Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

17.06.2015, 18.00 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kaufhaus-Sanierung: Schöner Wohnen und arbeiten im Dorf

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Im Herbst wollen sie an der Hauptstraße 25-27 auch im Inneren fertig sein: André Harder und Lars Schröder (re.) vom Immobilienkontor mit Doris Grulke (2.v.l.) und Brigitte Hamburger.

Auf der Facebook-Seite der CW fand der Vorbericht starke Beachtung: Zwar gab es auch Kommentare, die bedauerten, dass die historischen gusseisernen Stützsäulen nicht in die Fassade integriert wurden. Ganz, ganz überwiegend gab es allerdings einen „Daumen hoch“ für den Abschluss des Bauabschnittes, der buchstäblich im Blick der Cronenberger ist.

Gemeint ist die Sanierung des Gebäudes des Kaufhauses Buß – am Montag vergangener Woche wurde das Außengerüst abgebaut und damit war der Blick auf die neue Fassade erstmals frei. Reihenweise blieben die Passanten an der Hauptstraße stehen – als das Gerüst, das die letzten Monate die Kaufhaus-Fassade einhüllte, abgebaut war, avancierte die zuvor trostlose Vorderfront zum Dörper Blickfang.

Viel bergischer Schiefer, große Fensterflächen in der ersten Etage oder auch schmucke Dachgauben – zuvor eher ein Fremdkörper aus längst vergangenen Kaufhaus-Zeiten, fügt sich das Doppelhaus nun nahtlos an den bergischen Stil des benachbarten Geschäftshauses von „Müller für die Sinne“ an. „Ist das schön geworden“, zeigte sich eine Cronenbergerin von der neugestalteten Fassade begeistert: „Das ist eine Bereicherung.“

Wie bereits berichtet, haben Brigitte Hamburger und Doris Grulke, die Eigentümerinnen des Geschäfts-Doppelhauses an der Hauptstraße 25-27, in den vergangenen Monaten aber nicht nur die überholte Fassaden-Verkleidung aus den 1960er Jahren entfernen lassen. Unter der Überschrift „Zurück zu altem Glanz“ ändert sich auch im Inneren des Komplexes einiges.

Immobilienkontor weckt historische Gemäuer aus dem Dornröschenschlaf

Rund 30 Jahre lang schlummerten die erste und zweite Etage des Komplexes sowie ein Hinterhäuschen in einem Dornröschenschlaf, nun werden sie wachgeküsst. Um dem aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden Doppelhaus neuen Glanz zu verleihen, haben Brigitte Hamburger und Doris Grulke zwei Experten beauftragt: Andre Harder und Lars Schröder haben sich mit ihrer Immobilienkontor Wuppertal GmbH einen Namen gemacht, indem sie historischen Gemäuern in Wuppertal neues Leben einhauchen.

Die „Winkelsträter Fabrik“ an der Oberbergischen Straße oder auch die Alte Bandweberei in Wichlinghausen sind zwei Beispiele für gelungene Sanierungen und „Leuchttürme“ in ihren Vierteln. Ähnlich soll das nun auch in der Cronenberger Ortsmitte werden. Die meisten Experten hätten ihnen zuvor zum Abriss des Komplexes geraten, berichten Brigitte Hamburger und Doris Grulke. Mit dem Immobilienkontor fanden die Eigentümerinnen, deren Eltern hier einst das Kaufhaus Krumm betrieben, Partner, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, nicht nach 08/15-Manier platt zu machen, sondern historischer Bausubstanz zeitgemäßes Arbeits- und Wohnambiente zu verleihen.

Ab Herbst: Schicke Wohnungen und moderne Büros über dem Kaufhaus

Bis zum Herbst wird dazu hinter der neuen Fassade des Kaufhauses Buß weiter kräftig gearbeitet: Wo einst, wie Brigitte Hamburger und Doris Grulke wissen, Feinkost Gersteuer einen Mädchen-Zimmer-Trakt unterhielt oder das Kaufhaus Krumm seine Möbel-Abteilung betrieb, werden in wenigen Monaten neue Mieter in den nach modernsten Standards sanierten Räumlichkeiten arbeiten beziehungsweise wohnen. Drei Wohnungen zwischen 50 und rund 100 Quatratmetern Wohnfläche sowie Gewerberäume für Büros oder Praxen enstehen.

Mitten im Dorf, durch einen Aufzug barrierefrei zugänglich, dank großflächiger Fensterflächen beziehungsweise Dachfenster hell und mit tollem Blick auf und über die Ortsmitte, zum Teil durch eine Verbindungstreppe im Maisonnettestil über zwei Etagen reichend, durch die Öffnung von Decken großzügig wirkend und nicht zuletzt mit Balkonen zum Ehrenmal versehen beziehungsweise mit einer Dachterrasse (Hinterhaus) – während Andre Harder und Lars Schröder ihre Pläne erklären, wird klar: Es wird schön sein, hier zu wohnen oder zu arbeiten.

Und für die Passanten an der Hauptstraße ist schön, dass Brigitte Hamburger und Doris Grulke nicht den einfachen Weg gegangen sind, sondern der Cronenberger Ortsmitte zwei historische Gebäude erhalten haben – in „altem“ Gewand, aber mit neuem Glanz…