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12.05.2015, 13.44 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Und was meinen die Bürger? Parteien bejubeln die Seilbahn-Idee

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Eine Seilbahn vom Wuppertaler Hauptbahnhof zum Schulzentrum Süd auf Küllenhahn – wird diese Vision Wirklichkeit? Der Wuppertaler Rat wird dazu im Mai 2017 die Grundsatz-Entscheidung fassen. –Fotomontage: Müller/Schmidt

Die Idee, mit einer Seilbahn-Verbindung den Hauptbahnhof, die Universität und das Schulzentrum Süd zu verbinden, wird mit Begeisterung geradezu überschüttet. Nachdem die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in der vergangenen Woche bekannt gaben, dass eine Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit des Projekts ergeben habe (die CW berichtete), kommt aus dem politischen Raum durchweg Zustimmung.

Als „phantastische Idee“, die von der kühnen Vision zur Wirklichkeit werden könnte, bezeichnet OB Peter Jung die Seilbahn. Er freue sehr, dass die WSW-Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit ergeben habe. Nun, so fordert Jung ebenso wie die Vertreter anderer Parteien, müssten die Bürger ins Boot geholt und eine breite Unterstützung gewonnen werden. „Ich werde mich jedenfalls gerne dafür einsetzen, dass aus dieser Vision Realität wird.“

Als „tolles Projekt für Wuppertal“, bezeichnet SPD-Oberbürgermeisterkandidat Andreas Mucke die Idee: Die Seilbahn knüpfe an den Gründergeist des 19. und frühen 20. Jahrhunderts an –„eine Schwebebahn 2.0 – das ist der richtige Innovationsschub“, so Mucke. Volker Dittgen, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, erinnert an den Schwebebahn-Bau: Damit habe Wuppertal schon einmal bewiesen, „dass innovative Verkehrsprojekte erfolgreich sein können“: „Die Seilbahn könnte ein großer Gewinn für unsere Stadt sein.“

Auch CDU-Fraktionschef Michael Müller hält die Seilbahn für ein „innovatives Nahverkehrskonzept“, das es durch die Politik zu unterstützen gelte: „Die jetzt vorgestellten, ersten Überlegungen widerlegen all jene, die den Bau einer Seilbahn in der Elberfelder Südstadt zunächst belächelten.“  Die Ratsfraktion der Linken begrüßt die Seilbahn derweil als umweltfreundliches Projekt: Sollte die Umsetzung klappen, „wird es eine weitere  Attraktion des ÖPNV in unserer Stadt sein“, so Linke-Fraktionschef Gerd-Peter Zielezinski.

„Wir Grüne finden diese Idee unterstützenswert, denn sie ist Teil einer nachhaltigen Mobilität“, kommentiert Grüne-Fraktionsvorsitzende Anja Liebert die Seilbahn-Pläne. Wuppertal wäre als Stadt damit bundesweit Vorreiter: „115 Jahre nach der Schwebebahn kann ein weiteres Projekt, nennen wir es Schwebebahn 3.0, angegangen werden.“ Peter Vorsteher, der für die Grünen in der Zweckverbandsversammlung des VRR sitzt, versprach: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das erste Seilbahnprojekt als Teil des VRR-Netzes unterstützt wird.“

Positiv sieht auch die FDP die Machbarkeit „dieser großartigen Idee“: „Wir sind davon überzeugt, dass die Seilbahn sowohl eine verkehrstechnische, als auch eine touristische Bereicherung unserer Stadt sein wird“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Alexander Schmidt. Die Seilbahn habe das Zeug dazu, ein Erfolgsmodell zu werden: „Die Seilbahn ist einfach eine Idee, die wunderbar zu Wuppertal passt.“

Am 19. Mai findet von 18 bis 21 Uhr eine erste Informationsveranstaltung zur Vorstellung des Seilbahn-Projekts in der Mensa der Bergischen Universität statt. In Cronenberg folgt am 16. Juni (17 Uhr) ein Infoabend im Schulzentrum Süd. Wer sich über die Vision informieren möchte, der kann dies im Internet unter www.seilbahn2025.de.