10.04.2011, 11.46 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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SPD: Herberts-Medaille für zwei „Brücken-Bauer“

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Nicht zuletzt ob der knappen Finanzen wird immer wieder über eine Zusammenarbeit der Städte im Bergischen Städtedreieck gesprochen. Die beiden Männer, die Sonntagvormittag mit der Hermann-Herberts-Medaille der SPD Cronenberg ausgezeichnet wurden, sind diesen Diskussionen voraus – sie haben die Zusammenarbeit praktiziert!

Der Wuppertaler Kohlfurther Matthias Marsch und der Solinger Kohlfurther Wolfgang Wandel haben 2005 die „Bürgerinitiative Kohlfurther Brücke“ (BIKB) gegründet und damit das geschafft, was kaum möglich schien: eine Sanierung des Kohlfurther Brücken-Denkmals, das wegen mangelhafter Verkehrssicherheit über Nacht gesperrt worden war. Aber nicht nur das: Wandel und Marsch gewannen Sponsoren für eine Beleuchtung der neuen Brücke sowie Grünanlagen an beiden Seiten der Brücke – die Kohlfurther Brücke ist heute mehr denn je ein Schmuckstück!

„Matthias Marsch und Wolfgang Wandel haben mit unermüdlichen Einsatz bewiesen, dass es möglich ist, ein Bau-Denkmal, welches verloren schien, der Öffentlichkeit zu erhalten“, wurdigte Cronenbergs SPD-Chefin Ulla Abé den jahrelangen Einsatz der beiden Brücken-Retter: „Ihnen ist es zu verdanken, dass die Städte Solingen und Wuppertal in der Kohlfurth weiterhin verbunden sind und die Region um eine Attraktion reicher ist.“

SPD-Landtagsabgeordneter Josef Neumann bezeichnete es in seiner Laudatio auf die beiden Preisträger als „ein Armutszeugnis“, wenn das Kohlfurther Brücken-Denkmal abgerissen und duch eine einfache Holz-Konstruktion ersetzt worden wäre. Das hatten der Landesbetrieb Straßen NRW als Eigentümer und die beiden Anrainerstädte Solingen und Wuppertal ob der horrenden Sanierungskosten zunächst angedacht: „Die Konstruktion hat zwei Weltkriege und vier politische Systeme überdauert“, sagte Neumann weiter: „Und da wäre sie fast der Bürokratie und der Kassenlage zum Opfer gefallen.“

Der SPD-Landtagsabgeordnete würdigte das „hartnäckige“ Engagement der Bürgerinitiative: „Mutige und engagierte Frauen und Männer sammelten 8.415 Unterschriften, organisierten Treffen mit Entscheidungsträgern und festigten den Erhatungswillen in der breiten Öffentlichkeit.“ Dieser Initiative sei es zu verdanken, dass die Brücke über die Wupper nicht (sprichwörtlich) über die Wupper gegangen sei; Neumann: „Was die Bürgerinitiative auf den Weg gebracht hat, ist beachtlich. Es mussten schließlich 1,6 Millionen Euro Sanierungsmittel aufgebracht werden.“

Dass dies gelang, dass die Städte Solingen und Wuppertal in der Kohlfurth wieder verbunden sind, sei namentlich Matthias Marsch und Wolfgang Wandel zu verdanken: „Sie haben zuerst Brücken in den Köpfen der Menschen gebaut“, sagte Josef Neumann an die Adresse der beiden BIKB-Begründer: „Dies hat positive Spuren weit über das eigentliche Ziel des Brücken-Erhalts hinterlassen.“

Damit lag Josef Neumann auch in ganz persönlicher Hinsicht richtig: Über das Engagement zur Rettung der Kohlfurther Brücke sind der Wuppertaler Matthias Marsch und der Solinger Wolfgang Wandel zu Freunden geworden – also auch ein ganz privater (Bergischer) Brückenschlag!

Mehr dazu auch in unserem Bericht „SPD-Medaille für Brücken-Retter“ und in der nächsten CW!

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