Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

19.12.2019, 17.02 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Versuchte Entführung? Kita-Kind war wohl „durchgeschlüpft“…

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Am Wochenende überschlugen sich die Ereignisse am Mastweg: Mit einer Flugblatt-Aktion und im sozialen Netzwerk Facebook informierten die Eltern eines Kindergarten-Kindes dazu, dass ein Unbekannter vermutlich ihre dreijährige Tochter habe entführen wollen: „Helfen Sie uns den Mann zu finden“, appellierten die Eltern – eine Riesen-Resonanz war die Folge – nicht nur im Internet.

Hintergrund war zunächst ein Vorfall, zu dem es Donnerstag letzter Woche, 12. Dezember 2019, am Mastweg kam. Wie sich bestätigte, betrat ein zunächst Unbekannter an diesem Tag die beiden Kindergärten in der Siedlung sowie auch das dortige DRK-Jugendzentrum. Am folgenden Freitag dann, so hieß es auf einem Flugblatt, habe der Mann dann das dreijährige Mädchen mitzunehmen versucht.
Die durch den Flugblatt-Aufruf erzeugte „Welle“ schlug bis in die Redaktion der NRW-Nachrichten-Sendung von SAT1 durch.

Am Montag-Nachmittag berichtete der Privatsender von zwei „erschreckenden Nachrichten“. Darunter war auch der „schlimme Verdacht“ beziehungsweise „Schock-Moment“, so hieß es in dem SAT1-Bericht, vom Mastweg. Dieser habe für „starke Erschütterung“ gesorgt, die Kita-Türen seien nun abgeschlossen: „Alle Eltern müssen wir jetzt bitten, extrem vorsichtig zu sein“, riefen auch die Redakteure des Privatsenders zur verstärkten Wachsamkeit in dem Cronenberger Quartier auf.

Gegenüber der CW unterstrich Polizei-Sprecher Stefan Weitkämper, dass die Polizei die erstattete Anzeige selbstverständlich sehr ernst nehme. Den vermeintlichen „Schock-Moment“ konnte Weitkämper allerdings ob der bisherigen Ermittlungen relativieren: Man habe „keinerlei Anhaltspunkte für Straftaten zum Nachteil von Kindern“, unterstrich der Sprecher der Polizei.

Zwar hatte tatsächlich ein Mann die Einrichtungen betreten. Dabei gab es allerdings offenbar keinen Zusammenhang mit dem Mädchen. Der schnell ermittelte Mann ist unter anderem auch wegen Diebstahl-Delikten aus Wartezimmern oder ähnlichen öffentlichen Räumen polizeilich bekannt. Die Dreijährige, so sieht es laut Polizei aus, „schlüpfte“ wohl unbemerkt aus dem Kita-Gebäude.

Wohl weil es auf dem eingezäunten Kindergarten-Gelände eine gewisse Zeit allein war, begann das Mädchen zu weinen – und die Geschehnisse nahmen ihren Lauf…