28.07.2011, 11.15 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Grundschule Küllenhahn: Täglich Pool – „das war cool!“

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Die Poolklasse vom Küllenhahn mit Oberbürgermeister Peter Jung (hi.)

Eigentlich geht Peter Jung früh morgens gerne „Power-Walken“, bevor er zum Dienst ins Rathaus „einrückt“. Am 8. Juli war das zumindest zum Teil anders: Ob er zuvor über den Küllenhahn „walkte“, ist nicht bekannt, allerdings schaute Jung um 7.30 Uhr im Schwimmsport-Leistungszentrum (SSLZ) vorbei. Nicht aber, um zu schwimmen; der Oberbürgermeister machte am frühen Freitagmorgen vielmehr der Pool-Klasse der Grundschule Küllenhahn seine Aufwartung.

Der Grund: Nach vier Jahren wechseln die Schüler der Pool-Klasse nicht nur zum neuen Schuljahr auf weiterführende Schulen, damit endet auch ein einzigartiges Projekt in der Wuppertaler Grundschul-Landschaft, für das OB Peter Jung zum Start vor vier Jahren die Patenschaft übernommen hatte.

Unter der Überschrift „Täglich im Pool ist cool“ stand für die „Pool-Schüler“ an jedem Tag sozusagen ein „Vorsitzen“ auf dem Stundenplan: Vor Beginn des Unterrichts ging es morgens zu einer Schwimmstunde in das benachbarte Schwimm-Leistungszentrum. Eine der Besonderheiten des Projekts: Die Kinder der Pool-Klasse von Lehrerin Regina Runte standen allesamt freiwillig für den „Frühsport“ eine Stunde eher auf. Nicht nur das: Vor Start des zumindest in Wuppertal einmaligen Angebotes musste sogar gelost werden – 50 Anmeldungen für die Pool-Klasse, blickt Sportlehrerin Gisela Ackermann zurück, gab es, nur 30 Kinder konnten aufgenommen werden.

Das Fazit kurz vor dem letzten Anschlag am 8. Juli fiel rundum positiv aus: „Das war ein großartiges Projekt“, zollte OB Peter Jung am Beckenrand dem Engagement der Schule, der Eltern sowie von Sportlehrerin Gisela Ackermann und Ex-SSLZ-Leiter Ralf Beckmann seinen „Riesen-Dank“: „Dass alle durchgezogen haben, noch dazu freiwillig, spricht für die Qualität der Kinder und der Schule.“ Besonders würdigte Pool-Klasse-Pate Peter Jung das Engagement von Lehrerin Gisela Ackermann: Rund 700 (Über-)Stunden hatte die Sportlehrerin in das Schwimm-Angebot investiert – ehrenamtlich und ohne Bezahlung, wohlgemerkt! Jung dazu: „Das ist einzigartig!“

Schwimm-Ikone Ralf Beckmann, der die Pool-Klasse bis zu seinem Ausscheiden aus dem Stadt-Dienst im April 2010 schwimmsportlich betreute, merkte an, dass ein solches Projekt nur realisierbar sei, wenn ein Schwimmbad in direkter Nachbarschaft liege. Die Küllenhahner Grundschule habe jedoch die Chance ergriffen und bei ihm offene Türen eingerannt. Ergebnis aus der Sicht des ehemaligen deutschen Schwimm-Bundestrainers: Die Pool-Klasse könne es locker mit Vereinsmannschaften aufnehmen, sie habe Wettkampfniveau; Beckmann: „Das ist wohl die gesündeste Abschlussklasse Wuppertals.“

Bedauerlich ist indes, dass die Zukunft des Projekts in den Sternen steht: Mit dem kommenden Ausscheiden von „Pool-Klasse-Mutter“ Gisela Ackermann aus dem Schuldienst legt das Angebot zumindest eine einjährige Pause ein. Und ob sie „als Ersatz“ eine neue Sportlehrerin, noch dazu mit einem derartigen ehrenamtlichen Engagement für ihre Schule gewinnen kann, betrachtet Schulleiterin Eva Hannert-Himmen eher skeptisch. Schade, die Grundschul-Kinder von der Küllenhahner Straße fänden das bestimmt „cool“!

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