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11.03.2021, 15.44 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Maria 2.0: „Thesen-Anschlag“ auch an den Pforten zu Hl.Ewalde

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Auch in der Katholischen Gemeinde Hl. Ewalde beteiligten sich Frauen Ende Februar an einer bundesweiten Aktion der „Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands“ (kfd) und der Initiative „Maria 2.0“: Anlässlich der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wurden mit einem Thesen-Anschlag an Kirchentüren quer durch die Republik Reformen in der katholischen Kirche gefordert.

Unter der Überschrift „Sieben Thesen Maria 2.0 – an alle Menschen, die guten Willens sind“ fordert die Aktion, 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, eine lebendige sowie zukunftsfähige, geschlechtergerechte und vielgestaltige Kirche. Die Initiatoren mahnen den Zugang von Frauen zu allen Ämtern sowie Aufklärung und Bekämpfung von sexualisierter Gewalt oder auch die Aufhebung des Pflichtzölibats in der katholischen Kirche an.

Mit dem Thesenanschlag wollen die Initiatoren – wie einst Luther – „etwas Großes in Bewegung“ setzen: Die katholische Bischofskonferenz müsse „endlich“ beginnen, „sich ernsthaft mit den notwendigen Reformen auseinanderzusetzen und den Willen zu Veränderungen durch Taten“ bezeugen, heißt es in einer Erklärung dazu.

Mehr Infos zu der Aktion sowie die Thesen im Wortlaut sind unter mariazweipunktnull.de abrufbar. Der Text des Thesenanschlags lautet:

1. #gerecht – gleiche Würde – gleiche Rechte
In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.

2. #partizipativ – gemeinsame Verantwortung
In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.

3. #glaubwürdig – respektvoller Umgang und Transparenz
In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.

4. #bunt – leben in gelingenden Beziehungen
Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.

5. #lebensnah – ohne Pflichtzölibat
In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.

6. #verantwortungsvoll – nachhaltiges Wirtschaften
Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.

7. #relevant – für Menschen, Gesellschaft und Umwelt
Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.