Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

01.07.2015, 15.40 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Lebensretter geworden: Drei junge Heldinnen der Werkzeugkiste

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Luden die jungen Dörper Schutzengel (mi.) in die Polizei-Dienststelle am Rathausplatz ein: Leiter Ottmar Ay (li.) und der Polizeichef im Wuppertaler Westen, Michael Schmidt (re.), sowie Sascha Knoth, Vize-Leiter der FFC-Ersthelfer.

„Es ging um Sekunden und die ansonsten rundum gelungene Werkzeugkiste wäre am 20. Juni 2015 auf den letzten Metern noch von einem tragischen Unglück überschattet worden: Gegen 18.40 Uhr erlitt ein 57-jähriger Kisten-Besucher auf einer Bank an der Reformierten Kirche einen Herzinfarkt. Dass er den lebensbedrohlichen Zusammenbruch überlebte, hat der Südstädter drei jungen Cronenbergerinnen zu verdanken.

Die beiden elfjährigen Chiara Marie und Elsa sowie ihre Freundin Lea Marie (12) kamen gerade zufällig an der Bank vorbei. Während erwachsene Zeugen der dramatischen Geschehnisse nach ihren Angaben nicht sofort reagierten, handelten ausgerechnet die drei Schülerinnen der sechsten Klasse des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) schnell: Sie riefen nicht nur die „112“, sondern liefen auch zum Werkzeugkisten-Stand des DRK, der wenige Meter weiter an der Hütte war.

Lob von der Polizei: „Ihr habt Zivilcourage gezeigt!“

Gemeinsam mit Ersthelfern der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg konnte der Südstädter zurück ins Leben geholt werden.
„Das war ein super-tolles Verhalten“, lobte 1. Polizei-Hauptkommissar Michael Schmidt die drei jungen Dörperinnen: „All das, was man tun kann und soll, das habt ihr gemacht“, dankte der Leiter der auch für Cronenberg zuständigen Polizeihauptwache am Hofkamp den Schutzengeln.

Um die Anerkennung zu unterstreichen, kam Michael Schmidt am Mittwochmittag aus dem Tal zur Polizeidienststelle am Rathausplatz: Bei Keksen und Saft sprach hier auch Sascha Knoth, der stellvertretende Leiter der Ersthelfer-Gruppe der Feuerwehr Cronenberg, ein dickes Lob aus. Ottmar Ay von der Polizei Cronenberg vergaß aber auch die Eltern nicht: „Ihr wisst, was sich gehört und habt Zivilcourage gezeigt“, sagte Ay: „Das kommt auch aus den Elternhäusern.“

Feuerwehr Cronenberg: Einladung in die Feuerwehr-Leitstelle

Die drei CFG-Schülerinnen wurden aber nicht nur mit Lob überschüttet, als Dankeschön überreichten Michael Schmidt und Ottmar Ay unter anderem auch drei Polizei-Teddys an die Lebensretterinnen. Sascha Knoth lud Chiara Marie, Elsa und Lea Marie zudem zu einem Besuch der Feuerwehr-Leitstelle ein – „damit ihr Euch mal anschauen könnt, wo euer Notruf eingegangen ist“, so der FFC-Retter.

Aber auch die drei Gymnasiastinnen hatten ein Anliegen: Wie es denn dem Mann mittlerweile geht, wollten sie natürlich wissen. Sascha Knoth konnte nur so viel berichten: Der 57-Jährige liegt im Krankenhaus – aber er lebt. „Wir haben versucht zu helfen“, blickten die Mädchen ihr couragiertes Verhalten zurück. Darin bestärkt, so berichteten Chiara Marie, Elsa und Lea Marie, hatte sie die Aktion „Wir werden Lebensretter!“ für Sechstklässler des Helios-Klinikums Wuppertal, der Feuerwehr und der Rettungsdienste.

Schutzengel absolvierten Retterkurs für Sechstklässler

Daran nahmen die CFG-Schülerinnen erst vor einem halben Jahr teil und erfuhren nicht nur, was bei einem Herzstillstand zu tun ist, sondern auch, dass nur einer von vier Menschen in Notfällen helfen. Auch daher haben sie helfen müssen, sagten die beherzten Schülerinnen: „Jetzt sind wir froh“, sagten sie und fügten an: „Und auch ein bisschen stolz.“

Und ein Dank von Chiara Marie, Elsa und Lea Marie ging auch zurück: Wie sich Polizei und Dörper Feuerwehr auch um sie gekümmert habe, dass war „sehr nett“ und eine „tolle Betreuung“ gewesen, dankten die Eltern an die Adresse von Michael Schmidt, Ottmar Ay und Sascha Knoth.

Übrigens, die nächste Sechstklässler-Aktion von Helios und der Rettungsdienste startet nach den Sommerferien. Anmeldungen ganz einfach per Mail unter lebensretter.wuppertal@ helioskliniken.de.