17.07.2011, 15.07 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

0 Kommentare

Idyllischer Gottesdienst trotzte Regenwolken

Artikelfoto

Trotz dunkler Wolken: Zahlreiche Besucher kamen am 17. Juli 2011 zum "Gottesdienst im Grünen" der Ev. Gemeinde Küllenhahn auf die "Hasenwiese" im Burgholz.

Trotz dunkler Wolken: Zahlreiche Besucher kamen am 17. Juli 2011 zum "Gottesdienst im Grünen" der Ev. Gemeinde Küllenhahn auf die "Hasenwiese" im Burgholz.

Wolken zogen drohend über den Küllenhahn, doch mit Gottvertrauen bauten die Ehrenamtlichen der evangelischen Gemeinde den Altar sowie die Stühle und Bänke für den „Wald-Gottesdienst“ auf, während sich der Posaunenchor Cronenberg unter einem Pavillon „einrichtete“. Ihre Zuversicht wurde belohnt: Der besondere Gottesdienst auf der idyllischen „Hasenwiese“ bekam nur kurz ein paar Tröpfchen „von oben“ ab, ansonsten aber konnten die Regenschirme – auch der hinter der Kirchenflagge für den Pfarrer versteckte – geschlossen bleiben, zum Schluss blickte sogar die Sonne durch eine Wolkenlücke auf die versammelte Gemeinde.

In Vertretung von Pfarrerin Dr. Sylvia Hartmann leitete ihr Vorgänger, Pfarrer i.R. Horst Jedan, den „Gottesdienst im Grünen“. In einer kraftvollen Predigt erinnerte der ehemalige Küllenhahner Pastor daran, dass man den Gottesdienst früher stets an der Kaisereiche gefeiert habe. Von dem Küllenhahner Baum-Denkmal, in Gedenken an die Reichsgründung 1871 gepflanzt, schlug Jedan einen Bogen zur deutschen Wiedervereinigung vor rund 20 Jahren: Diese sei ein „Gottes-Geschenk“, an das nach rund 40 Jahren deutscher Teilung kaum jemand mehr geglaubt habe. Dass (noch) kein Denkmal in Erinnerung an „die Wende“ errichtet worden sei, bezeichnete Horst Jedan als Ausdruck für die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft.

Im Gegensatz dazu sei die „Kaisereiche“ Symbol für feste Verwurzelung, für Schutz und Geborgenheit (unter dem Laubdach), für festen Halt. „Stehen wir in gesundem Erdreich?“, fragte Pfarrer Jedan, „haben wir die rechte Tiefe oder sind wir haltlos?“ Seine Antwort: Die Gesellschaft heute sei unstet, viele Menschen wurzellos, Traditionen seien vielfach abhanden gekommen. Daher der abschließende Appell des Pfarrers im Ruhestand, sich in einer rastlosen Zeit wieder die Zeit für Gott, das Studium der Bibel, die Gemeinde zu nehmen: Der Glaube sei „der Grund, in dem wir gründen“ – „das gibt Halt“, so Horst Jedan.

Den Artikel teilen:

Lesermeinungen zu diesem Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Veröffentlichte Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bitte achten Sie bei Ihrer Meinungsäußerung unbedingt auf einen respektvollen Umgang anderen gegenüber. Beleidigungen, werbliche Einträge sowie Kommentare ohne Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht.