17.04.2026, 16.22 Uhr | Marion Heidenreich | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Manfred Fischedick: WI-Präsident zu Gast in der Reihe „Portrait“
Martin Probach (li.) und Prof. Dr. Martin Fleuß (re.), die Gastgeber der Reihe „Portrait“, konnten mit Manfred Fischedick den Präsidenten des Wuppertal Instituts im Gemeindehaus Küllenhahn begrüßen. | Foto: Marion Heidenreich
Beim letzten „Portrait“-Abend hatten Martin Probach und Prof. Dr. Martin Fleuß mit Manfred Fischedick den Präsidenten des Wuppertal Instituts im gut gefüllten Gemeindehaus an der Nesselbergstraße zu Gast. Aufgewachsen ist der 1964 geborene „Experte für die Transformation von Energie-, Industrie- und Mobilitätssystemen hin zur Nachhaltigkeit“ im westlichen Münsterland. Nach einer „sehr behüteten“ Kindheit in einem 6.000-Seelen-Ort zog es Manfred Fischedick zum Studium nach Dortmund.
Der dort neu eingerichtete Studiengang Chemie-Technik mit Konzentration auf Umwelt(schutz) klang interessant… Ob „MINT-Schulen heute ausreichen“, die Fächer wieder attraktiv zu gestalten, hakte Martin Fleuß nach. Fischedick attestierte: „Die Studiengänge sind nicht interessant und attraktiv genug, das fängt leider schon in der Schulzeit an.“ Einen naturwissenschaftlichen Studienplatz zu bekommen, sei zwar relativ einfach. Defizite gebe es aber besonders bei Mathe und Physik: „Es fehlt die Lebensnähe“, so Fischedicks Kritik auch am Studium: „Was brauche ich am Ende des Tages davon?“
Nachfolger als WI-Präsident von Ex-OB Schneidewind
An der Universität Stuttgart promovierte Fischedick zum Doktor-Ingenieur. Seit 1993 ist Fischedick als Wissenschaftler in verschiedenen Positionen am Wuppertal Institut tätig. Fischedicks Arbeits- und Forschungsschwerpunkt umfasst die Energiewirtschaft, die nationale und internationale Energie- und Klimapolitik ebenso wie Markteinführungsstrategien, Infrastrukturanalysen oder Technology Forecasting. Ab 2008 war Fischedick zunächst kommissarischer Leiter des Wuppertal Instituts, im gleichen Jahr wurde ihm der Titel eines außerplanmäßigen Professors des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Bergischen Universität verliehen. Im Mai 2020 schließlich übernahm er das Präsidentenamt am Döppersberg, als Nachfolger des zum Wuppertaler Oberbürgermeister gewählten Uwe Schneidewind.
Seine Tätigkeit am Institut bezeichnete Fischedick auf Nachfrage von Martin Probach als „Berufung“. Bereits zweieinhalb Jahre vor dem Ruf hatte er sich am Döppersberg beworben: Ein „unbequemer Geist zu sein“, die Auseinandersetzung mit umweltbezogenen Fragen fand er „spannend und faszinierend“. Fragen zu Nachhaltigkeit, Gender oder anderen heute wichtigen Themen seien damals noch nicht so relevant gewesen, schaute Fischedick zurück. Das Thema Braunkohle etwa sei in völlig umgekehrter Dimension zu heute diskutiert worden. Ein Umdenken habe in den 2000er-Jahren begonnen, seit 2010 sei der Klimawandel im „Mainstream“ angekommen.
Internationales Forschen gegen „Klima-Schlamassel“…
Zu Transformation und Nachhaltigkeit werden am Wuppertal Institut interdisziplinäre Konzepte für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erforscht und entwickelt – in kommunalen, nationalen und internationalen „Settings“. Weltweit wird dabei mit Wissenschaftlern und Forschungseinrichtungen eng zusammengearbeitet – um „den Schlamassel nicht groß werden zu lassen“, wie es Manfred Fischedick zu dem ernsten Hintergrund leger ausdrückte…
Heute Abend: Dezernentin im „Portrait“
Am heutigen Freitagabend ist mit Dr. Sandra Zeh ab 19.30 Uhr die Dezernentin der Stadt Wuppertal für Personal, Digitalisierung und Wirtschaft in der Reihe der Evangelischen Gemeinde Cronenberg-Küllenhahn zu Gast. Martin Probach und Prof. Dr. Martin Fleuß freuen sich auf zahlreiche Interessierte, der Eintritt an der Nesselbergstraße 12 ist frei.





