Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

12.07.2014, 10.21 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Am Wochenende: Die letzte Gartenpforte-Runde des Sommers

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Da blüht einem was: Helene und Herbert Dautzenberg an einem der lauschigen Plätzchen in ihrem großen Garten an der Friedensstraße. -Foto: Meinhard Koke

Hinter den Gartentörchen geht der Sommer zu Ende: An diesem Wochenende lädt die Aktion „Offene Gartenpforte” zu ihrer Schlussrunde 2014 ein. Zumal mit dem Dauerregen der letzten Tage Schluss sein und sich die Sonne wieder verstärkt zeigen soll, sind Interessierte herzlich eingeladen, einen Blick in die Privatgärten zu werfen. Bei Helene und Herbert Dautzenberg wurde die Gelegenheit reichlich genutzt: Sogar das WDR-Fernsehen schaute vorbei, als das Ehepaar im Rahmen der Juni-Runde seinen Garten an der Friedensstraße öffnete.

Dabei handelt es sich nicht um irgendein grünes Refugium: Helene und Herbert Dautzenberg sind die Eigentümer des ehemaligen Forsthauses des Staatsforstes Burgholz – Herbert Dautzenberg war bis zu seiner Pensionierung vier Jahrzehnte lang der Burgholz-Förster. Dass der frühere Herr des Exotenwaldes nicht nur einen grünen „Baum-Daumen“ besitzt, sondern ebenso auch „ein Händchen“ bei der Gartengestaltung und -pflege hat, offenbarte sich den vielen Besuchern, die einen Blick hinter die offene Dautzenberg-Gartenpforte warfen. Der rund 2.000 Quadratmeter große Garten der ehemaligen Burgholz-Försterei ist ein grünes Paradies, die Wege hindurch entführen in unterschiedliche Bereiche, die zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten unterschiedliche Eindrücke gewähren, Überraschungen bereiten und je nach Lust zum Verweilen einladen.

Für ein Sonnenbad oder auch einen Plausch empfiehlt sich die hölzerne Terrasse am Dautzenberg-Teich mit seinen blühenden Seerosen, eher idyllisch muten die etwas abseits gelegenen Sitzplätze vor dem liebevoll restaurierten Geräteschuppen und dem früheren Hundezwinger an, von denen aus der Blick über den Teich beziehungsweise auf den Bauerngarten geht. Nicht zuletzt garantiert ein Außenkamin auf der großzügigen Haus-Terrasse dafür, dass der Dautzenberg-Garten auch bei kälteren Temperaturen ein angenehmer Aufenthaltsort sein kann. Die Begeisterung der Besucher (Herbert Dautzenberg: „Es war überwältigend“) gebührt mindestens ebenso Helene Dautzenberg: Sie zeichnet vor allem für die Gestaltung des Dautzenberg-Gartens und die Anordnung der Stauden verantwortlich, „ich bin mehr so fürs Grobe zuständig“, lacht Herbert Dautzenberg.

Aber: Rasenmähen oder Unkrautjäten wollen auch erledigt sein, denn: „Man muss immer dran bleiben“, sagt der ehemalige Burgholz-Förster, „sonst holt sich die Natur ihr Reich zurück und man hat verloren“. Im Bauerngarten indes hat Herbert Dautzenberg den Spaten in der Hand: Ob Schwarzwurzeln oder auch die alte Kartoffel-Sorte „Bamberger Hörnchen“ („Unglaublich lecker“) – der frühere Herr über die Baumexoten im Burgholz pflanzt hier auch alte Gemüsesorten an, die vielfach vergessen und damit zu Exoten geworden sind: „Da werden bei mir Erinnerungen an die Kindheit wach.“ Insofern ist die Bank hier einer der Lieblingsplätze von Herbert Dautzenbberg: „Dort kann man dann das Tageswerk noch einmal vorbeifließen lassen.“

Bei der Schlussrunde der Aktion “Offene Gartenpforte” ist das Ehepaar Dautzenberg nicht mit von der Partie. Im CW-Land laden Gudrun und Gerhard Gelbrich in ihr grünes Paradies an der Oberheidter Straße 73 ein – auch hier gibt es einiges zu bestaunen. Das Cronenberger Ehepaar öffnet seine Gartenpforte am heutigen 12. und am morgigen 13. Juli 2014 jeweils von 11 bis 18 Uhr. Mehr Infos zur Aktion und die Liste der weiteren Teilnehmer an diesem Wochenende gibt es online unter www.offene-gartenpforte.de.