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21.04.2016, 13.08 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Burgholz-Massaker: Platz-Benennung lässt weiter auf sich warten…

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Die Teilnehmer der Gedenk-Wanderung zum 71. Jahrestag des Burgholz-Massakers, in der Mitte ist Lieselotte Bhatia zu sehen.

Auch im 71. Jahr nach dem Burgholz-Massaker, bei dem 30 Zwangsarbeiter, darunter sechs Frauen, ermordet wurden (die CW berichtete mehrfach), gab es eine Gedenkwanderung an den Ort des Geschehens. Initiatorin Lieselotte Bhatia und Mitinitiator Stephan Stracke vom Verein „Spurensuche – NS-Geschichte in Wuppertal“ freuten sich über rund 70 Teilnehmer, die das sonnige Wetter zum Gedenken an die Opfer der Erschießung im Frühjahr 1945 nutzten.

Zu den Tätern der Gräuel-Aktion in den letzten Kriegstagen im Bergischen gehörte auch der Vater von Lieselotte Bhatia. Bereits seit Anfang des neuen Jahrtausends bemüht sich Bhatia um eine Gedenktafel am ehemaligen Schießplatz im Burgholz sowie die Benennung eines „Helena-Matrosova-Platzes“ – die Lehrerin aus Kiew in der heutigen Ukraine war das einzige namentlich bekannte Opfer der Erschießung von Zwangsarbeitern im Burgholz.

„Man hat sich immer noch nicht entschließen können und bürokratische Barrieren aufgebaut“, zeigte sich Lieselotte Bhatia bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung enttäuscht, aber auch kämpferisch. So halte das Wuppertaler Polizeipräsidium Akten zu dem Burgholz-Massaker unter Verschluss, kritisierte die Mitbegründerin des „Spurensuche“-Vereins. Deren Inhalt könne man erst erforschen, wenn sie von Wissenschaftlern gesichtet würden.

Ein Historiker-Team aus Duisburg habe Hilfe angeboten. Wuppertal aber habe, im Gegensatz zu anderen Städten, Angst vor unbequemen Wahrheiten. Spurensucherin Bathia richtete einen Appell an Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher: „Es dürfen nicht länger Halbwahrheiten ein diffuses Licht verbreiten, das unsere demokratische Freiheit in Frage stellt und unterminiert“, so Bhatia weiter. Zudem sei zu befürchten, dass bei der geplanten Sanierung des Polizeipräsidiums Akten „unter die Räder“ kommen und somit für eine historische Aufarbeitung verloren gehen könnten.

Die Anwesenden der Gedenkfeier signalisierten ihre Zustimmung mit den Ausführungen von Lieselotte Bhatia. Im Anschluss begab man sich zur Gedenkstätte auf dem Friedhof Schorfer Straße: An den Gräbern der bis auf Helena Matrosowa namentlich unbekannten Opfer des Massakers wurden in stillem Gedenken Blumen niedergelegt.