16.04.2026, 17.04 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Sonja Opitz: „Kalt-Start“ bei Eisschwimm-WM vierfach veredelt

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Mal wieder auf dem Treppchen: Die gebürtige Cronenbergerin Sonja Opitz (re.) schwamm bei der Eisschwimm-Weltmeisterschaft in Finnland gleich viermal zu Bronze. | Foto: privat

Während die meisten Menschen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt lieber im Warmen bleiben, steigt sie ins eiskalte Wasser – und das mit Erfolg: Sonja Opitz, in Cronenberg aufgewachsen und inzwischen auf der Nordseeinsel Föhr zu Hause, kehrte von der Eisschwimm-Weltmeisterschaft im finnischen Oulu mit vier Bronzemedaillen zurück. Wer dabei an Winterschwimmen im Freibad Neuenhof denkt, irrt gewaltig: Während in der Dorper „Badewanne“ angenehme 29 Grad herrschen, liegt die Wassertemperatur beim Eisschwimmen oft um den Gefrierpunkt…

Kein Schwimmbad – dann eben ins Meer
Zum Eisschwimmen kam die CFG-Abiturientin durch ihren Beruf: Nachdem sie an der Uni Hamburg studiert hatte, zog es die Stadtplanerin nach Föhr. Die Öffnungszeiten des Schwimmbads dort sind stark vom Tourismus abhängig – daher wich die 23-Jährige in die Nordsee aus. Dort traf sie auf eine Gruppe Gleichgesinnter („ICElanders“), mit denen sie fortan regelmäßig trainierte und an Wettkämpfen teilnahm. An die Kälte habe sie sich zunächst gewöhnen müssen, berichtet Sonja Opitz. Vor allem im Winter müsse man konsequent dranbleiben…

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Bronze auch in deutsch-französischer Staffel
In Finnland, dem Mutterland der Eisschwimm-WM, trumpfte Opitz in dem ins Ostsee-Eis geschnittenen Wettkampfbecken groß auf: „Minus 0,5 Grad – das war schon kalt“, blickt sie auf die extremen Bedingungen in der nördlichsten Großstadt der EU zurück. Die kalten Hände waren mit dem Startpfiff jedoch schnell vergessen: In ihrer Altersklasse holte sie dreimal Bronze – über 50 und 100 Meter Freistil sowie über 25 Meter Brust. Als persönliches Highlight nennt Opitz das Superfinale über 50 Meter Brust, in dem die zehn Schnellsten antraten: „Alle Augen sind auf einen gerichtet – auf dem Weg zum Becken, während des Wettkampfs und auch danach“ – eine einzigartige Atmosphäre. Hier schlug sie auf Platz fünf an. Zusätzlich trat sie auch in einer Staffel an: Da diese unabhängig von Nationalitäten gebildet werden, schwamm sie gemeinsam mit drei französischen Athletinnen und Athleten – und holte ihre vierte Bronzemedaille.

Erinnerung an „Cronenberg-Luxus“
Ihre fundierte Schwimmausbildung erhielt Opitz beim SV Bayer Wuppertal. Die Tage im Schwimmsportleistungszentrum an der Küllenhahner Straße hätten sie „total geprägt“, blickt die „winterfeste“ Schwimmerin auf ihre Jugend zurück. Die Trainingsbedingungen in Cronenberg hat Sonja Opitz in bester Erinnerung: Gleich zwei Hallenschwimmbäder – ein Luxus, den sie auf Föhr vermisst. Während des Studiums verlor Opitz dann das Schwimmen zeitweise etwas aus den Augen, inzwischen aber trainiert sie wieder mindestens einmal pro Woche.

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Ziel für den Sommer: Freiwasserschwimmen
Auch wenn sie bei der WM rund 150 Kilometer vom Polarkreis entfernt allein vor Ort war, fieberten Familie und Freunde aus der Heimat natürlich mit – per Livestream… Die Eisschwimmsaison ist nun vorerst beendet, ihr Trainingspensum will Sonja Opitz steigern, wenn die Touristen wieder nach Föhr kommen. Ihr Ziel: Im Sommer möchte sich das Eisschwimm-Ass verstärkt dem Freiwasserschwimmen widmen und auch bei Beckenwettkämpfen starten.

| Elisabeth Kowalski