Rainer Schmücker (li.) führte die Interessierten am „Tag des offenen Denkmals“ durch die Johanneskirche am Friedenshain. | Foto: Matthias Müller
Seit 2004 steht die Johanneskirche in der Denkmalliste der Stadt Wuppertal und damit unter Denkmalschutz. Somit lohnte sich auch am Tag des offenen Denkmals ein Besuch der evangelischen Kirche im Von-der-Heydt-Park.
Nach dem Krieg als „Notkirche“ erbaut
Wie Kirchenführer Rainer Schmücker erklärte, wurde die Johanneskirche in den Jahren 1948/49 in nur acht Monaten Bauzeit nach den Plänen des Architekten Otto Bartning (1883–1959) als sogenannte „Notkirche“ errichtet. Der Bauplatz kam durch einen Tausch mit der Stadt Wuppertal zustande. Das Kirchen-Gebäude wurde aus Holzfertigteilen in Skelettbauweise errichtet. Das Holz stammte aus dem Schwarzwald. Die Mauersteine wurden aus Trümmern gewonnen – ein Detail, das dem Gebäude zusätzlich besonderen Charakter verleiht.
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Gestalt aus Kraft der Not
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen verheerenden Zerstörungen gehörte die Johanneskirche zu einem Aufbauprogramm, in dessen Rahmen bundesweit insgesamt 43 Kirchen ähnlicher Bauart entstanden. Architekt Bartning, der auch am Bauhaus in Weimar tätig war, verstand es, die Notkirchen nicht als bloßen Notbehelf zu gestalten. Vielmehr wollte er die schwierige Zeit in einer zurückhaltenden, minimalistischen Architektur zum Ausdruck bringen – als eine „Gestalt aus der Kraft der Not“. Selbst die Beleuchtung im Bauhausstil stammt aus den 1940er-Jahren und ist ebenfalls Teil des Denkmalschutes.
Apokalypse in Buntglas
Die Buntglasfenster von Heinrich Wilhelm Brand wurden 1963 mit finanziellen Mitteln eines Stifters eingebaut. Sie ersetzten die ursprüngliche farblose Strukturverglasung und stellen die Apokalypse sowie verschiedene Themen des Johannes-Evangeliums dar. 1967 wurde ein Gemeindezentrum angebaut und der Kirchenraum umgestaltet. Die erste Orgel wurde bereits 1951 eingebaut, die zweite folgte 1971.
Die zurückhaltende Architektur ist bis heute prägend und macht die Johanneskirche zu einem bemerkenswerten Wuppertaler Zeugnis der Nachkriegszeit. Mehr zu dem Kirchen-Denkmal ist auf der Online-Seite der evangelischen Südstadt-Gemeinde unter www.suedstadtweb.de zu erfahren.