28.07.2019, 08.30 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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FBR: Standing ovations zum Abschied von Hartmut Eulner

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Liefen für ihren ehemaligen „Fußballdirektor“ noch einmal auf: Die deutschen Schul-Vizemeister der Friedrich-Bayer-Realschule von 2013. | Foto: Meinhard Koke

Großer Zapfenstreich bei einer schulischen Abschiedsfeier? „Thema verfehlt“ könnte es da heißen, schließlich geht es dabei ja um ein militärisches Zeremoniell. Aber auch wenn’s dafür ‘ne glatte „Fünf“ geben sollte, die Abschiedsfeier von Hartmut Eulner hatte etwas von einem großen Zapfenstreich.

Am Freitagabend, 12. Juli 2019, kamen hunderte Gäste ins Schulzentrum Süd, um den Leiter der Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) zu verabschieden – nach 25 Jahren an der Spitze der Realschule. Das Pausenzentrum des „Süd“ präsentierte sich festlich herausgeputzt, die Youngband spielte ebenso auf wie der Schulchor sang, mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Marcel Hafke, Oberbürgermeister Andreas Mucke, den Dezernenten Matthias Nocke und Dr. Stefan Kühn oder auch Bezirksbürgermeisterin Ulla Abé und nicht zuletzt Antonella Lo Bue von der Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen (GCU) kam viel Prominenz in die gute Stube am Jung-Stilling-Weg.

Pädagogisch und menschlich alles andere als „Vizekusen“…

Auf etwa zwei Stunden war das von den FBR-Lehrerinnen Ursula Küthe und Nicola Huhn moderierte Festprogramm angesetzt – am Ende wurden es rund drei Stunden. Denn auch wenn fünf Minuten als Zeitvorgabe gesetzt waren, außer dem GCU-Vize Dr. Andreas Groß, der Schulpflegschaftsvorsitzenden Yvonne Sülzer-Oktan und Jörg Wolff, dem Vorsitzenden der Sportstadt Wuppertal, hielt sich kaum ein Redner an das Limit – fast alle überzogen. Natürlich prasselte viel Lob auf Hartmut Eulner ein, das schien aber nicht überzogen, denn: Alle Redner waren sich nicht nur darüber einig, dass Eulner die Realschule von einem „Brennpunkt“ zu einem „Premium-Standort“ geformt habe, deren Absolventen regelmäßig zu einem Großteil die „Quali“ fürs Gymnasium schaffen. Einig war man sich auch, dass der FBR-Leiter und ausgewiesene Bayer-Leverkusen-Fan auch menschlich alles andere als „Vizekusen“ war.

Er habe seinen „FC Küllenhahn“ in die erste Liga geführt, bescheinigte Rolf Puller, der Sprecher der Wuppertaler Realschulen. Die Attribute „immer verbindlich, nie frustriert, Vorzeige-Lehrer und -Schulleiter“, fügte GCU-Vize Dr. Andreas Groß hinzu: „Es war sehr angenehm, mit ihnen zu arbeiten.“

„Als Fußballer wärst du heute bei dieser Leistung Millionär…“

CFG-Leiter Mertens wagte sich ebenfalls „auf den Platz“: Er habe die Bayer-Realschule von der Kreisliga in die Champions League geführt, attestierte er: „Die FBR ist eine echte Marke und steht exzellent da – das ist ein Lebenswerk, auf das nicht viele Schulleiter zurückblicken können“, dankte Mertens. Bevor er ein Leverkusen-Trikot überreichte, fasste er zusammen: „Hättest du das im Fußball gekonnt, wärst du heute Millionär…“

OB Mucke bescheinigte, dass Eulner „ein toller Mensch“ sei, der stets an der Seite der Schüler gestanden hätte – „ich weiß nicht, wo ich heute wäre, wenn er nicht gewesen wäre“, zitierte Mucke aus einer E-Mail, die eine Ex-Schülerin ihm zum Eulner-Abschied geschrieben hatte. Allerdings, so Mucke weiter, habe Eulner auch für eine Menge saurer Eltern gesorgt – jene, die keinen Platz an der Bayer-Realschule für ihr Kind bekamen, weil die Anmeldezahlen an der FBR stets höher sind als Schüler aufgenommen werden können.

Lob von der Bezirksregierung: „Herausragende Persönlichkeit“

Karl W. Schröder, der „nebenan“ 22 Jahre das Fuhlrott-Gymnasium geführt hatte, beschrieb das besondere Erlebnis eines Ganges durchs Schulzentrum mit Hartmut Eulner. Auf Schritt und Tritt hätten die Schüler ihm die Hand geschüttelt und gegrüßt – „er ist bei seinen Schülern sehr beliebt und ich kann das verstehen“, hob Schröder hervor. Dass auch bei den anderen freundlichen Rednern keine „Lobhudelei“ im Spiel war, machte vielleicht die Rede von Claudia Nübel am deutlichsten.

Die zuständige Vertreterin der Bezirksregierung Düsseldorf überreichte Hartmut Eulner nicht nur seine Entlassungsurkunde. Nübel wartete auch mit ungewöhnlich herzlichen Verabschiedungsworten auf: Hartmut Eulner sei eine herausragende Persönlichkeit, die nicht nur für die FBR viel bewegt habe: „Eine Ära geht zu Ende.“

Zum Abschluss griff der scheidende FBR-Leiter zum Mikrofon. Ein letztes Mal präsentierte sich der Schulleiter als „Stimmungskanone“: Mit vielen Anekdoten gespickt sagte Eulner „Tschüss“ – da kam Stimmung auf im „Süd“. Er bescherte aber nicht nur viele Lacher, Eulner sorgte auch für Wehmut: „Die Menschen an der Schule werden mir fehlen“, bekannte der FBR-Leiter, bevor er unter Standing ovations das Büfett mit Bier und Currywurst freigab.

Video von Rapper Horst & Kick vom FBR-Vizemeister

„Es ist beängstigend, wenn so viele Leute so freundlich über einen reden“, hatte Hartmut Eulner zuvor seine Rede begonnen. Dass Ex-Schüler und Rapper Horst Jesué Wegener eine Video-Grußbotschaft geschick hatte; dass die erfolgreichen FBR-Fußballer von 2013, die in Berlin deutscher Schulsport-Vizemeister wurden, noch einmal aufliefen und eines ihrer „historischen“ Trikots überreichten und dass Schul-Sekretärin Brigitte Köster, die wohl am engsten mit Eulner zusammengearbeitet hatte, ihre Wehmut nicht verbergen konnte, machte klar: Das war keine Lobhudelei, das waren ehrliche Worte an einen beliebten Schulleiter – und Menschen…

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