28.01.2012, 11.53 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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24-Stunden-Schwimmen: „Das Gehirn war abgeschaltet…“

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Kostete das diesjährige 24-Stunden-Schwimmen voll aus: Marco Schlienkamp war 18 Stunden im Wasser und errang den Marathon-Pokal für die meisten Schwimm-Kilometer.

24 Stunden, einmal rund um die Uhr, konnten Schwimmer an vergangenen Wochenende im Schwimmsport-Leistungszentrum (SSLZ) verbringen. Einer nutzte das kräftig aus: Marco Schlienkamp brachte bei der 27. Auflage des 24-Stunden-Schwimmens insgesamt 18 Stunden im Becken des Schwimmsport-Leistungszentrums (SSLZ) zu.

Am Ende stieg der Berghausener nicht nur mit „Schrumpelhaut“ („Die war aber nach einer halben Stunden wieder weg“) und tiefen Ringen um die Augen durch die Schwimmbrille aus dem Wasser. Marco Schlienkamp kehrte auch mit einem Pokal zurück zu Ehefrau und Tochter: Für 45 Kilometer und damit der längsten Schwimmstrecke eines männlichen Teilnehmers wurde der 36-Jährige mit dem „Marathon-Pokal“ ausgezeichnet.

Beim Treffen mit der CW hatte Marco Schlienkamp die Energieleistung längst wieder „verdaut“, zumal ihm sein Chef den Montag freigegeben hatte. Sonntagmittag sah das aber noch anders aus: Als er am frühen Nachmittag in die heimische Wohnung zurückgekehrt war, übermannte den 36-Jährigen große Müdigkeit – „meine Frau hat mich noch zum Abendessen geweckt, dann habe ich weiter geschlafen“.

Die große Müdigkeit, gepaart mit „sehr viel Muskelkater“, kam nicht von ungefähr: Zwar war Marco Schlienkamp bis 1994 Leistungsschwimmer, auf seinem Erfolgskonto steht sogar ein 4. Platz über 200 Meter Brust bei den Deutschen Meisterschaften; seit dem hat der 36-Jährige aber die Badehose an den Nagel gehängt und steigt höchstens noch mit seiner vierjährigen Tochter ins Baby-Planschbecken.

Abgesehen vom 24-Stunden-Schwimmen: Die Teilnahme ist ein Muss für Marco Schlienkamp – sich jeweils zu steigern sein Ehrgeiz. Und diesem wird er gerecht: 13 Kilometer standen bei der Erstteilnahme zu Buche, im vergangenen Jahr schaffte er 42,5 Kilometer, in diesem Jahr wollte Marco Schlienkamp drei Zählkarten voll machen, und das hieß 45 Kilometer zu schwimmen. Das Ziel erreichte der Dörper „Marathonschwimmer“ in drei Etappen: Eine halbe Stunde Pause gab’s für Banane und Tee, die zweite fiel mit zwei Stunden Schlaf daheim schon etwas komfortabler aus.

Und das war offensichtlich auch nötig: Benötigte Marco Schlienkamp für die ersten 15 Kilometer noch 5,5 Stunden, so brauchte er für das letzte Drittel schon rund sieben Stunden: „Die letzten drei Stunden hat sich das Gehirn abgeschaltet“, erzählt Marco Schlienkamp: „Da habe ich nur noch gedacht: Schwimmen, schwimmen, schwimmen…“

Übrigens: Beim Foto-Termin mit der CW waren nicht nur der Muskelkater und Müdigkeit passé, auch das Gehirn hatte Marco Schlienkamp längst wieder eingeschaltet – „Schwimmen, schwimmen, schwimmen…“ ist ja auch erst wieder in einem Jahr an der Reihe…

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