11.07.2013, 19.16 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Johanneskirche: Über den Tellerand hinaus gefeiert

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Zwar nicht "interkulturell", aber dennoch "exotisch": Sogar der Weihnachtsmann unterbrach seine "Sommerpause" und schaute beim Gemeindefest an der Johanneskirche vorbei...

Auch wenn sich der Sommer 2013 bislang nicht unbedingt von seiner besten Seite zeigte, war diese Themenstellung doch ungewöhnlich: Unter der Überschrift „Wir feiern Weihnachten – und was feiert Ihr?“ lud die Johanneskirchengemeinde kürzlich zu ihrem Gemeindefest ein. Mit dem kalendarisch total unpassenden Motto wollte die evangelische Gemeinde am Friedenshain die Ausrichtung ihres Fests unterstreichen: eines fröhlich-zwanglosen Treffs von Menschen unterschiedlicher Religion, Konfession und Kultur.

Die Zusammenarbeit „über den Tellerrand hinaus“ hat Tradition an der Altenberger Straße 25: Seit vielen Jahren schon pflegt die Südstadt-Gemeinde eine Partnerschaft mit den katholischen Nachbarn von St. Hedwig, unterhält man enge Kontakte nach Lettland und Rumänien oder gewährten die Johanneskirchler zum Beispiel im Rahmen ihres Arbeitskreises Asyl einer alevitischen Familie Kirchenasyl.

Viel „Multikulti“ nach „klassischem“ Fest-Start

Nach dem „klassischen“ Auftakt mit einem sehr gut besuchten Familiengottesdienst wollte die Gemeinde mit ihrem Fest ein weiteres Ausrufezeichen in punkto interkultureller Zusammenarbeit setzen: Gäste aus der katholischen, der orthodoxen und der afrikanischen Kirche und auch Muslime waren eingeladen, präsentiert wurde ein „Islamkoffer“ und auch eine griechische Hymne war zu hören.

Zur interkulturellen Begegnung standen zudem im Gemeindesaal Ansprechpartner bereit, die anders als Protestanten Weihnachten feiern – oder gar nicht! Damit aber auch sie in Kontakt mit dem christlichen Fest der Feste kamen, ging am Friedenshain der Weihnachtsmann um. Ein Höhepunkt des „Multikulti“-Gemeindefests war zum Abschluss der Auftritt des deutsch-türkischen Kabarett-Duos „Die Trockenblumen“: Marcia Golgowsky und Lilay Huser brachten die Lachmuskeln gehörig in Bewegung und vereinten die Festgäste zum Finale in grenzübergreifender Fröhlichkeit.

Auch kulinarisch: „Interkulturelles Thema ist gut rüber gekommen!“

Begonnen hatte das Fest klassisch mit einem Familiengottesdienst in der Johanneskirche. Anschließend durften sich die Besucher auch kulinarisch interkulturell verwöhnt wissen: Suppe, Champignon-Pfanne, Börek, türkischen Leckerbissen, Würstchen oder Kuchen und Waffeln standen bereit, nur Weihnachtliches fehlte…

Und auch der Anhang, der ja allgemein die wenigsten Probleme mit anderen Kulturen hat, durfte sich bestens versorgt wissen: Während die Eltern auf dem Bücher-Flohmarkt stöberten oder auch trödelten, bot das Johanneskirchenfest auch ein Kinderprogramm mit Postkarten-Rallye und Hüpfburg. „Wir sind sehr zufrieden“, zog Pfarrer Gerson Monhof ein positives Fazit des Fests: „Der Besuch war gut, besonders wichtig: Das interkulturelle Thema ist gut rübergekommen!“

Fotos: Odette Karbach

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