22.07.2026, 19.06 Uhr   |   Marion Heidenreich   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Ortskernplanung Cronenberg: Stadtrat hat grünes Licht gegeben

Artikelfoto

Beispiel für den Handlungsbedarf in Cronenberg: Weil der Fahrbahnbelag dort so marode ist, gilt auf der Hauptstraße in der Ortsmitte aktuell größtenteils Tempo 30. | Archiv-Foto: Meinhard Koke

Die Ortskernplanung war in der Juni-Sitzung Thema der Cronenberger Bezirksvertretung (BV): Wie berichtet, sind unter anderem der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen, neue Querungshilfen sowie Umgestaltungen von Einmündungsbereichen vorgesehen. Auch soll auf Höhe des Nelle-Hauses einen Trinkbrunnen eingerichtet werden.

Anzeige

Konkret sollen die Einmündungsbereiche Hütterstraße und Kemmannstraße jeweils höhengleich aufgepflastert werden. Auf Höhe der Kreuzung Hauptstraße / Holzschneiderstraße sowie im Bereich des Linksabbiegers zur Kemmannstraße sind neue Querungshilfen geplant. Zwischen dem ehemaligen akzenta-Gebäude und der Grünanlage am Cronenberg-Schleifstein sind beidseitige Gehweg-Aufweitungen vorgesehen. Im Bereich der Querungshilfe hier sollen zusätzlich Grünflächen mit Baumpflanzungen entstehen. Alle Querungshilfen sollen barrierefrei hergestellt werden. Überdies ist geplant, alle drei Bushaltestellen im Ortskern barrierefrei beziehungsweise barrierearm auszubauen. 

BV-Vorschlagsliste geprüft
Seit der ersten Vorstellung der Planungen vor einem Jahr gab es zahlreiche Änderungswünsche und Ideen zur Aufwertung der Hauptstraße. Die Verwaltung legte der BV nun ihre Prüfergebnisse zu der „Wünsch dir was-Ortskernplanung“ (Oliver Wagner, SPD) vor. Quintessenz: Viele der Vorschläge hält sie für nicht umsetzbar – darunter Tempo 30 auf Solinger, Haupt- und Rathausstraße, die Sperrung der Hauptstraße im Ortskern für den Schwerlast-Lkw-Verkehr sowie Schrägparken oder auch eine Poller-Absperrung der Hütter Straße.

Klare Absage an Zebrastreifen
Eine deutliche Absage erteilte Verkehrsdezernent Gunnar Ohrndorf in der BV dem FDP-Antrag, anstelle der geplanten Querungshilfen Zebrastreifen einzurichten. Mit der im letzten Jahr geänderten Straßenverkehrsordnung sind Zebrastreifen mittlerweile zwar auch auf Hauptverkehrsstraßen möglich. Daher wurde in der BV-Sitzung vorgeschlagen, zumindest auf Höhe der Arztpraxen einen solchen Überweg einzurichten. Auch einer Kombination verschiedener Querungshilfen erteilte Dezernent Ohrndorf jedoch eine klare Absage: „Das ist gar nicht zu empfehlen.“

Anzeige

Handlungsbedarf bei der Barrierefreiheit
Bei der Barrierefreiheit besteht noch Nachbesserungsbedarf: Nach einer Ortsbegehung mit der Behindertenbeauftragten Sandra Heinen seien zusätzliche Schwachstellen identifiziert worden, berichtete Christel Longrée, Vertreterin des städtischen Beirats für Menschen mit Behinderungen. Weitere Vorschläge, etwa ortsbildverbessernde Laternen, werden ebenso noch auf Realisierbarkeit geprüft.

Stadtrat hat grünes Licht gegeben
Die Entscheidung über die Sanierung der Hauptstraße stand am 13. Juli auf der Tagesordnung des Stadtrates. Nachdem hier einstimmig grünes Licht gegeben wurde, soll die Ausschreibung noch in diesem Jahr erfolgen. Für das dritte Quartal 2027 peilt die Verwaltung den Start der Umsetzung an. Unter dem Vorbehalt, dass der Haushaltsplan 2026/2027 rechtskräftig wird, stellt die Stadt für die Ortskern-Maßnahme 820.000 Euro zur Verfügung.