10.08.2018, 10.07 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Urteil: VRR muss Fahrgastzahlen an Seilbahn-Gegner rausgeben

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In Koblenz schwebt eine Seilbahn von der Festung Ehrenbreitstein zum Deutschen Eck. Ob in Wuppertal eine Seilbahn den Hauptbahnhof mit der Universität und dem Schulzentrum Süd verbinden wird, ist weiterhin höchst umstritten. -Foto: Meinhard Koke

Als Erfolg verbucht der Verein „Seilbahnfreies Wuppertal“ einen Entscheid des Verwaltungsgerichts Düsseldorf: Die Richter gaben der Klage der Seilbahn-Gegner recht und verpflichteten den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) dazu, die Fahrgastzahlen der durch den Bau einer Seilbahn vom Hauptbahnhof zum Schulzentrum Süd betroffenen Buslinien herauszugeben.

Dies hatte der VRR zuvor abgelehnt, da die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) die Daten zum Betriebsgeheimnis erklärt und daher die Herausgabe untersagt hatten. Betroffen sind die Zahlen der Linien 603, 613, 615, 625, 635 und 607 sowie der Linien 645, CE64, CE65, E860 und des Uni Express. Da deren Fahrgast-Zahlen die Basis für die Bewertung der Förderfähigkeit des Seilbahn-Projekts seien, hatten die Seilbahn-Gegner auf Herausgabe gepocht und vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

„Offenbar sollen Planungen, die abseits der öffentlichen Wahrnehmung getroffene Richtungsentscheidungen nachträglich legitimieren, nicht kritisch hinterfragt werden“, kritisiert der Verein „Seilbahnfreies Wuppertal“ in einer Mitteilung, dass die von Oberbürgermeister Andreas Mucke und den Stadtwerken versprochene Transparenz zum Thema „Seilbahn“ nun erst auf dem Klageweg habe erreicht werden können. Solange Politik und Verwaltung nicht bereit seien, mit dem Bürger Informationen zu teilen, habe Bürgerbeteiligung nur einen Placebo-Effekt.

Die Seilbahn-Gegner kündigten an, die Fahrgast-Zahlen nun analysieren und bewerten zu wollen. Gegebenenfalls werde man die Offenlegung weiterer Daten zur Berechnung der Förderfähigkeit des Seilbahn-Projekts fordern. WSW-Sprecher Holger Stephan kommentierte den Düsseldorfer Entscheid derweil gelassen: Die Fahrgastzahlen seien sensible Daten, die man natürlich nicht gerne rausgebe – „selbstverständlich werden wir die Zahlen nun offenlegen, wenn der VVR uns dazu auffordert“.

Das Seilbahn-Projekt sieht Stephan durch das Düsseldorfer Urteil nicht gefährdet: „Wenn das so wäre, hieße das ja, dass wir gelogen hätten“, sagte der WSW-Sprecher gegenüber der CW.

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Lars
    10.08.2018, 13:31 Uhr   |   Direktlink

    Ob es sich hier um einen Erfolg der Seilbahngegner handelt, sei einmal dahin gestellt. Der vermutliche Inhalt der Daten, könnte nämlich für die Seilbahn sprechen und ausgerechnet gegen Buslinien in der Südstadt. Auch ohne Seilbahn, wäre nämlich der Südast der Linie 645 akut gefährdet. Die Fahrtzeit zwischen Hauptbahnhof über die Uni zum Hahnerberg und Schulzentrum Süd ist viel zu lang, um eine attraktive Verbindung darzustellen. Es wird raus kommen, dass gerade in der oberen Südstadt zwischen Uni und Hahnerberg, ein Potenzial zur Taktausdünnung besteht oder die 645 südlich der Uni gar eingestellt wird. Die Linie 615 bedient die Strecke ausreichend. Es wird raus kommen, dass die meisten Fahrgäste aus Richtung Cronenberg, Mastweg, Remscheid und Solingen kommen. Diese könnten dann gebündelt ohne Stress und Stau mit der Seilbahn im Minutentakt in die City weiter fahren. Dann die größte Fahrgastzahl zwischen Hauptbahnhof und Uni. Alles Daten, welche vermutlich deutlich für eine Stadtbahn als Seilbahn sprechen.

  2. Sabine
    10.08.2018, 16:45 Uhr   |   Direktlink

    Wenn es so ist, dass die meisten Fahrgäste aus Richtung Cronenberg, Mastweg, Remscheid und Solingen kommen, macht die Seilbahn erst recht keinen Sinn. Wir fahren doch nicht zunächst Bus oder Auto bis Küllenhahn und steigen dann in die Seilbahn um. Zurück dann der selbe Wahnsinn. Die Seilbahn ist und bleibt ein Transportmittel der Freizeit. Für eine Entlastung des Berufsverkehrs oder Studententransport ist sie völlig ungeeignet. Wuppertal ist kein Touristenmagnet analog Koblenz. Wann wird man es endlich begreifen.

  3. Lars
    13.08.2018, 10:10 Uhr   |   Direktlink

    Ja die Fahrgäste aus Cronenberg u.A. Wir brauchen gar nicht nach Koblenz schauen. Das beste Beispiel finden wir in unserer Stadt. In Vohwinkel ist es seit Jahrzehnten selbstverständlich, dass die Fahrgäste vom Bus in die Schwebebahn umsteigen auf dem Weg nach Elberfeld. Kein Bus aus den Vohwinkeler Wohnbezirken fährt direkt in die Stadt. Vorteil, der Busverkehr in Vohwinkel läuft sehr stabil. Wenig Verspätungen, kaum Ausfälle. Urbane Seilbahnen sind als Stadtbahnen zu verstehen. Sie verbinden Stadtteile untereinander und ebnen den Weg in die Innenstädte. Ein System welches sich überall als U-,S-, oder eben als Schwebebahn bewährt hat. Und was die Vohwinkeler können, sollten die Cronenberger erst recht können.

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