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22.03.2020, 18.06 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Katholische Südhöhen-Gemeinden: Gruß zum Sonntag

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Die Pfarrkirche Hl. Ewalde in Cronenberg. | Foto: Michael Hablitzel

Pastoralreferent Markus Boos der Pfarreien-Gemeinschaft Wuppertal Südhöhen, also der beiden katholischen Gemeinde Hl. Ewalde und St. Hedwig, hat sich im Laufe des heutigen Sonntages, 22. März 2020, per E-Mail an die Gemeinde-Mitglieder gewandt. Seinen Brief veröffentlichen wir nachfolgend im Wortlaut. Ein weiterer solcher „Gruß zum Sonntag“ ist auch in der kommenden Woche geplant:

Liebe Christinnen und Christen, liebe Menschen auf den Südhöhen

Aus bekanntem Anlass sind derzeit keine Gottesdienste und Veranstaltungen in den Gemeinden möglich. Bis (mindestens) zum Gründonnerstag läuten in vielen Kirchen des Erzbistums Köln daher täglich um 19.30 Uhr die Glocken. Das Geläut lädt alle Menschen
zum persönlichen Gebet ein und soll Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft sein. Vielleicht entzünden Sie zu diesem Zeitpunkt eine Kerze und stellen diese ans Fenster.

Ich bitte Sie, achten Sie aufeinander, helfen Sie einander und beten Sie füreinander. Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wir leben nur wirklich, wenn wir miteinander und füreinander da sein können. So sind wir geschaffen. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“, sagt die Schrift. Oder: „Zwei sind besser als eine/r allein“. Ganz besonders gilt das für Christenmenschen, deren Glaube sich erst im Miteinander und Füreinander entfaltet.

Darum möchten wir Sie am kommenden Sonntag, 22.03.20 geistig und geistlich um die Heilige Schrift versammeln. Wir lesen im ersten Buch Samuel im Kapitel 16 die Verse 1 – 13. Der Prophet Samuel wird nach Bethlehem zu einem Mann namens Isai geschickt. Einer von dessen Söhnen ist von Gott zum neuen König für Israel bestimmt, und Samuel soll ihn salben. Isai stellt Samuel seine Söhne vor – aber niemand von ihnen ist es. Da fragt Samuel: „Sind das alle deine Söhne?“ Jetzt erst lässt Isai den Jüngsten holen, der gerade die Schafe hütet, von dem offensichtlich niemand etwas erwartet und dem niemand etwas zutraut. „Auf, salbe ihn!“ sagt Gott zu Samuel. Denn: „Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“.

Gott will seinem Volk nahe sein – aber nicht in Menschen, die sich aufplustern, die um Macht rangeln, denen es um eigene Stärke und Erfolge geht, sondern in David, dem Jüngsten und Unscheinbaren. Der soll das Volk nach den Maximen von Güte und Mitmenschlichkeit regieren, damit alle zu einem glücklichen Leben finden. In David fängt Gott neu an mit Israel. In seinem Wirken ist Gott unter den Menschen. Gott ist auch in dieser Zeit gegenwärtig – in Menschen, die anderen beistehen und Unterstützung schenken; in Menschen, die sich nicht fürchten und anderen Mut machen; in Menschen, die die Lage mit ihrem Humor leichter machen; in den Menschen in den Gesundheitsberufen; in den Menschen, die Verantwortung in Politik und Medizin tragen und besonnen und sorgsam durch die Krise führen; in all den Menschen, die in Dienstleistungen für uns da sind. Wir sind von einer Vielzahl von Menschen umgeben, die uns gut sind.

Wie in David dem Volk Israel, so ist Gott in ihnen uns gegenwärtig. Das können wir uns am Sonntag bewusstmachen. Vielleicht nehmen Sie ja am Sonntag zur Gottesdienstzeit um 9.30 Uhr bzw. um 11.00 Uhr alle die Heilige Schrift vor, lesen den angegebenen Text und denken einen Augenblick darüber nach. Und wenn wir dann alle das Gebet des Herrn sprechen, können wir uns sonntäglich vereint wissen und spüren vielleicht sogar etwas von der Gemeinschaft, die wir so sehr brauchen. Ich wünsche Euch und Ihnen allen eine gesegnete und gesunde Zeit und viel Kraft und Hilfe.

Liebe Grüße, Pastoralreferent Markus Boos