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02.10.2019, 13.23 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Sommerempfang: Demonstration des Zusammenhalts im Stadtteil

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Bürgermeisterin Maria Schürmann beim Sommerempfang der Cronenberger Bürgervereine im „Festsaal“ mit Peter Vorsteher (Sudbürger, li.), Rolf Tesche (CHBV, 3.v.li.), Wilfried Kauhaus (Hahnerberg-Cronenfeld), Michael Ludwig (Küllenhahn) und Ralf Kiepe (CHBV, re.). | Foto: Meinhard Koke

(Fast) Alle waren sie da: Vertreter von Gemeinden, der Schulen und der Cronenberger Unternehmer-Vereinigung GCU ebenso wie die Obrams oder auch die freiwilligen Feuerwehren, Sportvereine, die Bezirksvertretung, Werkzeugkisten-Verein die Bergischen Museumsbahnen und, und, und… – als die AG „Die Cronenberger“, in der sich die vier Dörper Bürgervereine zusammengeschlossen haben, am 22. September 2019 erstmals zu einem „Sommerempfang“ einluden, zeigte sich der „Cronenberger Festsaal“ sehr gut gefüllt.

Nur aus der Tal-Politik war die Zahl der Gäste überschaubar: Bürgermeisterin Maria Schürmann (CDU) vertrat den verhinderten Oberbürgermeister Mucke, zudem sah man SPD-Ratsfraktionschef Klaus-Jürgen Reese – das war’s. „Wir möchten uns einfach einmal vorstellen, kennenlernen, die Möglichkeit zu Gesprächen geben, um eine gemeinsame Linie zu Cronenberger Problemen zu geben“, erläuterte Ralf Kiepe, der Vize des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV) den Hintergrund des neuen „Sommerempfang“-Formats.

„Alles übernehmen, das können wir Bürgervereine nicht…“

„Wir Bürgervereine können sehr viel bewegen“, Michael Ludwig, der Chef des Bürgervereins Küllenhahn erläuterte, dass sein Verein zum Beispiel pro Jahr etwa 10.000 Euro für Projekte im Ortsteil ausschütte. „Aber alles übernehmen können wir nicht“, warb Ludwig für eine engere Zusammenarbeit im Stadtteil, denn: „Nur gemeinsam sind wir stark“, brachte es Wilfried Kauhaus vom Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld (BHC) auf den Punkt – „wir müssen schauen, wie wir unsere Interessen gegenüber Stadt und Verwaltung durchsetzen können“, ergänzte „Sudbürger“-Vorsitzender Peter Vorsteher.

Was damit unter anderem gemeint ist, das benannte im Anschluss der Vorstellungsrunde Rolf Tesche. Neugestaltung des Bilstein-Platzes, Pflege der Baumscheiben in der Ortsmitte, Weihnachtsbeleuchtung, Hüttenzauber, Werkzeugkisten-Tombola, Beleuchtung der Kohlfurther Brücke, Martinszug und einiges mehr – der Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins skizzierte zunächst, was allein der CHBV bereits alles macht. Zudem sei die Restaurierung des Adelenblickes weitgehend abgeschlossen, ein Historischer Ortsmitte-Rundgang fast fertig und der „Platz für alle“ an der Reformierten Kirche auf dem Weg.

CHBV-Chef Tesche: „Das kann nicht so weitergehen…“

Bei der Ortsmitte-Planung aber, welche im April 2018 zur Gründung des Mitmach-Netzwerkes „Cronenberg will mehr!“ führte und deren Forderungen nach Veränderungen im Ortskern auch von der Bezirksvertretung Cronenberg einmütig unterstützt wurde, sei auch anderthalb Jahre später nichts geschehen. „Wir leben damit seit Jahrzehnten“, kritisierte Tesche einmal mehr „das Nichtstun“ der Stadt: Neubau Sporthalle, Ortsmitte-Planung, Sanierungsfall Schule Berghauser Straße,… – Tesche zählte eine Vielzahl ungelöster Cronenberger Probleme auf: „Wie lange soll das noch so weitergehen – das kann nicht so weitergehen!“

Auf der anderen Seite werde die Elberfelder Innenstadt für 40 Millionen Euro aufgemöbelt, wozu die Stadt immerhin acht Millionen Euro beisteuere: „Wenn ich sowas höre, kommt mir die Galle hoch“, kritisierte Tesche in seinem Rundumschlag, dass die Stadt große Summen für die Tal-Stadtteile übrig habe, für Cronenberg aber noch nicht einmal 250.000 Euro für eine neue Ortsmitte-Planung: „Wir müssen vielleicht auch einmal auf die Straße gehen“, mahnte der CHBV-Chef die Bereitstellung der Planungsmittel an.

„Wir brauchen eine Förder-Kulisse für Cronenberg!“

Ohne Planung befände sich Cronenberg in einem Dilemma, ohne Planung könne man keine Fördermittel beantragen, ohne Fördermittel seien keine Veränderungen möglich: „Wir brauchen eine Cronenberger Förderkulisse“, forderte Tesche – die Töpfe seien da, man müsse nur an sie rankommen. Unterstützung kam von Dr. Andreas Groß: „Wir werden alles versuchen, Positives für die Gestaltung des Dorfes zu erreichen“, demonstrierte der Vize der Unternehmer-Vereinigung GCU den Schulterschluss mit den Bürgervereinen: „Wir haben jetzt noch die Chance, etwas zu verändern.“

Etwas leidtun konnte einem fast Bürgermeisterin Maria Schürmann: „Es fällt mir nicht leicht“, bekannte die Vertreterin von OB Mucke, aber sie habe auch nur leere Taschen: Sie wisse um die Kritik aus den Rand-Stadtteilen, diese seien auch zum Teil berechtigt: „Rat und Verwaltung erkennen an, dass alle Stadtteile im Fokus sein müssen“, konstatierte Schürmann, um zum Schuss die Cronenberger Seele zu streicheln: „Sie sind ein attraktiver Teil Wuppertals.“

Fröhlich, aber auch frustriert ging es im Anschluss an die Häppchen, bei welchen die Vereinsvertreter dann die Gelegenheit zu Gesprächen untereinander nutzten – auch wenn für Cronenberg kaum Geld da ist, dass das Dorf lebendig ist, das stellte der Sommerempfang allemal unter Beweis…

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