29.07.2026, 20.28 Uhr | Marion Heidenreich | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Sandra Zeh: Mit Leidenschaft für Digitalisierung, Handball & Co.
Dr. Sandra Zeh, Wuppertals Dezernentin für Personal, Digitalisierung und Wirtschaft, war in der Reihe „Portrait“ der Evangelischen Gemeinde Cronenberg-Küllenhahn bei Prof. Dr. Martin Fleuß (li.) und Martin Probach zu Gast. | Foto: Marion Heidenreich
Zuletzt begrüßten Prof. Dr. Martin Fleuß und Martin Probach in der Reihe „Portrait“ der Evangelischen Gemeinde Cronenberg-Küllenhahn mit Dr. Sandra Zeh die Wuppertaler Dezernentin für Personal, Digitalisierung und Wirtschaft im Küllenhahner Gemeindehaus. Die 1978 in Duisburg geborene Juristin trägt seit Januar 2024 Verantwortung für die mehr als 7.000 Mitarbeitenden bei der Stadt und ihren Tochterunternehmen. Darüber hinaus umfasst ihr Ressort die IT-Infrastruktur, die digitale Transformation der Stadt sowie den Bereich Smart City oder auch die Wirtschaftsförderung.
Duisburger Kindheit
Aufgewachsen ist Sandra Zeh in einem Mehrgenerationen-Haushalt: In der von Brachflächen umgebenen Siedlung lebten zahlreiche Familien mit vielen Kindern: „Wir sind früher einfach rausgegangen und haben Fußball oder Rollhockey mit Eishockey-Schlägern gespielt.“ In den Ferien versammelte sich die Kinderschar gerne im Wohnzimmer der Familie Zeh, um das Ferienprogramm zu schauen – in schwarz-weiß: „Toll, super, viel besser als ein Farbfernseher.“
Großes Hobby: Handball
Seit ihrem sechsten Lebensjahr spielte Sandra Zeh leistungsorientiert Handball. Mit 41 Jahren wechselte sie vom Spielfeld an den Rand: Bis heute engagiert sie sich als Jugendtrainerin. Den Bergischen HC unterstützt sie regelmäßig bei Heimspielen dabei gehe auch schon einmal das Temperament mit ihr durch, verriet sie schmunzelnd. Martin Probach nutzte die Gelegenheit, um nach dem Stand der geplanten Mehrfunktionshalle zu fragen. Sandra Zeh versprach: „Wir arbeiten fleißig daran.“ Zur Bedeutung des Vereinssports für junge Menschen bezog die zweifache Mutter klar Stellung: Vereine seien wichtige Orte, an denen Kinder und Jugendliche soziale Kompetenzen entwickeln könnten. Gemeinsam würden Erfolge gefeiert und Niederlagen verarbeitet – trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten, Interessen und Meinungen…
Gerechtigkeitssinn & Hollywood
Warum sie sich für ein Jurastudium entschied, wollte Martin Fleuß wissen. „Ursprünglich ging es mir um Gerechtigkeit“, erklärte die Juristin, die sich 2005 als Rechtsanwältin niederließ. Begeistert hätten sie amerikanische Gerichtsfilme mit deren leidenschaftlichen Plädoyers. Mit der Zeit habe sie jedoch erkannt, dass das persönliches Rechtsempfinden nicht immer mit der Justiz übereinstimme – und die Realität wenig mit Hollywood gemein habe…
Nach ihrer Zulassung als Rechtsanwältin wurde Zeh zwei Jahre später Fachanwältin für Arbeitsrecht, 2009 promovierte sie in Beamten- und Arbeitsrecht. Während ihrer Promotion begann sie als Trainee bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg – aus ursprünglich geplanten drei Monaten wurden 14 Jahre, zuletzt als Geschäftsführerin der Duisburg GmbH. Weitere leitende Tätigkeiten bei der Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH sowie der Johanniter GmbH folgten. Zugleich blieb die auch als Mediatorin ausgebildete Juristin stets als Syndikusrechtsanwältin tätig. Zusätzlich engagiert sie sich als ehrenamtliche Richterin in der Arbeitsgerichtsbarkeit.
Digitalisierung & Potenziale
Von Wuppertals Digitalisierungs-Dezernentin wollte Martin Fleuß wissen: „Welche Dienstleistungen kann der Bürger denn bereits digital nutzen?“ Mit der Wuppertal-App und dem Service-Portal seien viele Behördengänge bereits überflüssig geworden, erläuterte Sandra Zeh: vorausgesetzt, man besitzt eine BundID, einen digitalen Personalausweis. Die App sei benutzerfreundlich und „total schön strukturiert“.
Martin Probach erkundigte sich nach der Rolle der Stadt in Wirtschaftsfragen und der Zusammenarbeit im Bergischen. Hier deutete die Wirtschaftsdezernentin Umgestaltungen in Verwaltungsabläufen an: abgestimmtes Agieren, Bündelung von Aufgaben sowie Vernetzung unterschiedlicher Fachlichkeiten. Als wichtige Stadtentwicklungspotenziale benannte Zeh die BUGA und eine Olympia-Beteiligung Wuppertals.
Die Familie als Ausgleich
„Immer das Glück gehabt, Dinge zu machen, die Spaß machen“, das ist Sandra Zehs Antrieb zur Gestaltung, Veränderung und Optimierung – und „gemeinsam Wuppertals Zukunft zu schaffen“. Abschalten am freien Wochenende startet für Sandra Zeh beim Joggen im Wald, um dann gemeinsam mit der Familie zu frühstücken. Danach geht es oft in die Sporthalle – zu den Handballspielen der Kinder. Und auch der Nachmittag steht im Zeichen der Familie – etwa bei Gesellschaftsspielen mit der 99-jährigen Oma…





