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06.07.2019, 09.16 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

100 Jahre Julius Berger: 100 Top-Scheren für die Werkzeugkiste

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Führen die Geschicke des 100 Jahre alten Familienunternehmens in die Zukunft: Ina und Julian Berger leiten in vierter Generation die Firma Julius Berger GmbH & Co. KG an der Kohlfurther Straße. | Foto: Firma Berger

Knipex, Stahlwille, Freund, Wera oder Picard, all das sind Namen, die international für Werkzeug „Made in Cronenberg“ stehen. Nahtlos in diese klangvolle Reihe Dörper Unternehmen fügt sich die Firma Julius Berger ein. „Made to cut“, lautet der Slogan des Familienunternehmens von der Kohlfurther Straße – hochwertige Schneidwerkzeuge sind die Leidenschaft der Geschwister Ina und Julian Berger, welche heute in vierter Generation den Dörper Spezialisten führen.

Ebenso wie Stahlwille, Knipex oder Freund und Wera zuverlässig Jahr für Jahr renommierte Preise für ihre Produkte abräumen, darf sich auch die Julius Berger GmbH & Co. KG regelmäßig über ausgezeichnete Beurteilungen freuen. Zahlreiche Produkte von der Kohlfurther Straße trumpfen mit dem DLG-Siegel beziehungsweise dem Qualitätslabel „kwf profi“ des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. auf.

TestBILD: Berger ist Top-Marke Garten

Zudem kürte die Zeitschrift „Landidee“ die Berger-Gartenschere mit dem ergonomischen Rollgriff zum Testsieger, ebenso hatten die 7,5-Zähne-Klappsäge sowie die Heckenschere aus dem Hause Julius Berger beim Praxistest des Do it yourself-Magazins „Selbst ist der Mann“ die Nase vorn und nicht zuletzt wurde Julius Berger erst kürzlich von den Testern der BILD-Zeitung als Deutschlands „Top- Marke Garten“ sowie mit Platz 1 für die Langlebigkeit seiner Produkte ausgezeichnet – noch vor Marken wie Gardena oder Wolf.

Die fünf Sterne von „TestBILD“ konnten nicht passender bescheinigt werden, denn in diesem Jahr feiert die Julius Berger GmbH & Co. KG ihr 100-jähriges Bestehen – doppelter Grund zum feiern also an der Kohlfurther Straße. Am 10. März 1919 war es, als der Kaufmann Julius Berger sen., der Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, seine Werkzeug-Großhandlung ins Handelsregister der damals noch selbstständigen Stadt Cronenberg eintragen ließ. Mitte der 1920er-Jahre stieg der älteste Sohn Julius Berger jun. in die Firma ein, etwa um 1930 begann die Produktion von Garten-Schneidwerkzeugen.

Julius Berger: Keimzelle auch für Berger Maschinenfabrik

Natürlich wurden die Produkte selbst entwickelt und auf Maschinen hergestellt, die im eigenen Hause konstruiert worden waren – bis heute das Erfolgsgeheimnis der Berger-Qualität. Weil nicht kriegswichtig brachte das Jahr 1939 eine Zäsur: Die Firma wurde von den Nazis zwangsgeschlossen, die beiden Berger-Söhne sowie Mitarbeiter zur Wehrmacht einberufen beziehungsweise zwangsverpflichtet. Erst 1946 rollte die Arbeit bei Berger allmählich wieder an, in den Folgejahren gewannen – neben der Werkzeug-Herstellung – Konstruktion und Bau von Schleifmaschinen an Bedeutung.

Diese Entscheidung von Julius Berger und seinem Sohn Arno Berger, der 1953 in das Unternehmen eintrat, war richtungsweisend: Denn auch der Maschinenbau entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell, sodass Heinz Berger, zweiter Sohn von Firmengründer Julius Berger, sich 1957 von der Stammfirma abtrennte und ein eigenständiges Unternehmen gründete. Und dieses genießt heute ebenso Weltruf: Die Heinz Berger Maschinenfabrik, zunächst in Berghausen und seit 1959 in der Kohlfurth zu Hause, ist weltweit ein Top-Player in der Herstellung von Schleif- und Poliermaschinen für die Bearbeitung von Schneidwaren und Handwerkzeugen, Maschinenmessern, chirurgischen Instrumenten und Rundmessern.

Zurück an die Kohlfurther Straße: Hier übernahm Arno Berger 1972 die Geschäftsführung. Der heutige Firmen-Senior machte das Familienunternehmen weiter fit für die Zukunft. Arno Berger weitete das Sortiment aus und investierte in moderne Produktionsanlagen sowie hochwertige Fertigungsverfahren – mit der Philosophie, Qualität beziehungsweise einfach bessere Lösungen als der Wettbewerber zu bieten, festigte Berger seine Marktposition. Andere Unternehmen mögen größer sein, Julius Berger ist besser!

