21.02.2025, 08.58 Uhr   |   Marion Heidenreich   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Hochwasserwarnsystem: Bundesratspräsidentin bei Berger-Gruppe

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Berger-Chef Dr. Andreas Groß (hi. mi.) mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (5.v.re.). Zu den TeilnehmerInnen des Informationstreffens in der Kohlfurth zählten unter anderem auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ingo Schäfer (4.v.r.) sowie Cronenbergs Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff (3.v.l.). | Foto: Marion Heidenreich

Die Polit-Prominenz gibt sich bei der Berger-Gruppe fast die Klinke in die Hand: Erst im Januar begrüßte Berger-Chef Dr. Andreas Groß mit Mona Neubaur (Grüne) die NRW-Vizeministerpräsidentin (die CW berichtete). Am 8. Februar kam nun mit der saarländischen Ministerpräsidentin und derzeitigen Bundesratsvorsitzenden Anke Rehlinger (SPD) die vierthöchste Vertreterin der Republik in die Kohlfurth. Rehlingers Parteifreund, der Cronenberger SPD-Bundestagesabgeordnete Ingo Schäfer, hatte die Landesmutter von der Saar an die Wupper gelotst. Das Interesse der stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden an dem von Berger-Chef Groß initiierten KI-gestützten Hochwasserwarnsystem (die CW berichtete mehrfach) hatte seinen Grund: Im Mai 2024 verursachte das Saar-Hochwasser massive Schäden auch in der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Bergisches Hochwasserwarnsystem

Ein Hochwasser infolge von Starkregen-Ereignissen wie 2021 an der Wupper „können wir nicht vermeiden, sondern nur die Schäden minimieren“, betonte Berger-Chef Andreas Groß zu seiner Intention für die Entwicklung des Warnsystems. Zur Erinnerung: Das Wupper-Hochwasser flutete die Berger-Hallen und richtete einen Schaden von rund drei Millionen Euro an. Noch während der Aufräumarbeiten regte Groß ein Hochwasserwarnsystem (HWS) an. Gemeinsam mit den Vertretern von Wupperverband, Bergischer Universität sowie Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft präsentierte der Unternehmer nun der saarländischen Ministerpräsidentin den aktuellen Stand. Ziel ist es, Anwohner, Rettungsdienste & Co. möglichst frühzeitig über eine Hochwasser-Gefahrenlage zu informieren.

Um rechtzeitige Schutzmaßnahmen treffen zu können, ist eine HWS-Warnung mindestens sechs Stunden vorher angepeilt. Gerade bei Evakuierungs-Entscheidungen sieht Anke Rehlinger einen großen Vorteil, seien diese doch – je nach Zeitpunkt – „zu vorsorglich oder zu fahrlässig“. Die Vorstellung von Datenanalyse und Vorhersage des HWS beeindruckte: „Pfingsten 2024 hat im Saarland gezeigt, dass eine Standardisierung des Hochwasserschutzes bei Prognosen und Prävention notwendig ist“, zeigte sich die Landesmutter überzeugt.

Wirtschaftspolitik für kleine und mittelständische Unternehmen

Aber nicht nur die Vorstellung des Hochwasserwarnsystems lag Berger-Chef Groß am Herzen. Der Vizepräsident der Bergischen IHK legte seinen SPD-Gästen – wie schon der NRW-Vizeministerpräsidentin zuvor – auch ein wirtschaftspolitisches Positionspapier vor. Bei einer Führung durch die neue Berger-Produktionshalle erläuterte Groß die Sorgen in dem sich stark verändernden industriellen Umfeld.

Auch Trump-Zölle und Bürokratie bereiten Sorge

Mit Besorgnis blickt der Berger-Chef auch auf die neue Trump-Administration – die Zollpolitik der neuen US-Regierung könnte auch das Kohlfurther Unternehmen betreffen. Aber auch nationale wirtschaftspolitische Entscheidungen zugunsten großer Unternehmen trügen zur momentanen Wirtschaftsflaute bei. Reinvestitionen erleichtern, Fachkräftemangel nicht zum Beispiel durch Arbeitszeitverkürzungen verstärken oder auch Bürokratieabbau waren einige der Punkte, die der Kohlfurther Familienunternehmer Anke Rehlinger in seinem Positionspapier mit auf den Weg gab.

Die Ministerpräsidentin und Vizin der Bundes-SPD versprach, die Groß’schen Empfehlungen zu prüfen. Rehlinger gab zu, dass bürokratische Prozesse mittlerweile Bürger und Verwaltung überfordern würden. An Lösungen werde indes bereits gearbeitet: „Ich will, dass es besser wird“, bekräftigte Anke Rehlinger in der Kohlfurth: „Ich glaube daran, dass es wieder besser wird.“ Allerdings: Notwendige Veränderungen könnten nicht „so schnell passieren…“