06.10.2016, 16.45 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Seilbahn-Bürgergutachten: „Das kann ich jedem nur empfehlen“

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Ein Wuppertaler Bürgergutachter-Pionier: Der Küllenhahner Jens Thelen war bei den Beratungen zur Seilbahn dabei.

„Das waren vier Tage voller Arbeit, die müde, aber auch viel Spaß gemacht haben“, so lautet das Fazit von Jens Thelen. Der Küllenhahner zählte zu den 47 Wuppertalern, die sich vom 21. bis 24. September 2016 in zwei Gruppen als Bürgergutachter mit dem Thema Seilbahn auseinandersetzten (die CW berichtete). Nach den vier je neunstündigen Arbeitstagen zeigt sich auch der 51-Jährige gegenüber der CW begeistert: Ob das Bürgerbeteiligungsmodell „Planungszelle“, die Durchführung durch das Berliner Institut „nexus“, die Information durch Experten beziehungsweise Beteiligte und Betroffene oder auch die Zusammenarbeit der 47 Bürgergutachter – „ich bin absolut begeistert.“

„Ehre, beim ersten Wuppertaler Bürgergutachten dabei zu sein“

Als er als einer von 1.000 repräsentativ ausgewählten Wuppertalern die Einladung zum Mitmachen erhielt, war es für Jens Thelen keine Frage: Es sei für ihn eine Ehre gewesen, am ersten Bürgergutachten in Wuppertal mitzuarbeiten. Zudem, sagt Jens Thelen, habe er es als Freude, aber auch Herausforderung angesehen, das so kontrovers diskutierte Thema Seilbahn mit begutachten zu dürfen. In die vier Tage als Bürgergutachter ging der Küllenhahner als uneingeschränkter Seilbahn-Befürworter.

Und wie sieht das nun aus? Er sei weiter dafür, „allerdings hat mich auch manches nachdenklich werden lassen“. Beispiel: Was würde der Bau der Bergstation mit Parkhaus am Busbahnhof Schulzentrum Süd für den Ortsteil Küllenhahn bedeuten? Welche Folgen für den Verkehr im Ortsteil hätte es, wenn dann dort auch noch eine Fernbus-Haltestelle eingerichtet wird? Das sind Fragen, auf die Jens Thelen auch nach den vier Tagen noch keine Antwort geben kann.

Bürgergutachter-Votum hat in seiner Deutlichkeit überrascht

Auch viele weitere Fragen seien noch offen, aber sie alle zu klären, darum sei es ja auch nicht gegangen. Vielmehr, so betont Jens Thelen, sollten die Bürgergutachter ja nur ein Votum dazu abgeben, ob die Seilbahn-Idee ernsthaft und konkret geprüft werden sollte. Dass sich mit 37 von 47 Bürgergutachtern eine deutliche 4:1-Mehrheit dafür fand, hat auch Jens Thelen überrascht. Zumal die Wuppertaler ja eher als Bedenkenträger bekannt seien und die Gutachterschar eine bunte Gruppe von jung bis alt und aus allen Stadtteilen gewesen sei.

Allerdings, so schwärmt der 51-jährige Freiberufler geradezu, habe man einen umfassenden Einblick erhalten („Ich glaube, wir sind nun besser informiert als jeder Politiker“), sei die Durchführung und Moderation „sehr professionell und souverän“ gewesen und hätten die Bürgergutachter konzentriert zusammengearbeitet. Vor den vier Tagen habe er befürchtet, dass Befürworter und Gegner in den Gruppen aufeinander losgehen würden – nichts davon: „Die Arbeit lief absolut konstruktiv und harmonisch ab“, berichtet Jens Thelen: „Vieles wurde sehr genau und kritisch hinterfragt, Schlagabtausche gab es nicht.“

Am Ball bleiben: Seilbahn ist zum „eigenen Projekt“ geworden

Jens Thelen ist ein Befürworter der Seilbahn geblieben und zudem ein „Fan“ des Bürgerbeteiligungsmodells Planungszelle geworden. Das vor rund 40 Jahren in Wuppertal entwickelte, aber hier nie angewendete Bürgerbeteiligungsmodell sei ein „tolles Instrument“: „Das war eine gelungene Veranstaltung – ich möchte jedem die Teilnahme empfehlen, wenn er die Chance dazu hat“, sagt der Wuppertaler Bürgergutachter der ersten Stunde.

Jens Thelen will weiter am Seilbahn-Ball bleiben und aufmerksam verfolgen, wie Planer und Politik mit dem Projekt und den Handlungsempfehlungen der Bürgergutachter umgehen. Der Küllenhahner identifiziert sich mit seiner Gutachter-Tätigkeit – es scheint so, als wäre die Seilbahn-Idee ein bisschen auch zum eigenen Projekt geworden…

Übergabe des Bürgergutachtens am 4. November

Das Seilbahn-Gutachten wird nun in den nächsten Wochen in Abstimmung mit den Teilnehmern durch das Büro „nexus“ formuliert. Am 4. November soll es Oberbürgermeister Andreas Mucke überreicht werden, am 19. Dezember wird sich der Rat der Stadt damit befassen. Ihm obliegt es, die politische Grundsatzentscheidung für oder gegen die Seilbahn zu fassen – nach dem deutlichen Votum der Bürgergutachter dürfte es keinen Zweifel daran geben, dass der Rat grünes Licht für die nächste Seilbahn-Etappe gibt… Mehr Infos zur Seilbahn-Idee gibt es hier: www.seilbahn2025.de.

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