11.09.2017, 20.40 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Problem-Fuchs“: Keine Handhabe für Ämter, Polizei und Jäger

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Ist er krank oder einfach nur ein „Stadt-Reineke“? Dieser Fuchs beschäftigt die Bewohner im Cronenberger Süden. Auch wenn manche die hautnahen Begegnungen mit dem eigentlich scheuen Tier toll finden, das sollte man nicht machen: den Fuchs streicheln oder anfüttern! -Foto: Monika Müller

Was macht der „Problem-Fuchs“ aus dem Cronenberger Süden (die CW berichtete)? Nichts Neues: Das Tier trottet weiter durch die Bereiche Rottsiepen/Oberheidt, liegt hier unbeeindruckt am Straßenrand oder da sogar auf der Fahrbahn und schaut dort in Privatgärten rein. Das ist das Problem: Ordnungsamt, Polizei Cronenberg, Untere Jagdbehörde und, und, und wurden in den vergangenen Wochen mit Anrufen geradezu bombardiert – die Bewohner im Dörper Süden sind verunsichert.

Die einen haben Angst um den Rotpelz, sorgen sich, dass ihm etwas passieren, er angefahren oder er sogar abgeschossen werden könnte. Andere befürchten, der Fuchs wäre deshalb so auffallend wenig scheu, weil er krank sei, sodass sich Kinder, Katzen und Hunde anstecken könnten. 14 Hunde, so ein Gerücht, das die Runde macht, sollen sich von dem „Problem-Fuchs“ schon infiziert worden sein.

„Von dem Tier geht keine Gefahr aus“, stellt indes Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler klar. Der letzten Tollwut-Fall in Zusammenhang mit einem Fuchs datiere in Wuppertal aus dem Jahr 2009. Dazu passtm dass Deutschland seit Jahren schon als tollwutfrei gilt – so konnte auch bei einem „Problem-Fuchs“, der Ende April in Frankfurt erschossen wurde, denn auch keine Tollwut festgestellt werden.

„Wildtiere gehören in Randgebieten wie Cronenberg nun einmal dazu…“

Da der Cronenberger „Problem-Fuchs“ (bisher) keine Gefahr darstellte, sind den Verantwortlichen die Hände gebunden, weiß Florian Schmahl jr.: Weil der Rottsieper Reineke, so erläutert der zuständige Jagdausübungsberechtigte, in einem sogenannten „befriedeten Bezirk“, sprich einem Wohngebiet, unterwegs sei, könnten Jäger, Polizei oder auch Ordnungsamt nicht eingreifen. Fallen aufstellen oder das Tier sogar abschießen, „das geht nur, wenn Gefahr in Verzug ist“, erklärt Florian Schmahl jr.

Insofern setzen die Verantwortlichen darauf, dass sich das Problem von selbst löst, sprich sich der Rotpelz von selbst von dannen macht. Damit das geschieht, sollte man, so appellieren Ulrike Schmidt-Keßler und Florian Schmahl jr., auf keinem Fall eins machen: den Fuchs anfüttern. „Die Leute meinen das sicher gut, aber das ist das Falscheste“, weiß Jagd-Experte Schmahl – warum sollte sich auch ein schlauer Füchse von einem gedeckten Tisch verabschieden…

Insofern lautet der dringende Rat von Stadt und Jägern: Den Fuchs nicht streicheln und füttern, am besten das Tier in Ruhe lassen. Kindergärten und Grundschule wurden dazu bereits informiert, Hundehalter sollten ihre Vierbeiner in dem Bereich derzeit besser an der Leine führen. „In städtischen Randbezirken muss man damit rechnen“, wirbt Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler um Verständnis für die Situation: Wildtiere gehörten in Bereichen wie Cronenberg nun einmal zum Leben dazu…

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