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05.07.2019, 18.57 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Regina Hübner & Volker Korbeck: Vom Opernhaus auf die „Kiste“

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Ob für die Werkzeugkiste oder die Projekt-Oper – toi, toi, toi den beiden PCC-Musikern Regina Hübner und Volker Korbeck! | Foto: Meinhard Koke

Das Sinfonische Blasorchester Posaunenchor Cronenberg (PCC) gehört fast zum musikalischen „Inventar“ der Werkzeugkiste. Auch bei der morgigen Jubiläums-Werkzeugkiste werden sich Holger Havemann und sein Orchester wieder auf der Hauptbühne in den Dienst der guten Sache stellen: Ab 11.30 Uhr wird der Posaunenchor für fetzige Unterhaltung an der Rathausstraße sorgen – sicherlich auch mit Stücken aus seinem fulminanten Sommerkonzert, das kürzlich musikalisch in die 1980er-Jahre entführte.

Besonders zwei PCC-Musiker sind in diesen Tagen im „Vollstress“: Posaunenchor-Vorsitzender Volker Korbeck und Posaunistin Regina Hübner wirken nämlich an dem Opern-Projekt „Das Labyrinth“ mit. Das Werk von Jonathan Dove feiert heute Abend in der Wuppertaler Oper Premiere – nach ihrem morgigen Werkzeugkisten-Auftritt geht’s für Regina Hübner und Volker Korbeck täglich wieder runter an die Kurt-Drees-Straße 4: Am Samstagabend (18 Uhr) sowie am Montag (19 Uhr) und letztmals am Dienstagvormittag (11 Uhr) sind die weiteren Aufführungen des Projektes im Opernhaus.

Das erst 2015 uraufgeführte Werk ist eine ganz besondere Oper: „Das Labyrinth“ ist eine sogenannte „Community-Oper“, denn sie bietet Laien die Möglichkeit zur Mitwirkung an einer professionellen Aufführung. In der Wuppertaler Produktion von Eva Caspari werden zahlreiche junge und ältere Musiker und Sänger sowie Laienchöre mit Mitgliedern des Wuppertaler Sinfonieorchesters und dem Opern-Chor auf der Bühne stehen.

Für das Projekt sogar fast zwei Wochen Urlaub genommen

Bei der Produktion, welche eine Übernahme der Inszenierung bei dem Festival von d’Aix-en-Provence ist, werden so zum Beispiel das Jugendsinfonieorchester der Bergischen Musikschule, ein Projektchor, der Kinder- und Jugendchor der Wuppertaler Bühnen, die Kurrende oder auch Chöre der Gymnasien am Kothen und Bayreuther Straße oder auch der Jugendchor „Voices“ der Musik- und Kunstschule Remscheid mitwirken – und als externe Instrumentalisten eben unter anderem auch Regina Hübner und Volker Korbeck.

„Das ist schon was ganz Besonderes, mal mit Profis zu proben und zusammenspielen zu dürfen“, findet Volker Korbeck: „Das geht zack-zack. Es ist faszinierend, wie punktgenau sie sind – wir als Laien sind da etwas langsamer“, schmunzelt der Posaunenchor-Vorsitzende. Seit März steckt der 48-Jährige in den Proben zu dem Opern-Projekt, für die finale Phase vor und während der Aufführungen hat sich Volker Korbeck sogar zwölf Tage Urlaub genommen.

Sonst Sommerkonzert, diesmal „Das Labyrinth“

Nicht ohne Grund, denn Kollegin Regina Hübner bekennt: „Ich übe jeden Tag die Passagen – da sind wirklich viele schwere Stücke dabei.“ Aber offenbar mit Erfolg: „Man merkt, Üben lohnt sich“, blickt die Posaunistin zuversichtlich auf die Premiere heute Abend. Zumal ein „Verspieler“ bei den Bläsern „extrem zu hören“ sei, wird sie aber auf jeden Fall mehr Lampenfieber als bei den Posaunenchor-Konzerten haben: „Das Projekt hier ist ja was ganz Neues.“ Aber das Orchester, so hofft Regina Hübner zumindest, werde ja hinter der Bühne sitzen…

Trotz allem Anspruch und Lampenfieber, die Posaunistin und der Trompeter des Posaunenchores sind fasziniert und mit „sehr viel Spaß“ bei dem Opern-Projekt dabei. Er höre die betreffende Einspielung mit Sir Simon Rattle dazu aktuell rauf und runter, gerne auch bei einem Weißwein, plaudert Volker Korbeck aus dem privaten Nähkästchen: „Sonst höre ich nach unseren Sommerkonzerten immer die Aufnahme dazu in Endlosschleife“…