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21.07.2017, 19.55 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Er ist „fühlbar fit“: Sven Steup „finishte“ beim Ironman!

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Sven Steup auf den letzten Ironman-Metern am Frankfurter Römer. -Foto: privat

„Fühlbar fit“ war zwar mit Fußball-Dart sowie Kangoo-Jumpern am Ehrenmal vertreten. Sven Steup, Inhaber des Dörper Personal-Fitness-Studios „Fühlbar fit“, war aber nicht selbst bei der Kiste dabei. Steup hatte eine gute Entschuldigung: Am Sonntag danach, dem 9. Juli 2017, ging der 41-Jährige mit rund 3.100 Teilnehmern beim Ironman in Frankfurt an den Start.

Die Teilnahme bei den „Mainova Ironman European Champion-ships“ war ein sportlicher Lebenstraum von Steup – ein Cronenberg-Bier und eine Feuerwehrwurst auf der Kiste hätten diesen Traum zum Platzen bringen können. Schließlich galt es in der Main-Metropole 3,8 Kilometer zu schwimmen, fast 180 Kilometer auf dem Rad zu absolvieren und zum Finale 42,2 Kilometer zu laufen – ein Pensum, für die ein fröhlicher Kisten-Tag zuvor nicht unbedingt die geeignete Vorbereitung sein dürfte.

Konzentration statt Kiste

„Konzentration statt Kiste“, diese Rechnung von Sven Steup ging auf: Der „Dörper Ironman“ schaffte es nicht nur ins Ziel, in einer Gesamtzeit von 10:56:55 Stunden packte Steup auch das selbst gesteckte Traumziel, unter elf Stunden zu finishen. Lebenstraum erfüllt? „Ja, das war’s“, berichtet Sven Steup: „Wenn man das einmal erlebt hat, auf dem roten Teppich am Römer einzulaufen – es gibt wenig Besseres in meiner sportlichen Laufbahn.“ Das will was heißen, schließlich hat Steup in seiner aktiven Zeit als Fußballer oder als Rollhockey-Trainer des RSC Cronenberg und der Nationalmannschaft einiges erreicht.

Seine Ironman-Teilnahme sei allerdings etwas ganz Spezielles gewesen, da er diese nicht in beziehungsweise mit einer Mannschaft, sondern als Einzelsportler absolviert habe: „Am Ende kann dann kein Schiri oder Mitspieler schuld sein – das ist man dann selbst gewesen…“, erklärt Steup.
Mit dem SpardaCross-Triathlon rund um das Freibad Neuenhof, den er 2012 gemeinsam mit seinem damaligen Team des RSC Cronenberg absolvierte, stieg Sven Steup ins „Triathlon-Geschäft“ ein. Auf seinen Start in Frankfurt bereitete sich der Cronenberger in den vergangenen 18 Monaten gezielt vor: „Das ist ein bisschen Harakiri, weil man einen Ironman eigentlich erst nach der dritten Saison angehen soll“, erläutert der Dörper.

Ironman-Zieleinlauf: „Das war schon sehr geil…“

Sven Steup wagte den „Frühstart“ dennoch und mit einer speziellen Taktik: Nicht überpacen und die Kräfte einteilen, klar. „Ich habe zudem versucht, mir die Distanzen im Kopf kleinzurechnen“, erklärt der Triathlet. Steup schaute also nicht auf die Gesamtdistanzen, sondern legte sich Etappen zurecht – „das hat sich ganz gut angefühlt“, dennoch: „Der Ironman ist schon ein Riesenbrett.“

Erst als er nach 31 Laufkilometern wusste, dass er den Zieleinlauf schaffen würde, schaute Steup auf die Uhr. Da habe er dann realisiert, dass er unter elf Stunden bleiben könnte – „dann habe ich noch einmal alles gegeben“. Das zahlte sich aus, 3:05 Minuten blieb Steup unter seiner Zielmarke: „Man kann es gar nicht so recht glauben, das für sich geschafft zu haben“, blickt der Cronenberger auf seinen Zieleinlauf am Römerberg zurück: „Das war schon sehr geil.“

Sven Steup: Platz 175 in der Ironman-Altersklasse

Den Frankfurter Ironman gewann übrigens Titelverteidiger Sebastian Kienle in 7:41:42 Stunden. Sven Steup belegte Platz 878, in seiner Altersklasse 40 schaffte er es sogar auf Rang 175. „Ich habe das Gefühl, im Kreis zu grinsen“, zeigte sich der Cronenberger noch drei Tage nach dem Wettbewerb in „Finisher-Laune“: „Aber unten rum tut alles weh…“. Der letzte Ironman soll der Sonntag am Main dennoch nicht gewesen sein…