26.06.2012, 12.44 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kinderhospiz: Jetzt geht’s Schlag auf Schlag!

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Das Kinderhospiz Burgholz soll ein Haus für das gesamte Bergische Land und darüber hinaus werden. Am bergischen Drei-Städtedreieck, dem "Haus Müngsten" im Schatten der Müngstener Brücke, stellte die Kinderhospiz-Stiftung das Konzept für das Kinderhospiz an der Kaisereiche vor.

Susanne Bossy brachte es auf dem Punkt: Es habe lange gedauert, so die Caritas-Pressesprecherin, aber jetzt gehe es endlich los: Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben die Kinderhospiz-Stiftung Burgholz sowie Vertreter der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal am heutigen Dienstag, 26. Juni 2012, bekannt, dass im Spätherbst 2012 der erste Spatenstich für das Haus an der Kaisereiche gesetzt werden soll.

Nachdem die Stiftung im Februar des Jahres die selbst gesetzte Schallmauer von 80 Prozent der auf 4,5 Millionen Euro veranschlagten Baukosten eingeworben hatte, soll es jetzt Schlag auf Schlag gehen: In seiner Sitzung am kommenden Montag, 2. Juli 2012, soll der Rat der Stadt Wuppertal noch vor der Sommerpause den Verkauf des ehemaligen Kinderheim-Grundstückes an der Küllenhahner Kaisereiche absegnen. Während, wie Oberbürgermeister Peter Jung berichtete, alle baurechtlichen Hürden zwischenzeitlich genommen sind, will das beauftragte Architekturbüro „Gruppe 3“ Ende August den konkreten Bauantrag stellen. Bis zum Spätherbst rechnen die Architekten mit der Genehmigung, im Dezember soll der Baustart sein. Im Frühjahr 2014 will man das Kinderhospiz Burgholz einweihen können.

Oberbürgermeister Jung: „Dort werden sich alle wohl fühlen!“

„Ich denke, wir können uns freuen“, sagte Oberbürgermeister Peter Jung: Als bekennender Küllenhahner habe er den „Dornröschenschlaf“ des früheren Kinderheim-Standortes „mit großer Trauer“ begleitet: „Ich freue mich, dass dieser tolle Ort nun wieder einem guten Zweck zugeführt wird. „Das war alle Bemühungen wert“, sagte der Wuppertaler OB weiter, „dort werden sich alle wohl fühlen!“ Jung dankte den Großspendern Jackstädt-Stiftung oder auch E/D/E sowie den zahlreichen Klein- und Privatspendern („Das ist ein bemerkenswertes Engagement, das spüren lässt: Das will die Bevölkerung!“); besonders stellte der OB aber den Einsatz von Roswitha und Erich Bethe mit ihrer Bethe-Stiftung heraus: „Ohne Sie, ohne ihre Initiative wäre das Ergebnis nicht das, was es heute ist!“

Die Kinderhospiz-Architekten Dieter Gawehn-Harnisch und Michael Plein skizzierten das Grob-Konzept des 4,5-Millionen-Projekts: Demnach sollen die derzeitigen fünf Gebäude des früheren städtischen Kinderheims in den Rohbauzustand zurückgebaut und anschließend den Erfordernissen entsprechend barrierefrei modernisiert werden. Ein Glasbau an der Vorderseite wird verbindendes Element der bisherigen Einzelgebäude, weitere Anbauten sind zum Beispiel als zentrale Aufenthaltsbereiche geplant. Von derzeit 500 Quadratmetern Grundfläche sollen die Räumlichkeiten um 400 Quadratmeter wachsen und schließlich über insgesamt 2.300 Quadratmeter Nutzfläche verfügen.

Platz für zwölf schwerst erkrankte Kinder und Jugendliche

Das Kinderhospiz Burgholz wird zwölf Plätze für schwerst erkrankte Kinder und Jugendliche (bis 23 Jahre) bieten, ein Haus-Trakt soll Zimmer für Angehörige vorhalten. Zudem sind Räumlichkeiten für einen Arzt, für Veranstaltungen, zum Internet-Surfen, zum gemeinschaftlichen Treffen, dem Austausch und zum Spielen, verschiedene Therapiebereiche und nicht zuletzt auch Abschiedsräume geplant. Ein „Gut“ attestierte Saskia Hillen (21), die schwer an Kongenitaler Muskeldystrophie erkrankt ist, dem vorgestellten Konzept: „Man ist zwar nicht mal eben in der Stadt, aber sonst ist alles o.k. – die Lage ist spannend.“

Das Haus im Burgholz wird übrigens das zwölfte Kinderhospiz in Deutschland sein. Mehr Infos zu dem Projekt sowie auch das Spendenkonto ist online unter www.kinderhospiz-wuppertal.de abrufbar.

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