18.03.2026, 19.50 Uhr | Marion Heidenreich | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Südstadt: KNIPEX unterstützt die Nachbarschaftshilfe mit Herz
Initiatorin Tabea Luhmann (re.) und Asal Tayouri, bei der Firma KNIPEX für den Bereich „Soziales Engagement“ zuständig, mit Nachbarschaftshelferin Sigrid Jaenicke (li.) | Foto: Marion Heidenreich
Unkomplizierte Unterstützung im Alltag bietet die „Nachbarschaftshilfe“ der evangelischen Südstadt-Gemeinde seit November vergangenen Jahres. Das Konzept für das ehrenamtliche Angebot hatte die frühere Pfarrerin für Altenheimseelsorge und Hospizarbeit, Tabea Luhmann, in München kennengelernt – in Südstadt-Pfarrerin Dorothee Nüllmeier fand sie eine Unterstützerin für die Idee. Die zeitlich begrenzten Alltagshilfen knüpfen an frühere familiär geprägte Mehrgenerationen-Nachbarschaften an – an gegenseitige Unterstützung, Aufmerksamkeit und Fürsorge. „Die Südstadt ist kein ‚Dorf‘ wie Cronenberg“, weiß Tabea Luhmann: „Es fehlt hier an Einkaufsmöglichkeiten, an Treffpunkten und gemütlichen Cafés – kurz am ‚Wir-Gefühl‘ und leider oft auch an nachbarschaftlicher Sorge.“
KNIPEX-Hilfe ein „Himmelsgeschenk“
Ein „Himmelsgeschenk“ für die Verwirklichung der „Nachbarschaftshilfe“ sei es gewesen, als im Gespräch mit KNIPEX-Chef Ralf Putsch und Mitarbeiterin Asal Tayouri die Nachbarschaftshilfe zur Sprache kam, berichtet Luhmann. Dank der Förderung durch KNIPEX konnte eine Koordinationsstelle geschaffen werden, die für den reibungslosen Ablauf der Initiative sorgt. Getreu dem Motto: „Keiner sollte sich scheuen, um Hilfe zu bitten.“
Kleine Geste, große Wirkung
In der Südstadt leben viele ältere Menschen, die selbstständig bleiben möchten, im Alltag jedoch Unterstützung benötigen. So wie der Senior, den Sigrid Jaenicke zu einer Untersuchung ins Krankenhaus begleitete. Angerufen bei der „Nachbarschaftshilfe“ hatte der weit entfernt lebende Sohn, der sich um den Gesundheitszustand seines Vaters sorgte. Die dringende ärztliche Versorgung hatte der ältere Herr zuvor einmal abgebrochen: „Er war viel zu aufgeregt und durcheinander, da ist er vor einigen Wochen einfach vor dem Arztgespräch wieder gegangen“, erzählte die Ehrenamtliche. Mit ihrer Unterstützung konnte der Senior das Vorgespräch bewältigen und sich im Klinikum anschließend erfolgreich behandeln lassen.
„Ehrenamt bereichert alle“
Wie unkompliziert und schnell Nachbarschaftshilfe geleistet wird, schilderte auch Margret Kolbe: Starker Schneefall und ein grippaler Infekt ließen sie zum Telefon greifen. „Am nächsten Morgen stand pünktlich eine freundliche Dame mit einem Schneeschieber bereit und befreite im Handumdrehen Eingang und Gehweg von Schnee und Eis. Ich habe mich über diese unerwartete Hilfe sehr gefreut.“ In regelmäßigen Supervisionsabenden reflektiert und tauscht sich das geschulte, 15-köpfige Ehrenamtlichen-Team über die Erlebnisse aus, um neue Erfahrungen gemeinsam zu verarbeiten, mit schwierigen Situationen umzugehen sowie Betroffenheit und Hilflosigkeit aushalten zu lernen. In Fortbildungen werden wichtige Themen wie Nähe und Distanz, Demenz, Datenschutz und Kommunikation vertieft.
Hilfeleistung „to go“…
Dabei ist das Angebot „to go“, also nichts Regelmäßiges: „Wir können nicht den wöchentlichen Einkauf übernehmen. Dafür gibt es andere Dienstanbieter“, verdeutlicht Initiatorin Luhmann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die „Nachbarschaftshilfe“ nur eine einmalige Unterstützung ist – Wiederholungen sind möglich. Allerdings sind die Ehrenamtlichen nicht fest an einzelne Personen gebunden. Alle Anfragen werden anonymisiert über eine Chat-Gruppe von der Einsatzleitung weitergegeben: „Wer Zeit und Interesse hat, meldet sich.“ Für andere da zu sein, bereichere auch selbst, unterstreichen die HelferInnen. Neben Arztbesuchen, Schneeschippen oder auch dem Aufhängen von Gardinen bieten die Ehrenamtlichen sogar Kinderbetreuung an – gelebte Nachbarschaft im besten Sinne also…!
Infos & Kontakt
Ellen Mamrot, Einsatzleiterin der „Nachbarschaftshilfe“, ist unter der Telefonnummer 01 52 / 55 918 266 erreichbar. Um weiter zu wachsen und noch mehr kleine Gesten mit großer Wirkung zu ermöglichen, sind weitere Interessierte herzlich willkommen. Besonders über Menschen mit handwerklich-technischem Wissen würde sich das Team freuen.





