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07.10.2015, 15.30 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Oberbürgermeister-Stichwahl: Mucke gewinnt auch im Dorf

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Andreas Mucke (SPD, li.) löst am Mittwoch, 21. Oktober 2015, Peter Jung (CDU, re. mit Gattin Ulrike) als Wuppertaler Oberbürgermeister ab. - Fotos: Marcus Müller

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Überraschend deutlich fiel das Ergebnis bei der Oberbürgermeister-Stichwahl zugunsten von Andreas Mucke aus: Amtsinhaber Peter Jung konnte keinen einzigen der zehn Wuppertaler Stadtbezirke gewinnen. Im Heimat-Stadtbezirk Cronenberg erreichte Peter Jung mit 48,53 Prozent sein stadtweit bestes Ergebnis. Aber auch hier ging die Mehrheit knapp an seinen SPD-Herausforderer, der mit 51,47 Prozent zwar gewann, aber zugleich sein schwächstes Bezirks-Ergebnis erzielte. Während Peter Jung in Elberfeld mit 33,32 Prozent seinen Tiefstpunkt hatte, holte der künftige Oberbürgermeister Mucke, der heute in zwei Wochen – am 21. Oktober 2015 – die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger übernehmen wird, hier mit 66,68 Prozent sein bestes Ergebnis der zehn Stadtbezirke.

Peter Jung gewinnt nur im Heimat-Wahlbezirk

Entsprechend gab es auch bei den Wahlbezirken geradezu einen Erdrutschsieg für Mucke: Peter Jung holte von den 33 Bezirken lediglich einen – den heimatlichen Wahlbezirk Cronenberg-Nord mit 50,77 Prozent. Allerdings selbst in seiner Hochburg lag der Noch-OB nur denkbar knapp vor Andreas Mucke (49,23 Prozent). Ob Cronenberg Süd (53,15 Prozent) oder auch am Grifflenberg (54,93 Prozent) und am Friedrichsberg (62,10 Prozent) – alle weiteren Wahlbezirke im CW-Land gewann SPD-Kandidat Mucke.

Bei den Stimmbezirken überhaupt nichts zu holen gab es für Peter Jung am Ölberg: Im Bezirk 12 am Hombüchel stimmten fast 87 Prozent der Wähler für Andreas Mucke, nur rund 13 Prozent erhielt der CDU-Amtsinhaber. Anders herum lief es in Langerfeld-Süd/Beyenburg: Im Stimmbezirk 222 kam Peter Jung mit 82,11 Prozent bei der Alptraum-Stichwahl auf ein Traumergebnis – viele der Stimmbezirke konnte Jung allerdings nicht gewinnen. Bei der im Vergleich zur ersten Runde noch schlechteren Wahlbeteiligung (33,51 Prozent) strömten die Cronenberger zwar auch nicht gerade in Massen an die Urnen: Mit 42,69 Prozent waren die Dörper jedoch immerhin noch die zweitfleißigsten Wähler. Traditionell nur in Uellendahl-Katernberg war die Beteiligung mit 44,51 Prozent höher.

Beteiligung: Über 40 Prozent im Dorf, 9 Prozent in Oberbarmen

Den absoluten Tiefstpunkt erreichte die Wahlbeteiligung im Wuppertaler Osten: Im Wahlbezirk Oberbarmen nutzten gerade einmal 19,49 Prozent ihr Wahlrecht. Im Stimmbezirk 50 interessierte sich kaum jemand für die Stichwahl – verheerende 8,6 Prozent lautete hier die Quote, von 1.559 Berechtigten machten hier gerade einmal 134 Personen ihr Kreuzchen! Besonders für diesen „Nicht-Stimmbezirk“ in Oberbarmen wäre dieser Kommentar eines Online-Lesers auf WAZ.de anzuwenden: „Die Nichtwähler bekommen einen Hunderter für den Stammtisch und knobeln dort den OB aus. Sie sind ja in der Mehrheit.“ Die insgesamt desaströse Beteiligung war indes kein Sonderfall: In den meisten NRW-Städten lag die Quote im 30-Prozent-Bereich.

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