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06.11.2017, 19.23 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Turbo-Abitur“: Das CFG will schon ab 2018 zurück zu G9

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CFG-Leiter Reinold Mertens und Stellvertreterin Dr. Cornelia Wissemann-Hartmann setzen auf G9 mit G8-Option. -Meinhard Koke

„Die angekündigte Rückkehr zu G9 durch CDU/FDP wirft viele Fragen auf“, hieß es im Juni, nachdem die neue NRW-Landesregierung die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) verkündet hatte: Viele Details zu dem „Salto rückwärts“ seien noch ungeklärt. Während der entsprechende Gesetzentwurf von NRW-Schul­ministerin Yvonne Gebauer (FDP) nun noch für diesen Herbst angekündigt ist, herrscht am Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) bereits Klarheit: Das Küllenhahner Gymnasium kehrt zu G9 zurück.

Die wichtige Nachricht für alle Viertklässler-Eltern, die vor der Frage stehen, auf welche weiterführende Schule sie ihr Kind ab nächstem Jahr schicken möchten und die sich deshalb für den CFG-Infoabend am 14. November 2017 interessieren: Das Fuhlrott-Gymnasium möchte bereits ab dem Schuljahr 2018/19 zurück zu G9. Mit einer Voraussetzung: Wenn es das NRW-Schulgesetz dann zulasse, unterstreichen CFG-Leiter Reinold Mertens und Stellvertreterin Dr. Cornelia Wissemann-Hartmann. Laut Fahrplan von Schulministerin Gebauer soll das G9-Gesetz im Sommer 2018 beschlossen werden – das würde also passen.

Über Springer-Kurse: Wahl-Möglichkeit für G8 bleibt erhalten

Zwölf Jahre nach Einführung des „Turbo-Abiturs“ G8 ist das CFG das erste Wuppertaler Gymnasium, das sich zur G9-Rückkehr positioniert. Ein Schnellschuss ist das jedoch nicht: Rund ein Jahr lang wurde das Thema „G8/G9“ beraten. Ob mit Schülern, Eltern oder Lehrern, „wir haben uns ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt“, betont Cornelia Wissemann-Hartmann: „Einstimmiger Beschluss der Schulkonferenz war: Wir gehen zurück zu G9.“

Wobei: Für „D-Zug“-Schüler, die weiterhin nach acht Jahren Abi machen möchten, ist der Zug am Küllenhahner Gymnasium damit nicht abgefahren. Wer es möchte, wird sich in den bewährten „Springer-Kursen“ am CFG im Verlauf des zweiten Halbjahres des zehnten Schuljahres fit machen können, um dann im Anschluss in die Jahrgangsstufe 12 zu springen und das Abitur schon nach acht Jahren ablegen zu können. Auf maximal 15 Prozent pro Jahrgang schätzt Reinhold Mertens die Zahl seiner Schüler, welche die G8-Möglichkeit nutzen werden.

„Wir möchten den Schülern die Zeit zurückgeben…“

„So gibt es für niemanden Nachteile“ , sagt Reinold Mertens zu dem CFG-Modell: „Wir gehen zwar zurück zu G9, picken uns aber die Filetstücke von G8 raus.“ Mit der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren erhoffen sich Reinold Mertens und Cornelia Wissemann-Hartmann Positiv-Effekte in vieler Hinsicht. In dem Mehr an Schulzeit könne nicht nur die Bildung vertieft, sondern auch die soziale Verantwortung beziehungsweise die Sekundärtugenden der Schüler gestärkt werden. Bei G8 hätten die Schüler unter Schul- und Freizeitstress gelitten – „die Zeit, sich über den Stundenplan hinaus zu betätigen, möchten wir den Schülern zurückgeben.“

Im Ergebnis, sind Reinold Mertens und Cornelia Wissemann-Hartmann überzeugt, bedeute das ein Gewinn – an Lebenserfahrung, an Reife und an Qualität der Bildung, „wir bekommen mehr Ruhe in den Schulalltag und mehr Tiefe“. Obwohl es mehr Arbeit bedeute, habe sich nicht umsonst die gesamte Lehrerschaft des CFG pro G9 ausgesprochen…