Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

23.10.2019, 15.39 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Trickbetrug: Seien Sie ganz sensibel und lassen Sie niemanden rein

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Gastgeber Michael-Georg von Wenczowsky mit den beiden Dörper Polizeibeamten Simone Bremer und Tom Fleuß, welche zum Thema „Trickbetrug“ informierten. | Foto: Meinhard Koke

Taschendiebstahl, dubiose Spendensammler oder auch verschiedenste Trickbetrugs-Varianten von der Enkel-Masche über Fälle, in denen sich die Betrüger als Polizisten, Bank-Angestellte, ja sogar als Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft ausgeben, bis hin zum Schlüsseldienst- beziehungsweise „Ausgeschlossen“-Trick– das alltägliche Böse war kürzlich im Saal des Städtischen Altenheimes Cronenberg allgegenwärtig.

Die CDU Cronenberg hatte zu einem Info-Nachmittag zum Thema „Trickbetrug“ eingeladen. Schließlich, so erläuterte CDU-Vizebürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky in seiner Einführung, ist Cronenberg der demographisch älteste Stadtteil Wuppertals und Betrüger nutzen bevorzugt die Gutgläubigkeit von Senioren aus –„jüngere Menschen sind da kritischer“…

Die Zielgruppe, also ältere Interessierte, waren auch recht zahlreich an die Herichhauser Straße gekommen, um sich aufklären zu lassen. Die Hauptkommissare Simone Bremer und Tom Fleuß von der Cronenberger Bezirks-Polizeidienststelle am Rathausplatz informierten sie umfassend über verschiedene Betrugsarten, die derart dreiste Blüten treiben, dass mitunter selbst die Ermittler staunen. Zum Beispiel, wenn die Gauner unter „getürkten“ Ämter-Rufnummern anrufen – ja sogar als Polizei Cronenberg gaben sich Trickbetrüger schon aus, das Internet macht es möglich, dass man selbst aus dem Ausland mit deutscher Nummer anrufen kann.

„Wir kommen nie zu Ihnen ins Haus, um Geld oder Schmuck mitzunehmen“

„Wir als Polizei würden niemals bei Ihnen anrufen und Sie ausfragen, ob und wie viel Geld Sie zu Hause haben“, betonte Simone Bremer: „Wir kommen auch nie zu Ihnen ins Haus, um Geld oder Schmuck mitzunehmen“, ergänzte ihr Kollege Tom Fleuß. Der Tipp der beiden Cronenberger Hauptkommissare: Immer den Dienst­ausweis zeigen lassen, niemanden ins Haus lassen, sondern auch unter der Notrufnummer „110“ sofort die „echte“ Polizei anrufen: „Seien Sie ganz sensibel, geben Sie keine Auskünfte und legen Sie sofort auf – die Täter verstehen nur diese Sprache.“

Und noch einen ganz konkreten Tipp gaben die beiden Cronenberger Polizeibeamten ihren Zuhörern an der Herichhauser Straße an die Hand: Falls Sie mit vollem Namen und Adresse im Telefonbuch vermerkt seien, so sollten sie das schnell ändern. Denn Telefonbuch-Einträge dienen den Gaunern sozusagen als „Kompass“: Vor allem wer einen älter wirkenden Vornamen wie „Friedrich“ oder „Mathilde“ habe, werde schnell zu einem Ziel, das man dank der Adressangabe dann kinderleicht auskundschaften könne: „Lassen Sie Ihren Eintrag streichen“, appellierte Hauptkommissarin Bremer: „Zur Not suche ich Ihnen die richtige Nummer dazu raus.“

„Wir leben in einer Zeit, die aufregend und modern ist“, sagte CDU-Gastgeber Michael-Georg von Wenczowsky in seinem Schlusswort. Umso dankbarer sei er dafür, dass es im Dorf noch eine Polizei gebe, die sich auskennt und die ihre Bürger kennt.

Beratung der Polizei

Hilfestellung erhalten Interessierte nicht nur in der Dörper Polizei-Dienststelle am Rathausplatz 4 beziehungsweise unter der Telefonnummer 02 02 / 2 47 13 90, sondern auch bei der Beratungsstelle der Wuppertaler Polizei in Unterbarmen unter der Nummer 02 02 / 2 84-18 01 und via Internet unter www.polizei-beratung.de.