Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

10.06.2015, 09.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Spendenaufruf: Kinderherzen hat wieder Heimkinder zu Gast

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Mit Hilfe der Spende aus dem „Weihnachtsmarkt der guten Taten“ konnte Bärbel Krause-Heinrichs im Winter in Weißrussland helfen. Jetzt braucht sie neue „gute Taten“… -Foto: Archiv

Bald ist es wieder so weit: Alle Jahre wieder hat der Cronenberger Verein „Kinderherzen“ ab dem 15. Juni 2015 Kinder aus dem weißrussischen Heim „Zhemzschuzhnaja“ in der Gomel-Region zu Gast. Bis zum 14. Juli werden sich die 35 jungen Gäste, die von sieben Betreuern begleitet werden, im Tal erholen können.

Bereits seit 1999 lädt Kinderherzen-Vorsitzende Bärbel Krause-Heinrichs alljährlich Kinder aus Weißrussland ein. Die Erholung von den Belastungen durch die Atom-Katastrophe von Tschernobyl hat dabei kaum an Aktualität verloren: Auch wenn sich der GAU im nächsten Jahr zum 30. Mal jährt, leiden die Bewohner in der besonders stark betroffenen Gomel-Region noch immer unter einer erhöhten radioaktiven Strahlenbelastung. Hinzu kommen karge Lebensverhältnisse: Geld fehlt den Heimen für Kinder und Behinderte ohnehin an allen Ecken und Enden. Wie Bärbel Krause-Heinrichs berichtet, haben die Einrichtungen aber auch nicht die Möglichkeit, sich mit unverstrahlten Lebensmitteln zu versorgen.

Im November 2014 war die engagierte Cronenbergerin wieder für drei Wochen vor Ort in Weißrussland: Nicht zuletzt dank einer 5.000-Euro-Spende aus dem „Weihnachtsmarkt der guten Taten“ (die CW berichtete) konnte Bärbel Krause-Heinrichs für die 150 Kinder und Jugendlichen des Heimes „Zhemzschuznahja“ neue Winterschuhe und -jacken kaufen. Zudem versorgte die Kinderherzen-Vorsitzende die Behinderteneinrichtungen Babitschi und Ulukowe mit Waschpulver sowie unbelastetem Obst und Lebensmitteln – alles vor Ort eingekauft.

Deprimierend war für Bärbel Krause-Heinrichs, dass die ohnehin armen und alten Menschen durch die Wirtschaftskrise zusätzlich „gebeutelt“ werden. Nicht zuletzt im Zuge der Ukraine-Krise seien die Preise explodiert: „Es verhungert keiner“, weiß Bärbel Krause-Heinrichs: „Aber satt werden alle nicht, insbesondere die Jugendlichen.“ Auch die Bekleidung reiche in den Heimen weder vorne noch hinten: „Viele hätten sonst keine warmen Schuhe – und der Winter ist dort viel härter als hier.“

Auch wenn die kalte Jahrezeit nun überstanden ist, bittet Bärbel Krause-Heinrichs mit Blick auf die Ankunft ihrer Gäste um Kleiderspenden: Ob gut erhaltene Schuhe, T-Shirts, Hosen oder auch Unterwäsche und Hygieneartikel – alles ist dringend willkommen, zumal sie mit kaum Gepäck für die rund vier Wochen nach Wuppertal kommen werden. Da Bärbel Krause-Heinrichs kurzfristig eine neue Unterkunft für ihre weitgereisten Gäste finden musste, ist ihre „Bitt-Liste“ diesmal noch etwas länger geworden: Weil es in dem ehemaligen Gemeindezentrum in Laaken an allem fehlt, benötigt die Cronenbergerin auch Luftmatratzen oder Feldbetten sowie Schlafsäcke und Handtücher.

Ganz oben auf der Liste stehen natürlich Geldspenden: Allein der Bus-Transport der Kinderherzen-Gäste und die notwendigen Versicherungen schlagen mit rund 10.000 Euro zu Buche – „und damit haben die Kinder noch nichts gegessen, getrunken und keinen Ausflug gemacht“, bittet Bärbel Krause-Heinrichs herzlich um finanzielle Unterstützung. Jeder Euro ist willkommen, damit Kinderherzen den jungen Gästen vier unbeschwerte Wochen bereiten kann.

Spenden können auf das Kinderherzen-Konto 229 138 bei der Stadtsparkasse Wuppertal (BLZ 330 500 00) eingezahlt werden – Spendenquittungen sind möglich. Nähere Infos gibt Bärbel Krause-Heinrichs gerne unter Telefon 0202-47 41 58 sowie 0173-513 28 67.