05.10.2012, 15.52 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Ausstellung: Backstein trifft auf Terrakotta

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Die „Kult-Galeristin“ Christine Ostermann (re.) zeigt in ihrer "Backstubengalerie" Arbeiten von Jennifer Donner und Karin Putsch-Grassi (mi.).

Die eine stammt aus Großbritannien und lebt seit 1977 in Cronenberg; die andere ist gebürtige Cronenbergerin, lebt aber seit 1982 in der Toskana – die Rede ist von Jennifer Donner und Karin Putsch-Grassi. Obwohl die beiden Künstlerinnen Tausende Kilometer voneinander entfernt zu Hause sind, taten sie sich nun zu einer gemeinsamen Ausstellung zusammen: In der „Backstubengalerie“ in der Elberfelder Nordstadt präsentieren Jennifer Donner und Karin Putsch-Grassi unter der Überschrift „Backstein – terra cotta“ ihre Werke.

Aus der Ferne ihrer jeweiligen Ateliers bereiteten die beiden Künstlerinnen die Schau vor – in der Galerie in der Schreinerstraße 7 zeigten sich Malerin Jennifer Donner und Keramikerin Karin Putsch-Grassi selbst überrascht, wie sehr sich ihre Arbeiten doch ergänzen. Auf der einen Seite zeigt Jennifer Donner vor allem colorierte Aquarell-Zeichnungen, die Motive aus den verschiedensten Ländern zeigen.

Jennifer Donner: Es muss nicht die Provence sein – „es ist auch hier schön!“

Ob eine Häuserzeile auf Kuba, Fassaden-Auschnitte aus Estland, Andalusien, Assisi und Lissabon oder auch ein Blick auf das Häusermeer der Elberfelder Nordstadt, das Schettdach einer Fabrik in Remscheid und nicht zuletzt eine Ansicht der Firma Picard im Cronenberger Ortsteil Rottsiepen – so kunterbunt die Schauplätze, das Spiel von Farben, Schatten und Helligkeit strahlt unisono (südländische) Wärme aus: „Die Toscana ist überall“, sagt Jennifer Donner zu ihren Arbeiten: „Es ist auch hier schön – man muss es nur sehen!“

Karin Putsch-Grassi: „Ausgezeichnete“ Keramiken mit japanischer Raku-Technik

Dass (mediterranes) Terrakotta und (bergischer) Backstein keine Gegensätze sein müssen, unterstreichen die Arbeiten von Karin Putsch-Grassi. Aber nicht nur, weil die Künstlerin als Verbeugung an ihre Heimat kachelartige Keramiken mit bergischen Fachwerk-Motiven zeigt. Wie eine Reminiszenz an ihre Cronenberger Herkunft wirken auch die Keramiken „Merli“ sowie ihre Fenster („Finestra“), mit denen Karin Putsch-Grassi gerade erst den Wettbewerb „I Rakuriosi“ im italienischen Keramik-Mekka Faenza gewann – übrigens zum dritten Mal!

Mit der aus Japan stammenden Brenntechnik „Raku“ erstellt, wirken die Arbeiten auf den ersten Blick metallisch – eine gewisse Nähe zum Tun der Familie, der Inhaber des Zangenunternehmens Knipex, scheint da: Hier werden mit Hilfe von Hitze und Feuer Qualitätszangen produziert, Karin Putsch-Grassi formt damit kunstvoll Ton zu Keramiken. Das ist aber nur eine Facette ihrer Exponate: Neben der Raku-Technik zeigt Karin Putsch-Grassi auch Arbeiten aus Steinzeug und Steingut, die sie auf der Scheibe gedreht oder in Plattentechnik erstellt hat, und hier schwingt vom Schiefen Turm zu Pisa bis hin zu den Familientürmen von Albisola auch ganz viel von „terra cotta“, sprich ihrer neuen Heimat mit…

Christine Ostermann zeigt die Arbeiten von Jennifer Donner und Karin Putsch-Grassi noch bis zum 24. Oktober 2012 in ihrer Backstubengalerie“. Die Schau ist mittwochs von 16 bis 19 Uhr, donnerstags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr zu sehen. Mehr Infos auch unter www.backstubengalerie.de oder auch unter www.putsch-grassi.it

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