15.01.2012, 14.54 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

0 Kommentare

Vom Freibad Neuenhof nach London

Artikelfoto

Auch im Freibad Neuenhof drückt man Tanja Groepper ganz fest die Daumen: SV Neuenhof-Vize Frank Vogeler mit der deutschen Paralympics-Hoffnung und ihrem Trainer Horst Danzeglocke (re.).

Der Gruß „Frohes neues Jahr“ hatte in den Ohren von Tanja Gröpper sicherlich einen ganz besonderen Klang: Falls der 35-Jährigen nämlich weiterhin ein frohes 2012 beschieden sein sollte, dann dürfte das auch viele Sport-Fans im Lande froh machen – Tanja Gröpper zählt zu den deutschen Medaillen-Hoffnungen bei den Paralympics in London. Über 50 Meter Freistil wird die Düsseldorferin Ende August an der Themse an den Start gehen; damit sie mit einer Medaille zurückkehrt, verbringt Tanja Gröpper so manchen Feierabend auf den Südhöhen: Unter den „Fittichen“ von Horst Danzeglocke trainiert die Paralympics-Hoffnung neben der Schwimmoper auch im Schwimmsport-Leistungszentrum (SSLZ) sowie im Freibad Neuenhof.

Wie die CW bereits berichtete, leitet der ehemalige Schützling des legendären Wuppertaler „Schwimmpastes“ Heinz Hoffmann und Leistungsschwimmer Danzeglocke nicht nur ein integratives Schulsport-Projekt in Velbert, für das er erst im Herbst vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Volksbanken Raiffeisenbanken mit einem „Stern des Sports“ in Bronze geehrt wurde (die CW berichtete). Im Behinderten-Schwimmsport hat sich Horst Danzeglocke auch als Trainer des NRW-Kaders einen Namen gemacht.

Neben dem Nachwuchs betreut der Wuppertaler Schwimmtrainer auch zahlreiche Masters-Schwimmer sowie Triathleten – ob behindert oder nicht behindert. Bis zu viermal in der Woche steht Horst Danzeglocke zudem als persönlicher Trainer von Tanja Gröppert am Beckenrand. Die ehemalige Leistungsschwimmerin fand erst durch einen schweren Unfall zurück zum Schwimmem: Vor sieben Jahren erlitt die damalige Stewardess bei einem Treppensturz eine Querschnittslähmung. Schnell stand für die Düsseldorferin fest, dass sie sich nicht ihrem Schicksal ergeben wollte.

„Fang doch wieder mit dem Schwimmen an“, riet der Freund und eigentlich nur aus Jux, erzählt Tanja Gröpper, stoppte er ihre geschwommene Zeit. Überraschung: „Die war gar nicht schlecht“, erinnert sich Tanja Gröpper – damit war ihr „Comeback“ im Wasser perfekt. Vor dreieinhalb Jahren war das, bereits nach rund einem Jahr hatte sich die heute 35-Jährige in den Nationalmannschaftskader geschwommen. Nach zwei vierten Plätzen bei der WM und zweimal EM-Bronze feierte Tanja Gröpper, 2009 als NRW-Behindertensportlerin des Jahres mit dem „Felix-Award“ ausgezeichnet, im letzten Herbst ihren bislang größten Erfolg: Bei der EM in Berlin schlug sie über ihre Paradedistanz 50 Meter Freistil als Zweite an.

Dass sie bei dem Silber-Gewinn nur drei Hundertstel hinter ihrer englischen Top-Konkurrentin anschlug, die sie selbst als „eigentlich unschlagbar“ einstuft, lässt Tanja Gröpper hoffnungsvoll auf London schauen: „Eine Medaille wäre sehr schön“, blickt die heutige Mitarbeiterin des Statistischen Bundesamtes in Bonn auf ihr Rennen des Jahres, zumal die Schwimmarena mit 17.500 Zuschauern ausverkauft sein wird: „Das wird eine ganz neue Herausforderung werden“, weiß Tanja Gröpper: „Aber ich kann mich auf den Punkt fokussieren – ich bin ein absoluter Wettkampf-Typ.“

Wünschen wir Tanja Gröpper und ihrem Trainer Horst Danzeglocke also ganz besonders ein glückliches neues Jahr, dann können wir uns im Spätsommer vielleicht auch ein bisschen über paralympisches Edelmetall freuen…Mehr Infos zu Tanja Gröpper unter www.tanja-groepper.de.

 

Den Artikel teilen:

Lesermeinungen zu diesem Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Veröffentlichte Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bitte achten Sie bei Ihrer Meinungsäußerung unbedingt auf einen respektvollen Umgang anderen gegenüber. Beleidigungen, werbliche Einträge sowie Kommentare ohne Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht.