Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

12.09.2021, 08.00 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Seilbahn-Areal: Bricoflor zieht von Elberfeld zum Küllenhahn

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So sieht die Brachfläche an der Küllenhahner Straße aktuell aus, in Zukunft soll hier eine neue Firmenzentrale entstehen. | Foto: Wirtschaftsförderung | Visualisierung: Figge Architekten

Viel wurde „em Dorpe“ in den vergangenen Wochen und Monaten über das Grundstück spekuliert, wer hätte nicht alles dort bauen sollen. Nun ließ die Wuppertaler Wirtschaftsförderung aber die „Katze aus dem Sack“: Der Elberfelder Online-Fachhändler für hochwertige Wand- und Bodenbeläge Bricoflor wird vom bisherigen Sitz an der Hochstraße zum Filet-Grundstück an der Ecke Küllenhahner Straße / Theishahner Straße ziehen. Auf der Brachfläche gegenüber der Bushaltestelle „Schulzentrum Süd“, die eigentlich für die Bergstation der geplanten, aber letztlich von den Wuppertalern mittels eines Ratsbürgerentscheids abgelehnten Seilbahn vom Hauptbahnhof über die Uni bis zum Küllenhahn vorgesehen war, entsteht ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude mit insgesamt etwa 500 Quadratmetern Bürofläche. 

Ergänzt wird die neue Firmenzentrale durch Lagerflächen. Der Baustart ist bereits für kommenden Montag, 13. September 2021, geplant. Die Neubauten, die im Spätsommer 2022 fertiggestellt sein sollen, werden unter anderem durch Regenwassernutzung und Photovoltaikanlagen ökologische Ansprüche erfüllen. Der Baumbestand auf der westlichen Seite des Grundstücks soll erhalten bleiben. Die Zufahrt auf das künftige Firmengelände erfolgt über die Küllenhahner Straße. Sorge vor einem erhöhten Verkehrsaufkommen müssen die Anwohner laut Bricoflor aber nicht haben: „Wir werden ein ruhiger und angenehmer Nachbar sein“, verspricht Bricoflor-Geschäftsführer Dirck Scharpenack. „Wir haben kaum Lieferverkehr, da wir am neuen Standort primär nur unser Musterlager betreiben.“ Lediglich kleine Fahrzeuge von Paketboten sollen das zukünftige Firmengelände auf Küllenhahn ansteuern.

Küllenhahn. Bricoflor hat gut 5.500 von insgesamt 7.750 Quadratmetern Fläche an der Küllenhahner Straße von der Stadt gekauft. Die Standortsuche war wegen der Flächenknappheit nicht einfach, mit der Wirtschaftsförderung wurde aber eine Lösung gefunden: „Wir freuen uns, dass wir so ein modernes und wachsendes Unternehmen am Standort halten können“, erklärt Rolf Volmerig, Vorstand der Wirtschaftsförderung Wuppertal. Die neue Lage sei Dank der ÖPNV-Anbindung und der Nähe zur Uni ideal.

Das Unternehmen, das sich auf dem Areal an der Küllenhahner Straße ansiedeln möchte, ist ein europaweit führender Online-Anbieter für Tapeten und Bodenbeläge. Im Online-Shop finden Privatkunden eine breite Produktpalette für Renovierung und Hausbau. Auch gewerbliche Kunden aus Hotellerie, Gastronomie oder Handel werden beliefert. Zudem gibt es in der Heckinghauser Straße einen Showroom mit persönlicher Beratung.

Noch stehen knapp 2.200 Quadratmeter für Firmen zur Verfügung

„Die Räume an der Hochstraße waren schon lange zu klein, aber als digitales Unternehmen konnten wir schon früh – lange Zeit vor Corona – ein Wechselmodell aus Präsenz im Büro und mobilem Arbeiten etablieren, sodass wir bislang noch ganz gut mit unseren Kapazitäten zurechtkamen“, berichtet Geschäftsführer Dirck Scharpenack. Für die nächsten großen Schritte in der Unternehmensentwicklung wird aber eine solidere, größere Infrastruktur und Vernetzung von Büro und Lager benötigt. Zu den Plänen gehören neben der Erweiterung des Sortiments auch weitere Expansionen, zum Beispiel in die USA. Auch personell möchte das Unternehmen wachsen. International ist die Firma bereits in 13 europäischen Ländern vertreten und unterhält etwa Vertriebsgesellschaften in Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen.

Ganz abgeschlossen sind die Ansiedlungspläne auf Korzert mit dem Zuzug von Bricoflor allerdings noch nicht. Es stehen noch knapp 2.200 Quadratmeter zur Verfügung, die sich für eine gewerbliche Nutzung eignen. Gespräche dazu laufen.