19.08.2026, 19.14 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wupperverband: Juli sorgt für Trockenheits-Rekord in Buchenhofen

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Die von der Berger-Gruppe im Zuge der Wupper-Renaturierung künstlich angelegte Insel „Berger Island“. Nach der langen Trockenheit des Sommers war das künstlich geschaffene Eiland zuletzt nur noch eine Halbinsel – und trockenen Fußes erreichbar… | Foto: Meinhard Koke

Der vergangene Monat Juli geht als außergewöhnlicher Trockenmonat in die Messgeschichte ein: Seit Beginn der Aufzeichnungen hat der Wupperverband an keiner seiner Messstationen jemals einen trockeneren Juli registriert. Besonders deutlich zeigt sich die extreme Trockenheit im CW-Land: An der Messstation Buchenhofen fielen im gesamten Juli gerade einmal zehn Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind noch nicht einmal 15 Prozent der üblichen Menge, normal im Juli wären bei uns durchschnittlich 78 Liter.

Damit war es in Buchenhofen trockener als an den anderen Stationen: an der Messstation Solingen-Burg wurden 19 Liter und an der Bever-Talsperre zwölf Liter gemessen, in Lindscheid (Große Dhünn-Talsperre) gab es 24 Liter Niederschlag. Auch alle diese Werte liegen weit unter den jeweiligen langjährigen Juli-Mitteln. Die Dimension des aktuellen Trockenheitsrekords wird deutlich, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel an der Bever-Talsperre bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts Niederschlag aufgezeichnet wird. In Buchenhofen wird derweil seit 1961 gemessen. An allen vier Stationen war bislang kein Juli trockener als der in diesem Jahr.

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Wenig Regen, viel Sonne verschärft die Dürre
Auch innerhalb des Monats fiel der Regen in Buchenhofen äußerst spärlich. Der niederschlagsreichste Tag war der 25. Juli mit gerade einmal acht Litern pro Quadratmeter. Am meisten Regen im gesamten Wupperverbandsgebiet wurde im Juli an der Messstation Schwelm mit 29 Litern registriert. In Leverkusen waren es sogar nur sieben Liter. Zum historischen Niederschlagsdefizit kam eine außergewöhnlich hohe Zahl an Sonnenstunden. Diese sorgte für eine hohe Verdunstung und verschärfte die ohnehin extreme Trockenheit. Der Deutsche Wetterdienst registrierte in Nordrhein-Westfalen im Juli 262 Sonnenstunden – das Juli-Mittel liegt bei 187 Stunden.

Talsperren müssen Wasser sparen
Die Folgen: Bäche und Flüsse führen wenig Wasser, kleinere Gewässer sind teilweise vollständig ausgetrocknet. Wupper und Dhünn erhalten Unterstützung aus den Talsperren: Der Wupperverband gibt Wasser aus den Talsperren ab und sorgt damit dafür, dass die Flüsse trotz der Dürre ausreichend Wasser führen und die Lebensräume empfindlicher Arten, darunter Lachslaichgewässer, nicht bedroht werden. Wegen der sinkenden Füllstände der Talsperren hat der Wupperverband die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre an die Wupper und aus der Großen Dhünn-Talsperre an die Dhünn bereits maßvoll reduziert.

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So soll der Wasservorrat für möglicherweise weitere trockene Monate geschont werden. Bis Ende Juli wurde die Wupper dennoch an 111 Tagen mit insgesamt 29 Millionen Kubikmetern Wasser aus den oberbergischen Talsperren unterstützt. Laut Wupperverband entspricht das mehr als dem Fassungsvermögen der Wupper-Talsperre. Sowohl bei Dürre als auch bei Hochwasser: Die Wasserwirtschaft, also die flexible Steuerung der Talsperren, wird als wichtiger Bestandteil der Anpassung an den Klimawandel gesehen. Zugleich ist auch die Bevölkerung gefordert: Der Wupperverband bittet darum, insbesondere in der aktuellen Dürrephase sorgsam mit Wasser umzugehen. Mehr Infos zum Wupperverband online via wupperverband.de.