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15.03.2017, 09.53 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Peter Stroucken: „Mister RSC“ wird heute 70 Jahre alt

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Möchte die Fäden noch ein paar Jahre in der Hand behalten: „Mister RSC“ Peter Stroucken mit einer Marionette von sich, die er zum 60. Geburtstag geschenkt bekam. _Foto: Meinhard Koke

Läge Cronenberg in Spanien, Portugal oder auch Argentinien, dann sähe die Sache ganz anders aus. Dann wäre der RSC Cronenberg so bekannt wie der FC Bayern, „Barca“ oder Benfica, Jordi Molet, Benni Nusch & Co. liefen als höchstbezahlte Profis vor tausenden Zuschauern auf und „Mister RSC“ Peter Stroucken könnte sich zu seinem 70. Geburtstag am heutigen 15. März 2017 der Lobeshymnen in den überregionalen Sport-Gazetten sicher sein. Aber auch wenn er mit dem RSC Cronenberg seit über vier Jahrzehnten einen der Spitzenvereine des deutschen Rollhockeys führt, ist Peter Stroucken über die Rollhockey-Szene hinaus wenig bekannt.

Denn: Cronenberg liegt nun einmal in Wuppertal und Rollho-ckey ist hierzulande eine Randsportart. Als Spieler brachte es Peter Stroucken zwar „nur“ auf drei Einsätze in der Junioren-Nationalmannschaft, als Funktionär jedoch ist er einer der ganz Großen des deutschen Rollhockeys. Erst jüngst wurde er zum Präsidenten des Rollhockey- und Inline-Verbandes (RIV) NRW gewählt (die CW berichtete), seit 2002 ist er Vorsitzender der Sportkommission Rollhockey im deutschen Verband DRIV und seit vier Jahren macht er auch noch den Vorsitzenden des Stadtsportbundes Wuppertal – Peter Stroucken ist ein Rollhockey-Schwergewicht.

„Die großen Erfolge kamen erst nach meinem Abtritt…“

Dazu gekommen ist er eher per Zufall: Als 1956/57 die RSC-Familie gegenüber dem Elternhaus am Hofe die Rollsportbahn baute, war die Baustelle natürlich spannend. Er packte mit an – am Ende zog er die Fußballschuhe aus, streifte die Rollschuhe über und wurde ein RSC-Löwe. Die ersten Rollschuhe bekam er vom legendären RSC-Gründer Alfred Henckels geliehen, die ersten Einsätze hatte Peter Stroucken im Tor – „da musste man ja nicht Rollschuhlaufen können“, lacht Stroucken. Das lernte er dann aber schnell und es ging raus aus dem Tor – gemeinsam mit Klaus Wulfmeier bildete Peter Stroucken den kongenialen Sturm der legendären Löwen-Mannschaft, die 1972 erstmalig den Sprung in die Rollhockey-Bundesliga schaffte.

Die richtig großen Erfolge stellten sich aber erst ein, nachdem Peter Stroucken 1976 den Vorsitz des RSC übernommen hatte. „Die erste Mannschaft ist erst richtig gut geworden, als ich aufgehört hatte“, lacht Stroucken und tatsächlich: Ab 1980 holten die Grün-Weißen 13 deutsche Meistertitel, zehn Pokalsiege und liefen regelmäßig in der Champions League auf. Weiterer Meilenstein war der Bau der Alfred-Henckels-Halle, die 1987 eingeweiht wurde. Die 1,1 Millionen D-Mark teure Löwen-Höhle bedeutete für den RSC zwar einen finanziellen Kraftakt, zumal die Unterhaltungskosten bis heute aufgebracht sein wollen. Letztlich zahlt sich der Bau aber aus, als einziger Verein neben Düsseldorf und Weil verfügt der RSC über eine eigene Heimstatt  – gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Klaus Wulfmeier und Hans-Alfred Henckels hat Peter Stroucken den RSC auch insofern an die Spitze geführt.

„Nebenher“: Firma aus der Pleite zum Top-Dienstleister geformt

Und zwar „nebenher“, denn RSC und Rollsport sind Leidenschaft, „seine Brötchen“ verdient Peter Stroucken mit seiner Firma Vaupel Service & Team Stromrichter GmbH. Als dem Unternehmen 1985 der Zusammenbruch drohte, übernahmen der kaufmännische Angestellte Peter Stroucken und Elektriker Heinz-Werner Schneider – mit Erfolg: Vaupel gilt in Sachen Notstromversorgung heute als eines der führenden Service-Unternehmen der Republik – auch beruflich hat Peter Stroucken Erfolgsgeschichte geschrieben. Mit Tochter Miriam Stroucken-Hirsch sowie Stefan Schneider, dem Sohn seines Freundes und Geschäftspartners, sitzt die zweite Generation in der Firmenleitung schon am Schreibtisch.

Zumal die Gesundheit mitspielt, möchte Peter Stroucken aber noch ein paar Jahre „im Geschäft“ bleiben – sowohl bei seiner Firma in Rottsiepen wie beim RSC. „Wenn sie mich wollen“, sagt Stroucken mit Blick auf die kommende Jahreshauptversammlung der Grün-Weißen. Ehefrau Magdalene, mit der er bereits seit 1969 verheiratet ist, lässt ihn jedenfalls, vorausgesetzt der Freitagabend bleibt weiter für Familie und Freunde frei. „Bis zum nächsten Meistertitel“, gibt Peter Stroucken dabei als sein Ziel beim RSC aus. Das meint „Mister RSC“ zwar angesichts des Umbruchs bei den Löwen und den Cats nicht so ganz ernst. Dass der RSC bald wieder ein Wörtchen um die Titel mitreden wird, davon ist Stroucken aber fest überzeugt.

Der Nachwuchs sei da und mit Jordi Molet habe man einen Glückgriff getan – „wir sind auf dem richtigen Weg“, glaubt Peter Stroucken. Auch das wünscht man ihm zum 70sten…