldes an den angekündigten Boten kam. Nicht so glimpflich ging dagegen ein weiterer Trickbetrug am gestrigen Donnerstagmittag aus: Hier erbeutete ein angeblicher LKA-Mitarbeiter eine sechsstellige Bargeld-Summe von einer 72-jährigen Wuppertalerin.

Falscher LKA-Mitarbeiter erbeutet sechsstellige Bargeldsumme

Die Seniorin war gegen 12 Uhr angerufen worden: Der angebliche Polizeibeamte des LKA gab vor, die Echtheit des Bargeldes im Bankschließfach der Seniorin überprüfen zu müssen. Die fiel auf den Trickbetrüger rein und übergab den hohen Bargeld-Betrag an einen Unbekannten in der Elberfelder Fußgängerzone. Der Mann soll circa 25 bis 30 Jahre alt und 1,80 Meter groß gewesen sein und eine kräftige Statur gehabt haben.

Bei dubiosen Anrufen: Auflegen und den Polizei-Notruf wählen!

Die Polizei mahnt, am Telefon auch dann misstrauisch zu sein, wenn sich Anrufer als Vertreter von Polizei, Krankenhaus, Staatsanwaltschaft oder anderen öffentlichen Stellen und Verwandte ausgeben und Notlagen schildern. Man solle sich nie zu Geld oder Wertsachen ausfragen lassen. Vielmehr solle man umgehend bei Vertrauenspersonen oder Angehörigen unter persönlich bekannten Telefonnummern anrufen und sich den Sachverhalt bestätigen lassen.

Zudem appelliert die Polizei, sich bei verdächtigen Anrufen sofort unter 110 bei der Polizei zu melden: „Beenden Sie das Telefonat und wählen sie die Notrufnummer“, ruft die Polizei auf, niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen zu übergeben.