19.11.2025, 17.52 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Jazz bei KNIPEX: Ob reduziert, ob opulent – immer begeisternd…!

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Mit dem „Emma Ross Duo“ bestritten zum einen die Gewinner des „WildCardContests“…

Das „Jazz and World Meeting Wuppertal 2025“ bot vom 30. Oktober bis 8. November 14 Konzerte an zehn Tagen in sieben Locations. Die veranstaltenden Vereine „openSky e.V.“ und „Multiphonics e.V.“ zeigten sich zufrieden: Zahlreiche Programmpunkte waren ausverkauft. Für das Cronenberg-Gastspiel traf das zwar nicht ganz zu, aber das „Forum“ der Firma KNIPEX zeigte sich am 6. November doch sehr gut gefüllt, als dort einmal mehr die Session-Formation „openSky Hip Fellows“ zu erleben war.

Ein Blick in die Reihen der guten KNIPEX-Stube verriet: Das Cronenberg-Gastspiel zog zahlreiche Freunde der Jazz-Gemeinde im Tal hoch an die Oberkamper Straße. Den Auftakt des Konzertes gestalteten auch heuer die Gewinner des Nachwuchs-Wettbewerbs „WildCardContest“: diesmal das „Emma Ross Duo“. Ein „minimalistischer“ Auftritt: Emma Ross enterte nur mit dem Mikrophon in der Hand die Bühne, daneben ihr Begleiter Gabriel Spindler am Kontrabass. Als die junge Sängerin „solo“ den ersten Ton erklingen ließ, war es wie ein Blitz: Die letzten Gepräche im Publikum verstummten, Emma Ross zog ihre Zuhörenden mit ihrer schönen Stimme vom ersten Takt an in den Bann.

„Emma Ross Duo“ begeistert „minimalistisch“

Während draußen der in der Ferne schlagende KNIPEX-Amboss zu hören war, war das erst seit einem halben Jahr bestehende Duo drinnen im „Forum“ nicht zu schlagen. Obwohl noch sehr jung, obwohl mit nur zwei „Instrumenten“, oder auch gerade deswegen; eine Klasse-Stimme bis in höchste Höhen, ein gekonnter Bass bis in tiefste Tiefen und eine einfach beeindruckend-sympathische Harmonie: Emma Ross und Gabriel Spindler bewiesen, dass „wenig“ ganz viel sein kann. Zurecht wurde dem „Emma Ross Duo“ der von KNIPEX geförderte Contest-Preis zuerkannt, ohne Zugabe entließ das begeisterte Publikum die beiden ebenfalls begeisterten Studierenden nicht von der Bühne…!

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Welch‘ ein Kontrast: Bläser, Keyboard, Schlagzeug, Bass, E-Gitarre, Trompete – die nach der Pause folgenden „openSky Hip Fellows“ fuhren „voll“ auf, die im Zuge der Jazz-Sessions im „Café ADA“ entstandene Formation brannte nach der „spartanischen“ ersten Halbzeit geradezu ein Feuerwerk ab. Ob „Boogie down“, Ballade, ein „verrücktes“ Stück oder auch Solo-Improvisationen – die Rückkehr der „Hip Fellows“ in ihr „Wohnzimmer“ ließ auch diesmal keine Wünsche offen, zumal: Trompeterin Luzie Micha, einzige Jazz-Trompeterin an der Essener Folkwang-Uni, wusste auch als Sängerin sehr zu begeistern…!

…gemeinsam mit den „openSky Hip Fellows“ das Cronenberg-Gastspiel im Rahmen des Wuppertaler Jazz-Festivals 2025. | Fotos: Meinhard Koke

…gemeinsam mit den „openSky Hip Fellows“ das Cronenberg-Gastspiel im Rahmen des Wuppertaler Jazz-Festivals 2025. | Fotos: Meinhard Koke

 

Sie würden „mit dem unbedingten Willen, Spaß zu haben und beim Publikum zu erzeugen“ nach Cronenberg kommen, ließ die Band vorab wissen – Matthias Kurzhals (Saxophon), Markus Wienstroer (Gitarre), Enno Kremser (Bass), Bradley Hamilton (Schlagzeug) sowie ein vor Spielfreude sich fast völlig verausgabender Paco Montenegro (Posaune) und nicht zuletzt „Bandleader“ Ulrich Rasch am Keyboard bereiteten viel Spaß: Auch die „Hip Fellows“ kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne…!

Nach diesem erneut begeisternden Abend gingen nicht wenige Zuhörer gewiss in der Hoffnung in die Stille der Cronenberger Nacht, dass das JazzMeeting auch nächstes Jahr wieder aus dem Tal hoch auf den Berg „wabern“ möge…!
Mehr zum Festival online unter www.opensky-ev.de.