11.09.2018, 20.04 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Coiffeur Droppmann: Vier Generationen für den perfekten Schnitt

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Immer auch ein bisschen lustig-verrückt: Wencke Droppmann und Vater Werner Droppmann nach der Ehrung durch Obermeisterin Carmen Langowski (li.) inmitten ihres Teams vor dem Dörper Salon an der Hauptstraße. -Foto: Meinhard Koke

Wuppertal – Friseur? Da wird ein Name seit Jahrzehnten genannt: Droppmann. Warum, das wurde am 5. September 2018  deutlich: Da kam Innungs-Obermeisterin Carmen Langowski in den Dörper Salon „Coiffeur Droppmann“ und überreichte Werner Droppmann den Diamantenen Meisterbrief. Ein 60-jähriges Meister-Jubiläum – außergewöhnlich: „Sowas hatte ich noch nicht“, staunte selbst Carmen Langowski, immerhin seit 16 Jahren Obermeisterin, über das seltene Jubiläum.

Carmen Langowski hatte aber noch mehr zu tun an der Hauptstraße 42: Denn auch Wencke Droppmann erhielt eine gerahmte Urkunde – schließlich besteht das Unternehmen Droppmann seit nunmehr 50 Jahren. Zwei besondere Jubiläen in der geradezu faszinierenden Geschichte eines Familien-Unternehmens – das wurde deutlich, als Werner und Tochter Wencke Droppmann zu erzählen begannen.

Das Friseur-Handwerk ist geradezu Tradition in der Familie: Schon der Opa sorgte für einen guten Schnitt – auf eine immerhin 120-jährige Familientradition können die Droppmanns zurückschauen. Die Wurzeln liegen in Berlin: An der Schönhauser Allee, im heutigen Berliner In-Viertel Prenzlauer Berg, war der elterliche Salon. Die drei Söhne traten allesamt in die Fußstapfen des Vaters, Werner Droppmann absolvierte seine Lehre zum Teil im damaligen Salon Hebeisen an der Friedrichstraße: „Da kamen die Tänzerinnen vom Friedrichstadt-Palast hin – da war was los…“, erinnert sich Droppmann.

Vom Berliner „Prenzlberg“ nach Vohwinkel

Werner Droppmann wurde der jüngste Meister Berlins, der Bruder sogar DDR-Meister – alle drei Droppmann-Bruder waren „top“ im Arbeiter- und Bauernstaat. 1958 machten sie „rüber“ nach Wuppertal – in der Lienhardtstraße in Vohwinkel übernahmen sie einen Salon. Der war zuvor pleite gegangen, nach sechs Wochen schon standen die Kunden Schlange bei den Droppmanns. „Wir waren die Top-Stars aus dem Ostblock“, blickt Werner Droppmann auf den Top-Start zurück: „Wir waren unseren Kollegen hier einiges voraus.“

Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort: Die Droppmanns eröffneten weitere Salons in Elberfeld und Barmen, ein Bruder ging nach Bad Salzuflen. Werner Droppmann nahm an Meisterschaften teil, wurde Stadt- und auch NRW-Meister, die renommierte Firma Schwarzkopf nahm ihn unter Vertrag. Von nun an ließ Werner Droppmann die Schere nicht nur im Tal „fliegen“, er flog für den guten Schnitt auch rund um die Welt.

Wencke Droppmann: Viele Meisterschaften und sogar EM-Bronze

Rio, Johannesburg, USA – der heute 81-Jährige demonstrierte auf Frisuren-Shows in aller Welt sein Können: „Einmal habe ich in einem Jumbo in 10.000 Meter Höhe eine Show gemacht“, erinnert sich Werner Droppmann. Stars wie Judy Winter oder Marianne Koch gaben sich in die Hände der Droppmann-Brüder – wer legte die Haare als eine der Jacobs-Sisters in Barmen vor den Traualtar trat? Werner Droppmann, natürlich.

Beide Töchter traten in die Fußstapfen des Vaters, als Werner Droppmann 2003 die Schere zur Seite legte, übernahm Tochter Wencke den 1988 gegründeten Cronenberger Salon. Auch sie avancierte zu einem Star der Branche: Von der Stadt- bis zur Deutschen Meisterschaft holte Wencke Droppmann auf allen Ebenen Titel, sie wurde sogar EM-Dritte, für Schwarzkopf-Shows flog sie ebenso um die Welt wie ihr Vater.

Dorf statt Jet-Set: „Man ist hier so geerdet…“

Nach rund 15 Jahren, in denen sie lange Zeit sieben Tage die Woche im Salon, auf Shows oder Meisterschaften unterwegs war, konzentriert sich Wencke Droppmann die letzten Jahre voll auf ihren Cronenberger Salon. Sie hat auf Mauritius die Haare geschnitten, nun ist die 46-Jährige froh, nur noch für ihre Kunden im Dorf da zu sein: „Man ist ja hier so geerdet“, freut sich die Oberheidterin: „Wir haben eine sehr nette Kundschaft und auch viele neue Kunden – wir sind ganz glücklich.“

Übrigens: Am letzten Samstag blieb der Coiffeur Droppmann mal zu: Wencke Droppmann und ihr Team fuhren übers verlängerte Wochenende nach Hamburg und holten die letztjährige Weihnachtsfeier nach – „Weihnachten haben wir keine Zeit dafür, da haben wir zu viel zu tun…“, freute sich die Inhaberin des Salons „Coiffeur Droppmann“ auf die freien Tage mit ihrem Team…

 

 

 

 

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