Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

31.01.2018, 12.06 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Abitur und dann? CFG und Universität unterzeichnen Kooperation

Artikelfoto

CFG-Leiter Reinold Mertens und Stellvertreterin Dr. Cornelia Wissemann-Hartmann (re.) bei der Unterzeichnung mit Prof. Dr. Andreas Frommer (2.v.l.) und Dr. Christine Hummel von der Uni.

Es ist kaum eine Neuigkeit, dass Schule längst nicht mehr nur in den Klassenzimmern stattfindet. Ebenso wenig lernt man „in der Penne“ nicht mehr nur für die nächste Klausur beziehungsweise den Abschluss, Schule bereitet auch aufs Leben vor. Austausche, Praktika, Arbeitsgemeinschaften oder Projekte und Kooperationen dienen dazu, die Schüler möglichst „fit“ für das „Danach“ zu machen. Hierzu hat das Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) zum Beispiel bereits vor Jahren Kooperationen mit Unternehmen geschlossen: Mit den Firmen Knipex und Coroplast sowie der Bayer AG hat das Küllenhahner Gymnasium namhafte Partner gewonnen, die den Schülern realitätsnahe Einblicke in die Arbeitswelt gewähren.

Während diese Partnerschaften Anstöße für eine berufliche Entwicklung auch jenseits eines Studiums geben können, hat das Fuhlrott-Gymnasium nun eine Kooperation aus der Taufe gehoben, welche (noch) besser auf die Hochschul-Ausbildung vorbereiten soll: Daher unterzeichneten CFG-Leiter Reinold Mertens mit Studienberaterin Dr. Christine Hummel sowie Prof. Dr. Andreas Frommer, dem Prorektor für Forschung und Lehre, als Vertreter der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) eine Kooperationsvereinbarung.

„Starke Schulen brauchen starke Partner“ – wie die Uni

Praktisch läuft die Kooperation zwischen Uni und CFG zwar schon auf unterschiedlichsten Feldern, wie bei der Lehrer-Ausbildung, der Schüler-Sternwarte auf dem Dach des Schulzentrums oder auch in Form der Schüler-Labore an der Uni. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung fixierten CFG und BUW die Zusammenarbeit nun auch formal, um sie – wie Reinold Mertens betonte – unabhängig von einzelnen Personen verlässlich und nachhaltig zu verankern: „Starke Schulen brauchen starke Partner“, unterstrich Mertens im Rahmen der kleinen Feierstunde in der Schulbibliothek: „Und die Bergische Universität ist ein solcher starker Partner.“

Wie am Rande der Unterzeichnung deutlich wurde, hat die Kooperation große Bedeutung: Laut Claus Wyneken streben schließlich bis zu 80 Prozent aller Fuhlrott-Absolventen nach dem Abitur ein Hochschulstudium an. Allerdings, so weiß der CFG-Oberstufen-Koordinator auch, seien zahlreiche Abiturienten unsicher, für welches Fach sie sich einschreiben sollten – die Vielfalt der Möglichkeiten, die vielen offenstehenden Türen machten die Gymnasiasten auch ein stückweit orientierungslos. Zumal durch das Turbo-Abitur zudem jünger weg von der Schulbank, nähmen nicht wenige daher erst einmal ein „Auszeit-Jahr“, berichtet Claus Wyneken – um ins Ausland zu gehen, ein freiwilliges soziales Jahr oder auch den Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren.

Ziel: Orientierungs-Probleme und Abbrecher-Quote senken

Die Kooperation als ein verbesserter Kompass ist aber keine Einbahnstraße, sondern macht auch aus Uni-Sicht viel Sinn: Zum einen, so erläuterte Prorektor Andreas Frommelt, weil rund 40 Prozent der Studenten am Grifflenberg aus der Region kämen. Vor allem aber, weil ein durchaus großer Anteil der Studierenden offenbar zunächst das falsche Fach erwischt. Hierzu hatte Prorektor Frommelt ganz frische Zahlen im Gepäck: Von den rund 3.700 aktuellen Erstsemestern, so Frommelt auf CW-Nachfrage, waren mit 1.200 Studenten immerhin rund ein Drittel schon einmal in einem anderen Fach eingeschrieben.

Um Orientierungs-Probleme und Abbrecher-Quote zu senken, will die Kooperation – übrigens erst die sechste mit einer Schule im Bergischen – die Fuhlrott-Gymnasiasten noch enger in Kontakt zur Bergischen Universität bringen. Über Info-Tage, Führungen, Schnupper-Vorlesungen, Beratungsangebote oder auch Projekte sollen sie die Uni „live“ erleben können und so auch mögliche Schwellenängste verlieren. Starke Bildungspartner bräuchten auch den Mut, neue Wege zu gehen, sagte CFG-Leiter Reinold Mertens an die Adresse der Uni-Vertreter: „Wir sind bereit, diese Wege mit Ihnen zu gehen.“