Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

30.06.2020, 20.03 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kommentare deaktiviert

Bayer-Realschule: Abschlusszeugnisse coronabedingt in Etappen

Artikelfoto

Statt des obligatorischen Fotos mit allen FBR-Absolventen auf der Schulhoftreppe des Schulzentrums Süd: Einzel-Zeugnisübergabe von FBR-Lehrerin Andrea Janssen (mi.) an Realschülerin Salma Azouga (li.). | Foto: FBR

Dass das Land NRW kurz zuvor per neuer Corona-Schutzverordnung unter bestimmten Auflagen entweder Schulabschlussfeiern oder auch feierliche Übergaben der Abschlusszeugnisse im Beisein der Eltern erlaubte, kam für viele Schulen zu spät. So auch für die Friedrich-Bayer-Realschule (FBR): Wochenlang hatte die Küllenhahner NRW-Sportschule überlegt und geplant, wie sie anhand der zuvor geltenden Verordnungen und Auflagen ihren Absolventen eine würdige Abschlussfeier bereiten könnte.

Selbst wenn die Feierlichkeit am Jung-Stilling-Weg erst für die letzte Schulwoche vor den Sommerferien vorgesehen gewesen wäre, ihre Gestaltung derart kurzfristig über den Haufen zu werfen, wäre einmal mehr eine sportliche Corona-Herausforderung gewesen. Entsprechend der bisherigen NRW-Verordnung und weil das Pausenzentrum des Schulzentrums Süd coronabedingt für eine Nutzung gesperrt ist, hatten sich FBR-Leiter Markus Dätig und sein Team mit der Elternschaft schließlich darauf verständigt, die Abschlusszeugnisse klassenweise in Etappen im Veranstaltungsraum zu überreichen.

Nach der fünfte Abschlussansprache konnte FBR-Leiter Dätig sie auswendig

Nach den jeweils feierlichen Einzügen der fünf Klassen (im Einbahnstraßen-System, natürlich!) gab es ein je einstündiges Programm mit Video-Botschaften der Schülersprecher, einer „sehr emotionalen“ Foto-Show quer durch die Schuljahre der Absolventen oder auch Musik und Gesang, die ebenfalls per Video eingespielt wurden. Nicht zuletzt hielt FBR-Leiter Markus Dätig auch jeweils Reden an die fünf Abschlussklassen – „am Ende konnte ich sie auswendig“, schmunzelt der Schulleiter. Zum Schluss erhielt jeder der 182 Bayer-Absolventen aus der Hand seiner KlassenlehrerIn einzeln und auf Abstand sein Zeugnis – zur Erinnerung wurde von jeder Überreichung ein Foto gemacht.

Bevor dann nach dem musikalisch untermalten Auszug die nächste Klasse in den Veranstaltungsraum „einrückte“, blieb eine halbe Stunde Puffer – die wurde auch gebraucht, um alle Stühle, Klinken & Co. zu desinfizieren. Im Anschluss konnten die stolzen Eltern ihre Kinder außerhalb des Schulgeländes im Schatten des Fernsehturmes Rigi-Kulm in die Arme schließen und ihnen gratulieren – während Corona einer gemeinsamen Feier einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, machte Petrus immerhin ein Zusammensein unter strahlend blauem Himmel möglich.

Trotz Corona-Widernissen: Viele Bayer-Realschüler mit „Quali“

Verdient hatte das Wetterglück der FBR-Jahrgang 2020: Wie FBR-Leiter Markus Dätig berichtet, schafften 132 der 182 Absolventen sogar die Mittlere Reife mit Qualifikation – gerade auch angesichts der Corona-Erschwernisse sei das eine „sehr hohe Quote“: „Sie haben das Beste draus gemacht“, freut sich FBR-Leiter Dätig mit seinen „Reifeschülern“.

Lesermeinungen zu diesem Artikel

Die Kommentarfunktion ist derzeit geschlossen.