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01.06.2016, 20.33 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Nach Herztod-Drama in Rottsiepen: SPD startet „Defi“-Initiative

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Auf Oliver Wagners Anstoß rückt nun die „Defi“-Situation im Tal in den Fokus.

Erst kürzlich berichteten wir über das alljährliche Spiel des „Dream-Teams“ des SSV 07 Sudberg, das am Pfingst-Wochenende unter traurigen Vorzeichen ausgespielt wurde: Die „Traum-Elf“ aus früheren Sudberger Jugendspielern widmete die „Spaß-Partie“ ihrem Kameraden Oliver Schaller. Dieser hatte Mitte Januar in der Turnhalle Rottsiepen einen Herzinfarkt erlitten und war verstorben – im Alter von erst 37 Jahren.

Zufällig Zeuge des tragischen Geschehens wurde der Bezirksvertreter Oliver Wagner: Mit einer Gruppe der Cronenberger TG hatte der Vorsitzende der Dörper SPD die nachfolgende Trainingsstunde in der Rottsieper Halle belegt. Bei seiner Betroffenheit beließ er es aber nicht. Wagner nahm die dramatischen Ereignisse vom Januar zum Anlass, um bei der Stadt nachzufragen: Wie steht es um die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit Defibrillatoren, wollte der Dörper SPD-Politiker wissen.

Die Wagner-Initiative hat nun die SPD-Fraktion im Wuppertaler Rat aufgeriffen: Zur kommenden Sitzung des Ausschusses für Soziales, Familie und Gesundheit am 15. Juni 2016 hat die SPD einen Antrag eingebracht. Darin wird die Verwaltung um einen Sachstandsbericht zur Verbreitung öffentlich zugänglicher Defibrillatoren (AEDs) im Wuppertaler Stadtgebiet gebeten.

SPD-Sprecher Krings: „Projekt ,defiköln’ zum Vorbild nehmen“

Zudem soll nach dem Willen der SPD eine Prioritätenliste erarbeitet werden, an welchen weiteren Stellen im Stadtgebiet zusätzliche „Defis“ notwendig wären. Insbesondere hält die SPD die Einrichtung der Lebensretter in stark besuchten städtischen Gebäuden für sinnvoll.

Als Vorbild hierfür benennt die SPD das Kölner Projekts „defi-köln“: Hierdurch sei das lebensrettende Thema seit 2009 in der Domstadt fest verankert. Wuppertal hat nach SPD-Ansicht Nachholbedarf: Eine systematische Ausstattung der dafür in Frage kommenden städtischen Gebäude mit Defibrillatoren sei nicht erfolgt, konstatiert SPD-Fraktionssprecher Thomas Kring.

Um das Thema voranzubringen plädiert die SPD in ihrem Antrag dafür, sich durch Vertreter von „defiköln“ in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses über das Thema „Defibrillatoren“ und das Kölner Projekt informieren zu lassen.

Für Sportstätten im CW-Land ist der plötzliche Herztod übrigens kein neues Thema: Im Frühjahr 2009 kam es kurz hintereinander gleich zu zwei Todesfällen. So brach der Chef des ehemaligen Cronenberger akzenta-Marktes in der Sporthalle Am Hofe zusammen und ein Spieler des SV Heckinghausen auf dem Sportplatz Freudenberg – an beiden Sportstätten gab es damals keine Defibrillatoren, beide Betroffene verstarben.

„Defis“ aus der Werkzeugkiste

Angesichts der beiden tragischen Todesfälle 2009 schüttete der Werkzeugkisten-Verein aus dem Erlös der Ausgabe 2011 des Cronenberger Benefizfestes rund 11.000 Euro zur Anschaffung von Defibrillatoren für fünf Dörper Sportvereine sowie das Gartenhallenbad Cronenberg aus. Ein Gerät für die Turnhalle Rottsieper Höhe war nicht dabei – leider, wie sich nun herausstellte. „Defis“ sind im Prinzip „kinderleicht“ zu bedienen und können – bei Herzkammerflimmern eingesetzt – den sogenannten plötzlichen Herztod vermeiden.