22.01.2013, 16.12 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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24-Stunden-Schwimmen: Strecke reichte bis nach Kasachstan…

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Frank Hübel, Chef-Organisator des 24-Stunden-Schwimmens, mit drei Teilnehmern des diesjährigen Schwimmfests: Benita (11) schaffte 550 Schwimmmeter, Helen (17) brachte es auf einen Kilometer und Vladyslav (16) "schoss" mit 49,1 geschwommenen Kilometern "den Vogel" im Marathon-Pokal ab.

Als am vergangenen Sonntag, 20. Januar 2013, die letzte Stunde des 24-Stunden-Schwimmens eingeläutet wurde, war Frank Hübel ziemlich „groggy“: „Das war noch einmal anstrengender als im letzten Jahr“, freute sich der 45-Jährige auf das Nachmittagsschläfchen auf der heimischen Couch: „Aber das ist halt so.“ Frank Hübels Müdigkeit kam aber nicht daher, dass er bei der 28. Auflage des Wuppertaler Schwimm-Events „durchgeschwommen“ war; Hübel hatte die in dieser Art einmalige Schwimm-Veranstaltung in Deutschland vielmehr federführend organisiert  – wie immer seit 1999, als das gastgebende Schwimmsport-Leistungszentrum (SSLZ) nach dem Wiederaufbau neu eröffnete.

34 Stunden am Stück war Frank Hübel am Sonntagmittag kurz vor Ende  des diesjährigen Veranstaltung bereits auf den Beinen, lediglich für 1,5 Stunden Schlaf hatte es gereicht. Alle Anstrengungen von Hübel und seinem zwölfköpfigen Team zahlten sich aber aus: Mit exakt 1.419 Schwimmern nahmen mehr Besucher denn je am 24-Stunden-Schwimmen teil – Rekord! Insgesamt schwammen die Besucher eine Gesamtstrecke von genau 4.047,2 Kilometern – zur Veranschaulichung: Damit schwammen alle 24-Stunden-Schwimmer von der Entfernung her bis in die südirakische Hafenstadt Basra oder die Stadt Petropawlowsk in Kasachstan – eine erstaunliche Streckenleistung, oder?!

Zeitweise über 200 Teilnehmer: „Stau“ in den 17 Bahnen…

Zum Startschuss des 24-Stunden-Schwimmens sprangen am vergangenen Samstag um 13 Uhr zunächst überschaubare 25 Teilnehmer ins SSLZ-Becken. Dann jedoch startete der Auftakt-Tag durch: Nach 15 Minuten, so berichtet Frank Hübel, waren schon 86 Aktive im Wasser, nach einer Stunde waren es bereits 148 Schwimmer. Bis zum Samstagabend zählten Frank Hübel und sein zwölfköpfiges Team über 1.000 Teilnehmer, wobei zwischenzeitlich sogar über 200 Schwimmer gleichzeitig auf den insgesamt 17 Bahnen ihre Züge machten: „Das sprengte schon fast den Rahmen“, freute sich Frank Hübel dennoch über den Zuspruch: „Hier ist es beinahe nicht mehr möglich, alle auf den Bahnen so zu verteilen, dass auch geübte Schwimmer auf Ihre Kosten kommen.“

Ab dem späten Abend und in der Nacht konnten geübte Schwimmer aber ganz gewiss auf ihre Kosten kommen, denn die Anzahl der „Nachtschwimmer“ war überschaubar. Aber: Sogar um 5 Uhr am Sonntagmorgen waren noch 15 „Nachteulen“ im Wasser. Und auch am Beckenrand war nicht „Ebbe“: Bei dann allerdings gedämpfterer Musik der DJ-Crew der Ronsdorfer Schwimmgemeinschaft (RSG) verbrachten etwa 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Nacht im Schwimmsport-Leistungszentrum. Auf jeden Fall dabei war Vladyslav Kleyner: Der 16-Jährige  von den Wasserfreunden holte mit 49,1 Schwimm-Kilometern bei den Männern den Marathon-Pokal. Bei den Frauen hatte Alexandra Dietz (30) mit 37 geschwommenen Kilometern die Nase vorn.

Die Junior-Schwimmerin war drei Jahre alt, der älteste Teilnehmer sprang mit 87 Jahren ins SSLZ-Wasser

Den Aging-Pokal holte holten die 82-jährige Asta Radowski, die 500 Meter schwamm, während bei den Männern der 87-jährige Hans-Wolfgang Meyer mit 1.100 Metern der älteste Teilnehmer war. Auf der anderen Seite war Paula Mattern die jüngste 24-Stunden-Schwimmerin: Die Dreijährige holte den Aging-Junior-Pokal und schwam immerhin 250 Meter. Matti Schaller schaffte zwar „nur“ 100 Meter – mit seinen fünf Jahren holte er aber bei den Jungs den Junior-Pokal. Den Generationenpokal erschwammen die Familie Yildiz/Kizilkaya: Die Staffel aus Großeltern, Eltern und Kindern bewältige stolze 35,7 Kilometer im SSLZ-Becken.

Bei den Grundschulen schließlich gewann die GS Berg Mark mit einer Gesamtleistung von 102,25 Kilometern, den Primuspokal der weiterführenden Schulen gewann das Gymnasium Am Kothen mit 656,7 Schwimm-Kilometern und bei den Vereinen schaffte die RSG Ronsdorf mit 231,9 Kilometern die längste Strecke. Ebenso wie bei der Niedersachsen-Wahl machte die FDP auch beim 24-Stunden-Schwimmen eine gute Figur: Mit 10,35 Kilometern landeten die sieben liberalen Schwimmer vor den Grünen (8,95 Kilometer) bei den Organisationen auf Platz 3 – die Grünen waren allerdings nur mit fünf Teilnehmern am Start…

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