Von Gartenpflege bis Weinbau: Profis setzen auf Berger

Ob in der Garten- oder Landschaftspflege, in der Baumpflege, im Forstbereich, im Baustoffe- oder Eisenwaren-Segment oder im Agrar-, Obst- und Weinbau sowie in der Pflanzenproduktion und in der Floristik; ob Hand-, Ast- und Heckenscheren, sowie Teleskopstangen mit Aufsatzscheren oder auch Handsägen – Profis schwören auf die zahlreichen Berger-Werkzeuge in den insgesamt sieben Produktgruppen, einhundert Jahre nach ihrer Gründung ist die Julius Berger GmbH & Co. KG voll auf der Höhe, Qualitätsführer in Deutschland und international ebenso erste Liga.

„Fast alles, was von uns eingereicht wird, erhält ein Zertifikat als Profi-Siegel“, kann Geschäftsführerin Ina Berger, die seit dem Jahr 2005 mit ihrem Bruder Julian die Geschicke des Familienunternehmens führt, selbstbewusst feststellen: „Hinter der Marke Berger stehen Menschen mit Ideen und Leidenschaft für hochwertiges Werkzeug.“

Berger: Der Tradition und Nachhaltigkeit verpflichtet

Zu dieser Leidenschaft zählt, dass Berger 90 Prozent seiner Produkte „Made in Germany“ am Stammsitz in der Kohlfurther Straße fertigt; dass man die Fertigung mit der Einführung von robotergestützten Bearbeitungszentren oder auch der Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität fit für die „Industrie 4.0“ gemacht hat und weiter macht; dass Berger auf gut ausgebildete Mitarbeiter setzt; dass die Berger-Werkzeuge nur aus hochwertigem Kohlenstoffstahl mit einer Top-Härte geschmiedet werden; dass die Garantiezeit bis zu zehn Jahre beträgt, weil die Profi-Produkte fast „unkaputtbar“ sind ,und zu dieser Berger-Leidenschaft zählt nicht zuletzt, dass sich das Familienunternehmen auch dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt.

Bereits in den 1980er-Jahren war Berger einer der ersten lokalen Lizenznehmer des dualen Systems „Grüner Punkt“, 2014 investierte man in eine Photovoltaik-Anlage, sodass ein bedeutender Anteil des Stromverbrauches nun auf dem Dach des Unternehmens produziert wird, erst im vergangenen Jahr investierte man in eine Wärmetauscher-Anlage zur Nutzung von Prozesswärme – kein Wunder also, dass die Julius Berger GmbH & Co. KG im Rahmen der Initiative „Ökoprofit“ ausgezeichnet wurde.

Zur Werkzeugkiste: 100 Berger-Scheren am GCU-Stand

„Ich würde schon sagen, dass unser Anliegen, Verantwortung für Mitarbeiter zu beweisen und zugleich für die Zukunft gerüstet zu sein, uns gelungen ist“, stellt Co-Geschäftsführerin Ina Berger fest: „Wir sind ein modernes Unternehmen.“ Und zudem ein gesellschaftlich engagiertes, wie sich am morgigen Werkzeugkisten-Samstag beweisen wird: Am Stand der Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen (GCU) werden 100 Handscheren einer Sonderedition „Berger 100“, welche die Firma anlässlich ihres großen Jubiläums aufgelegt hat, zugunsten der Werkzeugkisten-Kasse zu haben sein.

Die Jubiläumsscheren mit transparentem Handgriff und eingelaserter „100“ ist nicht nur was für jene, die auf Top-Qualität „Made in Cronenberg“ stehen, sondern auch etwas für Schnäppchenjäger: Statt der etwa 60 Euro, welche die Berger-Schere im Fachhandel kosten würde, schlägt das Jubiläumsprodukt am GCU-Stand mit nur 40 Euro zu Buche, und wie erwähnt: Der komplette Erlös wandert in die Kisten-Kasse für die guten Zwecke.

Jubiläumsfeier am Werkzeugkisten-Tag

Übrigens: Ina und Julian Berger hätten ihre Jubiläumsschere am GCU-Stand natürlich gerne auch selbst an den Kisten-Besucher gebracht, nur sie sind bei der Werkzeugkiste verhindert. Ausgerechnet am morgigen Samstag feiert das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern und Familien das 100-jährige Firmenjubiläum – Gratulation an die Kohlfurther Straße, damit gelten Ina und Julian Berger sicherlich als entschuldigt…