26.05.2017, 16.29 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Landtagswahl 2017: Das Dorf sieht schwarz, die Stadt aber rot

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Markant am Dörper Zweitstimmen-Ergebnis: Für SPD und CDU gab’s im Vergleich zu den Erststimmen jeweils mehrere Prozentpunkte weniger, die FDP erhielt indes weit mehr Zweitstimmen. Grafik: votemanager/Stadt Wuppertal

Das Land sieht schwarz, aber Wuppertal sieht rot – so lässt sich in Sachen Farbenlehre der Ausgang der Landtagswahl 2017 beschreiben: Während die Landesregierung aus SPD (31,2 Prozent) und Grünen (6,4 Prozent) in ganz NRW eine krachende Niederlage mit einem Stimmenminus von insgesamt knapp 13 Prozent einstecken musste und die Landes-CDU satte 6,6 Prozent auf 33 Prozent hinzugewann, konnten in der Stadt alle drei Wuppertaler SPD-Abgeordneten ihre Mandate verteidigen.

Auch wenn die SPD in der Stadt bei den Erststimmen fast 11 Prozent einbüßte und bei den Zweitstimmen um 7,77 Prozent schrumpfte, während die CDU hier rund 7,5 Prozent zulegte, zogen Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann (Foto) erneut in den Düsseldorfer Landtag ein. Besonders spannend machte es dabei Josef Neumann im Cronenberger Misch-Wahlkreis Wuppertal III – Solingen II.

Während in Düsseldorf schon getrauert beziehungsweise gefeiert wurde, lieferten sich SPD-Amtsinhaber Josef Neumann und CDU-Herausforderer Kai Sturmfels im Cronenberger Wahlkreis 33 Wuppertal III-Solingen II bis in den Abend ein spannendes Rennen. Am Ende verteidigte „Platzhirsch“ Neumann seinen Landtagssitz mit 36,2 Prozent vor Sturmfels, der auf 33,06 Prozentpunkte kam – zumindest in Wuppertal konnte sich die SPD damit über den Wahlausgang freuen.

Josef Neumann: In Solingen verloren, in Wuppertal gewonnen

Der Erfolg von Neumann, der nach 2010 und 2012 zum dritten Mal in den Landtag gewählt wurde, und zwar mit dem zweitbesten Ergebnis der drei SPD-Kandidaten, war in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Seine Heimatstadt Solingen wählte nämlich mehrheitlich die CDU, im Wuppertaler Teil des Wahlkreises fuhr der 56-Jährige Sozialpolitiker vielmehr seinen erneuten Wahlsieg ein. So gewann Neumann mit Vohwinkel (38,7%), Friedrichsberg (39,16%), Elberfeld-West (34,39%) und am Grifflenberg (33,23%) fast alle seiner Wuppertaler Bezirke.

Für die kommenden fünf Jahre verspricht Josef Neumann, auch weiterhin für die Menschen da und ansprechbar sein zu wollen. Das Projekt „Küllenhahner Bahnhof“ sei dabei kein Wahlkampf-Gag – „das bleibt ganz oben auf meiner Agenda im Wahlkreis“. -Foto: privat

Für die kommenden fünf Jahre verspricht Josef Neumann, auch weiterhin für die Menschen da und ansprechbar sein zu wollen. Das Projekt „Küllenhahner Bahnhof“ sei dabei kein Wahlkampf-Gag – „das bleibt ganz oben auf meiner Agenda im Wahlkreis“. -Foto: privat

Fast alle, denn in Cronenberg landete Neumann auf Platz 2 hinter CDU-Kandidat Sturmfels. Allerdings fiel das Ergebnis im traditionell mehrheitlich schwarz wählenden Dorf denkbar knapp aus: Sturmfels behielt hier lediglich mit 35,48% gegenüber 33,78% (Neumann) die Oberhand – mit nur 200 Stimmen weniger konnte Josef Neumann sein Cronenberger Ergebnis durchaus als einen Achtungserfolg verbuchen.

Sieger Neumann: Fünf Prozent mehr Erststimmen als die SPD geholt

Und zudem erreichte der Wahlsieger rund fünf Prozent mehr (Erst-)Stimmen, als die SPD im Wahlkreis an Zweistimmen erhielt (31,54%). Entsprechend zeigte sich Josef Neumann angesichts der „Großwetterlage“ im Land mit seinem Ergebnis zufrieden: „Ich glaube, dass die Mehrzahl der Menschen meine Arbeit anerkannt hat“, deutete der SPD-Landespolitiker seinen Erfolg auch als Belohnung dafür, dass er in der vergangenen Legislatur „viel im Wahlkreis unterwegs gewesen“ sei.

Als eine Ursache für das miserable Abschneiden seiner Landespartei verortete Neumann die Wahlkampagne der SPD. Man habe es nicht geschafft, die entscheidenden Themen an den Wähler zu bringen, mit zum Beispiel einem Mops-Plakat sei das aber auch eine Herausforderung gewesen. Insofern sei eine Ursache für den SPD-Wahlsieg in Wuppertal vielleicht, dass sich die drei Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten davon abgehoben hätten: „Es war wichtig, dass wir unsere eigene Kampagne gemacht haben.“

 

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