Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

21.03.2018, 15.22 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Schulanmeldungen: „Süd“ und die Gesamtschulen sind am Limit

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Skizzierten die Zahlen der weiterführenden Schulen in der Stadt: Schuldezernent Dr. Stefan Kühn und Sabine Fahrenkrog, Leiterin des Stadtbetriebs Schulen. -Foto: Meinhard Koke

Die Stadt ist wieder auf Wachstumskurs – auch bei den Schülerzahlen: 2.935 Schüler wurden zum Schuljahr 2018/19 an den weiterführenden Schulen Wuppertals angemeldet – ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.795). „Das hört sich nicht viel an, aber das ist schon heftig“, sagte Schuldezernent Dr. Stefan Kühn bei der Vorstellung der Anmeldestatistik. Zumal sich der Zuwachs in den nächsten Jahren fortsetzen werde, forderte Kühn: „Wir brauchen mehr Schulraum.“

Bei fast allen Schulformen sind die Anmeldezahlen gestiegen, einzige Ausnahme: Die sechs Hauptschulen in der Stadt verzeichnen ein leichtes Minus von 8,9 auf nunmehr 8,1 Prozent. Dennoch: „Das ist eine Stabilität auf niedrigem Niveau, alle Schulen sind solide zweizügig“, betonte Dezernent Kühn auch, dass man froh sei, die Hauptschule in Wuppertal erhalten zu haben – „andere Städte haben das nicht gemacht“.

Bayer-Realschule: Kein Platz für 20 Prozent der Anmeldungen

Die neun Realschulen steigerten ihren Schüler-Anteil indes von 24,2 auf 25,7 Prozent. Da die Max-Planck-Realschule im Schulzentrum Ost durch Anmietung neuer Räume nunmehr fünfzügig werden wird, verbuchte sie mit 145 Schülern die meisten Anmeldungen. Damit verdrängte sie die Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) auf Platz 2. Die Küllenhahner Realschule bleibt aber unvermindert beliebt: 153 Eltern wollten ihre Kinder auf die FBR schicken, aber „nur“ 124 Neuschüler konnten aufgenommen werden. Bei rund 20 Prozent liegt also die Absage-Quote – „einen solchen Überhang gibt es nur an der Friedrich-Bayer-Realschule“, erläuterte Dezernent Stefan Kühn.

Fuhlrott-Gymnasium: Wieder die meisten Anmeldungen

Ähnliches Bild beim „Hausnachbarn“ Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG): Mit 186 Anmeldungen (2017: 177) verbucht das Gymnasium im „Süd“ einmal mehr die meisten Neuschüler. Dennoch konnten nicht alle Aufnahme-Wünsche erfüllt werden: Denn 208 Viertklässler wollten aufs CFG wechseln – mehr als zehn Prozent mussten hier also abgewiesen werden. „An der Seilbahn kann das nicht liegen“, kommentierte Stefan Kühn die hohe Nachfrage nach den Schulen am Jung-Stilling-Weg: „Die beiden Schulen harmonieren hervorragend – Hartmut Eulner und Reinold Mertens sind das neue Dream-Team.“

Fried-Gesamtschule: Über 30-prozentige Ablehnungsquote

Aber auch insgesamt werden die neun Gymnasien in der Stadt zum kommenden Schuljahr größer: Mit 997 Anmeldungen (2017: 928) wuchs ihr Neuschüler-Anteil von 33,2 Prozent auf 34 Prozent. Anders bei den Gesamtschulen: Sie wachsen nur marginal um 994 Neuschüler (2017: 942), sodass der Gesamtanteil leicht von 33,7 (2017) auf nunmehr 32,2 Prozent sank. Mit rückläufiger Beliebtheit hängt das allerdings kaum zusammen: Alle sechs Gesamtschulen in der Stadt sind vielmehr am Limit, insgesamt 450 Anmeldewünsche mussten abgelehnt werden (2017: 350). An der Erich-Fried-Gesamtschule (EFG) zum Beispiel wurden 232 Neuschüler angemeldet, nur 168 davon (2017: 162) konnten angenommen werden.

Ob des großen Überhangs setzt Schulderzernent Stefan Kühn auf die siebte Gesamtschule, die dort gebaut werden soll, wo auch der Bedarf sei – im Wuppertaler Osten. Denn: Wie Kühn erläuterte, ist der Schülerzuwachs ausschließlich dem Zuzug von Migranten geschuldet – und die wohnten nun mal vor allem entlang der Talachse und im Osten. Auch wenn, wie Kühn weiter betonte, der Schulwunsch „Gymnasium“ zu 100 Prozent erfüllt werde, soll auch das Schulzentrum erweitert werden: Hier hofft die Stadt durch die Verlagerung des Bandwebermuseums sowie einen Anbau den auch durch die Rückkehr zum G9-Abitur dringend benötigten zusätzlichen Schulraum schaffen zu können.

Kein Bedarf für die Schule Berghauser Straße

Auch wenn Stefan Kühn ob der Zuwächse betont: „Wir geben freiwillig keinen Schulraum mehr her“, an eine Reaktivierung der Schule Berghauser Straße ist nicht gedacht. Es bleibe dabei, die Schule, in der aktuell noch Teile des Berufskollegs Haspel ausgelagert sind, soll Anfang der 2020er-Jahre geschlossen werden: „Aktuell sehen wir hier keine schulischen Bedarfe“, sagte Dezernent Kühn zur CW.Trotz des hohen Anmelde-Überhangs: An der Wuppertaler Praxis der Erst-Anmeldung an den Gesamtschulen will Dezernent Kühn nicht rütteln.

Eine gleichzeitige Anmeldefrist an allen Schulformen wäre ein organisatorisches Problem und würde bei der Elternschaft für „ganz große Unsicherheit“ sorgen. Nicht umsonst habe das Land die Wuppertaler Praxis stets genehmigt – auch die neue CDU/FDP-Landesregierung …