Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.11.2016, 19.28 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Und sie würden heute noch einen Apfelbaum pflanzen…

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Marlon (li.) hat schon einen Apfelbaum, Brüderchen Vincent hätte natürlich auch gerne einen..

Marlon hat Freude an dem Apfelbaum, den seine Eltern vor acht Jahren zu seiner Geburt in Kuchhausen pflanzten: „Das macht Spaß zu ernten“, sagt der kleine Dörper dazu: „Und weil es so gut schmeckt.“ In diesem Jahr konnte Marlon Micksch einen Korb voller Äpfel ernten – Apfelkuchen und Gelee ist daraus geworden, ein paar Äpfel hat Marlon auch „so“ gegessen – lecker!

Und ein paar Äpfel hat Marlon bestimmt auch seinem kleinen Bruder Vincent abgegeben – der Dreijährige hat schließlich noch keinen eigenen Apfelbaum. Auf dem Grundstück ihrer Eigentümer-Gemeinschaft in Kuchhausen, wo Marlons Baum steht, geht es nicht und so sehr sich Steffi Micksch mit ihrem Ehemann in den vergangenen drei Jahren auch bemühten, einen anderen Platz für Vincents Apfelbaum haben sie nicht finden können.

Anrufe bei der Stadt, bei der Station Natur und Umwelt, beim Waldpädagogischen Zentrum Burgholz – alles vergebens, berichten die Mickschs. Das Ehepaar gibt aber nicht auf: In ihrer brandenburgischen Heimat sei es Tradition, zur Geburt eines Sohnes einen Apfelbaum zu pflanzen – als Symbol für Fruchtbarkeit, aber auch als symbolischer Lebensbaum für das Kind und nicht zuletzt getreu dem Luther-Satz: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Vincent wurde übrigens am Reformationstag geboren…

Durch das „Fallobst-Foto“ auf der Titelseite der CW schöpften die Kuchhauser neue Hoffnung: Ob sich vielleicht auf der Sudberger Apfelbaum-Wiese, welche Rainer Czeczor fotografiert hatte, ein Plätzchen für den „Vincent-Baum“ finden könnte, fragten sie bei der CW an. Wir leiteten das Anliegen gerne weiter – aber die Eigentümer der Wiese winkten ab, noch mehr Äpfel sollen auf Sudberg nicht vom Baum fallen.

Wer einen Apfelbaum-Plätzchen hat: Bitte bei der CW melden

Nachdem das Fallobst-Foto allerdings für einiges Aufsehen sorgte, sich nicht nur Leser meldeten, welche es bedauerten, dass die Sudberger Äpfel im Gras verfaulen, sondern auch solche, welche die Früchte ernten und verwerten möchten, hoffen auch die Kuchhauser: Vielleicht findet sich über die CW ja auch das seit drei Jahren gesuchte Plätzchen, wo sie einen Apfelbaum für ihren Vincent setzen können.

Wo das Grundstück liegt, ist Steffi Micksch und ihrem Mann egal, Hauptsache sie dürfen dort hin, um den Baum zu pflegen und zu ernten. Zur Belohnung, so versprechen die Kuchhauser, gibt’s auch einen Ernte-Anteil – einen Kuchen, Gelee oder Mus mit Früchten vom Vincent-Baum… Wer ein Plätzchen bereit stellen kann, wo die Mikschs einen Baum für Sohn Vincent pflanzen können, möchte sich bei der CW unter Telefon 0202 478 11 00 oder auch an info@cronenberger-woche.de melden