08.12.2014, 20.02 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Fernwärme: Das Wuppertaler „Herz“ schlägt bald in der Korzert

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Das Müllheizkraftwerk in der Korzert. Hier schlägt künftig "das Herz" der Wuppertaler Fernwärme-Versorgung.

„Das wird die Hauptschlagader“, sagte WSW-Vertriebsleiter Kai-Uwe Selberg. Wenn das so ist, dann schlägt das Herz künftig auf Korzert, denn: Wie die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in einer Pressekonferenz am heutigen Montag, 8. Dezember 2014, ankündigten, wird das Müllheizkraftwerk an der Korzerter Straße künftig einen Großteil der Heißdampf-Versorgung im Tal übernehmen. Insgesamt 30 Millionen Euro lassen sich das die WSW und die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) das Projekt kosten.

Wie WSW-Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht und Wolfgang Herkenberg, Geschäftsführer der Wuppertaler Stadtwerke GmbH und der AWG, weiter berichteten, wird im Zuge der Tal-Anbindung an das Fernwärme-Netz das Kohlekraftwerk Elberfeld bis 2019 stillgelegt. Kündigungen soll es bei der Schließung des Kraftwerkes nicht geben – die Mitarbeiter werden WSW-intern einen anderen Arbeitsplatz finden beziehungsweise in (Vor-)Ruhestand gehen. Die Anlage an der Kabelstraße sei „technisch abgängig“, sodass die Stadtwerke hier mittelfristig kräftig investieren müssten.

450.000 Tonnen weniger CO₂-Ausstoß pro Jahr durch die „Süd-West-Leitung“

WSW-Chef Feicht sprach von Kosten hierfür, die deutlich doppelt so hoch seien wie der 15-Millionen-Anteil der WSW an dem Fernwärme-Projekt: Das sei, so Feicht weiter, energiepolitisch und wirtschaftlich nicht zu verantworten. Zumal durch die Inbetriebnahme der sogenannten „Süd-West-Leitung“ jährlich circa 450.000 Tonnen CO eingespart werden. Zudem steht auf der Haben-Seite in der „Öko-Bilanz“ des Vorhabens, dass die Korzerter Fernwärme einen rund 40-prozentigen Anteil Erneuerbare Energien erreicht. „Wir haben dann eines der modernsten Fernwärmenetze Deutschlands“, unterstrich Andreas Feicht weiter, „das ist das Ergebnis von drei Jahren Vorbereitung.“

Ein Meter dicke Rohrleitung von der Korzert zum Arrenberg

Der Bau der Fernwärme-Trasse soll im kommenden Jahr beginnen: Drei Trassen-Varianten liegen der Genehmigungsbehörde vor, mit dem grünen Licht aus Düsseldorf rechnen WSW und AWG im Frühjahr 2015. Klar ist, so betätigte Peter Storch, Vorstand der WSW Energie & Wasser AG, auf CW-Nachfrage, dass die „Süd-West-Leitung“ am Arrenberg an das bestehende Heißdampf-Netz im Tal angeschlossen werden soll. Die circa einen Meter starken Fernwärme-Rohre sollen nach CW-Informationen von der Korzert aus über den Jung-Stilling-Weg und den Friedrichsberg ins Tal geführt werden – das wollte Peter Storch allerdings nicht bestätigen.

Der Bau der circa 3,2 Kilometer langen Fernwärme-„Hauptschlagader“ soll etwa Mitte nächsten Jahres beginnen und 2019 abgeschlossen werden. Nach Inbetriebnahme werden 80 Prozent des Heißdampf-Verbrauches im Tal von der Korzert aus gedeckt. Die Kapazitäten des Müllheizkraftwerkes zur Produktion von Fernwärme werden dann voll ausgeschöpft sein. AWG-Chef Wolfgang Herkenberg schloss aus, dass es angesichts dessen einen Ausbau der Korzerter Anlage geben könnte.

Keine sinkenden Fernwärme-Preise, aber stabile Müllgebühren

Gleichsam schlossen Herkenberg und WSW-Chef Feicht aus, dass die Fernwärme-Preise sinken könnten. Allerdings hätte das Millionen-Vorhaben sicherlich zumindest stabilisierende Wirkung auf die Müllgebühren in der Stadt.

 

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