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14.06.2016, 14.06 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Küllenhahn: „Megx“-Graffito macht nicht nur Kinder froh…

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Da waren die Küllenhahner Kästen noch kein Kunstwerk: Martin Heuwold ist unter dem Kürzel „Megx“ ein Star in der deutschen Graffiti-Szene.

„Waren die Kästen schon immer hier?“, blieb eine Passantin verwundert stehen, als Graffiti-Künstler Martin Heuwold („Megx“) mit seinem Küllenhahner Graffiti begann. Ja, waren sie, weil verblichen und schmutzig, fielen die Kästen aber nicht ins Auge – warum auch. Das dürfte nun anders sein: Im Auftrag des Bürgervereins Küllenhahn hat Martin Heuwold die Kästen in Szene gesetzt – „Vater – Mutter – Kind“ heißt das Graffito, dass sich der 39-Jährige zu der Küllenhahner „Kasten-Familie“ einfallen ließ (die CW berichtete).

Nach dem „Knusperhäuschen“ nahe des Küllenhahner Bahnhofes an der Sambatrasse und dem neuen Lebenshilfe-Lager an der Heidestraße ist das Graffito am Spielplatz erst die dritte Arbeit von Martin Heuwold im CW-Land. Entlang der Talachse kann man „Megx“-Kunstwerken indes häufiger begegnen: Die Fassade der ehemaligen Elba-Hallen verzierte er mit einem Elba-Ordner, an der Junior Uni ist sein Werk „Kettenreaktion“ zu sehen und ein Stadtwerke-Container am Interims-Busbahnhof auf der B7 wirkt dank Heuwold wie ein Linienbus, während man an der Haltestelle Wieden Schleife auf einem „virtuellen“ Megx-Sofa Platz nehmen kann.

Deutscher Fassadenpreis für die „Megx“-Legobrücke

Wohl bekanntestes Werk des Südstädter Graffiti-Künstlers ist die „Lego-Brücke“: Die Bemalung der Brücke über der Schwesterstraße in der Gestalt von Lego-Steinen brachte Martin Heuwold im Jahre 2011 internationale Beachtung und ein Jahr später die Auszeichnung mit dem Deutschen Fassadenpreis ein. Im Stadtbild von Wuppertal soll es aktuell über hundert „Heuwolds“ geben, allerdings ist Megx mit seinen Sprühdosen längst über seine Heimatstadt hinaus bekannt.

Als Jugendlicher in der illegalen Sprayer-Szene unterwegs, hat es Martin Heuwold zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft, in ganz Deutschland und im Ausland ist er unterwegs. Damit geht der 39-Jährige auch als bestes Beispiel dafür durch, dass Handwerk goldenen Boden hat: Ganz bodenständig hat Martin Heuwold Maler und Lackierer gelernt. Richtig Spaß habe die Lehre in einem kleinen Gevelsberger Betrieb gemacht, erzählt Megx, er habe die Ausbildung sogar mit Auszeichnung abgeschlossen.

Martin Heuwold: Die liebsten „Leinwände“ sind ganze Fassaden

„Dann habe ich aber gemerkt, dass ich mehr kann als Wände nur gelb zu streichen.“ Zumal sich irgendwann die ersten Graffiti-Aufträge einstellten, legte Martin Heuwold Pinsel und Rolle ganz zur Seite und machte sich selbstständig: „Seit 2005 mache ich nur noch Graffiti und keine Malerarbeiten mehr.“ Auch wenn er in den Innenstädten von Barmen und Elberfeld bereits mehrere Kästen zu „Leinwänden“ für seine Graffiti machte, ziehen ihn Fassaden mehr an – dort könne er sich mit seinen Sprühdosen besser „austoben“.

Der Küllenhahner Kästen nahm sich „Megx“ jedoch gerne an: Weil hier gleich drei nebeneinander stehen und die Ecke „cool“ sei – „das ist ja sowas wie der Küllenhahner Times Square hier“, lautete Heuwolds Eindruck nach zwei Tagen Arbeit. Nur dass die belebte Ecke im Dörper Norden nicht mit Leuchtreklame protzt, sondern nun mit einem Megx-Hingucker „klotzt“…

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